Die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde (Financial Supervisory Service, FSS) hat eine Anlegerwarnung herausgegeben, dass Staatsanleihen und andere als risikoarm eingestufte Anleihen bei vorzeitigem Verkauf Verluste verursachen können, und mahnt zur Vorsicht bei langfristigen Anleiheninvestitionen. Die Aufsichtsbehörde wies darauf hin, dass 30-jährige Anleihen bei einem Anstieg der Marktzinsen um 1 Prozentpunkt Wertverluste von rund 17 % erleiden könnten. Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Beschwerden von Anlegern, die nach dem Kauf von risikoarmen Anleihen auf Empfehlung von Verkaufsmitarbeitern Verluste erlitten haben.
Die FSS erklärte, dass Staatsanleihen und andere als risikoarm eingestufte Anleihen als sichere Anlageprodukte gelten, Anleger jedoch aufgrund von Kursrückgängen Verluste erleiden können. Während Staatsanleihen in den Risikobewertungssystemen für Finanzanlagen aufgrund des geringen Kreditrisikos eines Emittentenausfalls üblicherweise als risikoarme Produkte eingestuft werden, können die Kurse bei vorzeitigem Verkauf fallen, wenn die Marktzinsen steigen. Langfristige Anleihen reagieren besonders empfindlich auf Zinsänderungen. Die Aufsichtsbehörde nannte ein Beispiel einer 30-jährigen Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Won und einem Nennwert-/Kaufzins von 3 % und erläuterte, dass ein Anstieg der Marktzinsen um 100 Basispunkte zu Verlusten von rund 17 % führen könnte.
Ältere Rentner und andere Anleger, für die der Kapitalerhalt entscheidend ist, müssen bei langfristigen Anleiheninvestitionen Vorsicht walten lassen. Die FSS führte einen Fall an, in dem ein Investor in den Siebzigern eine Beschwerde einreichte und behauptete, die Empfehlung eines Verkaufsmitarbeiters zum Kauf 30-jähriger Staatsanleihen sei aufgrund des Alters des Anlegers ungeeignet gewesen. Die Aufsichtsbehörde betonte, dass Anleihen mit langer Restlaufzeit bei einem vorzeitigen Verkauf zu unerwarteten Verlusten führen können, und Anleger ohne ausreichende feste Einkünfte oder die möglicherweise dringend Geld für medizinische oder Pflegekosten benötigen, müssen die Möglichkeit eines vorzeitigen Verkaufs in Betracht ziehen.
Die FSS betonte, dass Leitzinssenkungen nicht direkt zu Kurssteigerungen bei Anleihen führen. Anleihenkurse werden eher durch die Marktzinsen als durch die Leitzinsen bestimmt, sodass die Kurse von Anleihen selbst bei sinkenden Leitzinsen fallen können, wenn die Marktzinsen steigen. Laut der Aufsichtsbehörde sank der Leitzins Südkoreas von 2,75 % Ende des ersten Quartals 2025 auf 2,50 % Ende des zweiten Quartals, aber die Renditen 30-jähriger Staatsanleihen stiegen im dritten Quartal auf 2,80‑2,95 % und im vierten Quartal auf 3,10‑3,20 %.
Beim außerbörslichen Handel mit Anleihen (OTC) müssen Anleger die Differenz zwischen Fair-Value-Sätzen und tatsächlichen Handelsrenditen überprüfen. Wertpapierfirmen können beim Verkauf von OTC-Anleihen Kaufzinsen anbieten, die unter den Fair-Value-Sätzen liegen, wobei Personalkosten, IT-Ausgaben und andere Kosten einkalkuliert werden. In solchen Fällen kaufen Anleger Anleihen zu Preisen, die über den Fair-Value-Bewertungen liegen, was als anfängliche Bewertungsverluste erscheinen kann. Die FSS erklärte, dass Anleger bei OTC-Anleiheninvestitionsentscheidungen die Differenz zwischen Fair-Value-Sätzen und Handelsrenditen berücksichtigen müssen und prüfen müssen, ob Anleihen mit identischen oder ähnlichen Konditionen an Börsen gehandelt werden. Börsengehandelte Anleihen können über die Home-Trading-Systeme der Finanzfirmen, mobile Handelssysteme oder das Informationsdaten-System der Korea Exchange (KRX) überprüft werden, wobei ein Börsenhandel schwierig sein kann, wenn die Geld-Brief-Spanne nicht reibungslos zustande kommt. Die Aufsichtsbehörde plant, weiterhin Leitlinien zu Streitfällen bei Finanzanlageprodukten und Vorsichtsmaßnahmen für Anleger bereitzustellen und bei Bedarf durch institutionelle Verbesserungen den Anlegerschutz zu stärken.
Warum können Staatsanleihen trotz niedriger Risikobewertungen Verluste verursachen?
Staatsanleihen werden aufgrund des minimalen Kreditrisikos eines Emittentenausfalls als risikoarm eingestuft, aber bei vorzeitigem Verkauf können die Kurse bei steigenden Marktzinsen fallen, was zu Verlusten für die Anleger führt.
Wie viel können Anleger von 30-jährigen Anleihen verlieren, wenn die Marktzinsen steigen?
Laut dem Beispiel der FSS könnte eine 30-jährige Anleihe mit einem Nennwert von 10.000 Won und einem Nennwert-/Kaufzins von 3 % bei einem Anstieg der Marktzinsen um 1 Prozentpunkt Verluste von rund 17 % erleiden.
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