Die Financial Services Authority (MFSA) von Malta eröffnete am 12. Juni 2026 eine öffentliche Konsultation und fragte, ob DeFi-Protokolle (dezentralisierte Finanzprotokolle), die zentralisierte Merkmale beibehalten, unter die Verordnung „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) der Europäischen Union fallen sollten. Die Antworten sind bis zum 10. Juli fällig. Die Konsultation prüft die Reichweite der in MiCA vorgesehenen Ausnahme für vollständig dezentrale Services, die die MFSA als Grundlage dafür nennt, dass die meisten DeFi-Protokolle diesen Maßstab nicht erfüllen, weil sie Administrator-Keys behalten, konzentrierte Governance-Strukturen, Upgrade-Rechte und die Kontrolle über Benutzeroberflächen. MiCA-Ziffer 22 schließt zwar Krypto-Asset-Dienstleistungen aus, die ohne jeden Intermediär erbracht werden, doch die Regulierung bietet keinen klaren Test dafür, wann ein Protokoll als vollständig dezentral gilt. Daher schlägt die MFSA ein Framework für eine Einzelfallprüfung vor.
Ziffer 22 der MiCA stellt Dienstleistungen, die ohne jeden Intermediär arbeiten, außerhalb der Regulierung. Das Diskussionspapier der MFSA sagt, dass die Beurteilung, ob ein Protokoll diese Schwelle überschreitet, eine Einzelfallprüfung seiner Governance-, Betriebs- und Kontrollmerkmale erfordert. Das Papier stützt sich auf die MiCA-Überprüfungskonsultation der Europäischen Kommission und führt Indikatoren unvollständiger Dezentralisierung auf: ein identifizierbarer Intermediär, Kontrolle durch Admin-Keys über zentrale Funktionen, konzentrierte Macht in der Governance, die Verwahrung von Nutzer-Assets durch das Protokoll, das Fehlen von Open-Source-Code sowie Marketing durch eine identifizierbare Einheit. Die MFSA fragt, ob Dezentralisierung eher als Spektrum als als binärer Zustand behandelt werden sollte.
Das Diskussionspapier schlägt vor, dass autorisierte Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen, die DeFi-Komponenten integrieren, Smart-Contract-Audits, Governance-Reviews und Risikoanalysen durchführen sollten. Die MFSA betont, dass das Papier keine politische Position festlegt und dass ihre Vorschläge unverbindlich bleiben. Die Übung baut auf einer Erfolgsbilanz auf, die Malta zu einer zentralen EU-Lizenzierungsbasis gemacht hat. Dort erhielt Blockchain.com eine EU-weite Genehmigung durch die MFSA, um Custody- und Wallet-Services im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum anzubieten.
Die MFSA verweist auf das Prinzip der Financial Action Task Force („same risk, same rule“), wonach Personen, die die Kontrolle über ein Protokoll ausüben, als Anbieter von virtuellen Vermögenswertdiensten in Frage kommen können. Unter Bezugnahme auf FATF- und Chainalysis-Zahlen hält das Papier fest, dass Stablecoins im Jahr 2025 für rund 84 Prozent des illegalen Volumens an virtuellen Asset-Transaktionen verantwortlich waren. Der Regulator weist darauf hin, dass dieses Risiko umso schärfer wird, je mehr lizenzierte Akteure – wie BVNK – Stablecoin-Infrastruktur über den EWR unter MiCA „passporten“.
Das Papier sondiert Strukturen, die DeFi-Projekten möglicherweise eine klarere rechtliche Grundlage geben könnten. Zu den Optionen gehört, softwarebasierte Organisationen als eigene Rechtskategorie anzuerkennen und dezentrale autonome Organisationen als eine Art darin zu behandeln. Abgetrennte Zellen-Gesellschaften werden als zweite Option genannt: dabei werden Assets über interne Zellen hinweg separiert, die der On-Chain-Modularität entsprechen. Die MFSA warnt jedoch, dass eine zentrale Einheit selbst als Indiz für Zentralisierung gelesen werden könnte. Guardian Agents und Account Abstraction runden die Überprüfung ab. Der Regulator stellt die Frage, wann die Autorität eines Guardian-Agenten zu effektiver Kontrolle wird, und argumentiert, dass ein Anbieter, der in einem Smart-Contract-Account Signaturgewicht hält oder Logik zur Validierung kontrolliert, möglicherweise Custody ausübt – eine Form von Verwahrung, die von MiCA erfasst wird.
Die Konsultation endet am 10. Juli. Die MFSA wird Feedback prüfen, bevor sie entscheidet, ob sie detaillierte Vorschläge ausarbeitet. Die Konsultation findet inmitten eines EU-Aufsichtsstreits statt: nachdem die MFSA die Forderungen zurückgewiesen hatte, die Krypto-Überwachung an die ESMA zu übergeben, und die ESMA ihre Befugnisse über Krypto-Handelsplattformen ausweiten will.
Was hat Maltas MFSA am 12. Juni 2026 zu DeFi-Protokollen vorgeschlagen?
Die Financial Services Authority (MFSA) von Malta eröffnete am 12. Juni 2026 eine öffentliche Konsultation und fragte, ob DeFi-Protokolle (dezentralisierte Finanzprotokolle), die zentralisierte Merkmale beibehalten – etwa Administrator-Keys, konzentrierte Governance und die Kontrolle über Benutzeroberflächen – unter die Verordnung „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA) der EU fallen sollten. Die Konsultation schließt am 10. Juli.
Warum schafft die MiCA-Ausnahme für dezentrale Services Unsicherheit für DeFi-Protokolle?
MiCA-Ziffer 22 schließt Krypto-Asset-Dienstleistungen aus, die ohne jeden Intermediär erbracht werden, doch die Regulierung bietet keinen klaren Test dafür, wann ein Protokoll als vollständig dezentral gilt. Die MFSA weist darauf hin, dass die meisten DeFi-Protokolle Merkmale wie Admin-Keys und konzentrierte Governance beibehalten, was sie in den regulatorischen Rahmen hineinziehen könnte.
Welchen Anteil am Volumen illegaler Transaktionen mit virtuellen Assets machten Stablecoins 2025 aus?
Unter Bezugnahme auf FATF- und Chainalysis-Zahlen hält das Diskussionspapier der MFSA fest, dass Stablecoins im Jahr 2025 für rund 84 Prozent des illegalen Volumens an virtuellen Asset-Transaktionen verantwortlich waren.
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