
Laut Forbes warnte Lori Greiner, Star aus „Shark Tank“, am vergangenen Wochenende in einem Instagram-Post, dass das Gmail-KI-Tool standardmäßig E-Mails scannt. Google hat daraufhin ein Update vorgenommen und betont, dass Gemini keine Nutzer-E-Mails zur Schulung von KI-Modellen verwendet und nach der Verarbeitung keine Daten speichert.
Um die Gmail-KI-Scan-Funktion zu deaktivieren, musst du im Gmail-Einstellungsbereich „Intelligente Funktionen und Personalisierung“ die folgenden beiden Einstellungen ausschalten:
Intelligente Funktionen (Smart features): steuert die KI-Assistenztools von Gemini, darunter smarte Antworten, E-Mail-Zusammenfassungen und smarte Suche
Personalisierung (Personalization): steuert, ob Gmail anderen Google-Produkten Zugriff auf deine E-Mail-Daten erlauben darf
Wichtiger Hinweis: Nach der Deaktivierung kannst du keine neuen KI-Upgrade-Funktionen nutzen. Google weist darauf hin, dass du für eine erneute Aktivierung nach der Deaktivierung einen bestimmten Reset- bzw. Neu-Set-up-Schritt durchführen musst und nicht einfach wie bei normalen Funktionen jederzeit hin- und herschalten kannst.
Google nennt im Zuge dieses Updates zwei zentrale Zusicherungen: Erstens, dass dieses KI-Upgrade „niemals Nutzer-E-Mail-Inhalte zur Schulung seiner KI-Modelle verwendet“; zweitens, dass das Gemini in Gmail „so konzipiert ist, dass es sicher im Postfach läuft, nur die Inhalte verarbeitet, die der Nutzer anfordert, danach das Postfach wieder verlässt und anschließend keine Daten zurückbehält.“
Google betont außerdem, dass diese Funktionen für alle Nutzer optional sind, aber standardmäßig aktiviert. Nutzer müssen zum Deaktivieren aktiv in die Einstellungen gehen und die Änderung selbst vornehmen; das System macht keine automatische Benachrichtigung.
Auch wenn Lori Greiners viraler Post sich auf das Gmail-E-Mail-Scanning fokussiert, sollte das parallel eingeführte Update „Persönliche Intelligenz“ (Personal Intelligence) besonders sorgfältig geprüft werden. Diese Funktion scannt über mehrere Google-Plattformen hinweg verschiedene Arten von Nutzerdaten, erstellt ein umfassendes Kontextmodell für den Alltag der Nutzer und ermöglicht es den Nutzern, auszuwählen, ob andere Anwendungen mit Gemini verbunden werden dürfen. Der Umfang der Datenerhebung geht deutlich über einen reinen E-Mail-Scan hinaus, und die Funktion ist bereits für Millionen von Nutzern verfügbar.
Zudem wurden zur gleichen Zeit von Datenschutzforschern Enthüllungen veröffentlicht, wonach der Chrome-Browser ohne Information der Nutzer stillschweigend etwa 4GB des Gemini-Nano-Modells herunterlädt. Diese Vorfälle deuten gemeinsam darauf hin, dass Google beim großflächigen Einsatz von KI-Funktionen systematische Lücken bei der aktiven Information der Nutzer aufweist.
Google garantiert eindeutig, dass das Gmail-KI-Update nicht dazu verwendet wird, Nutzer-E-Mail-Inhalte zur Schulung von KI-Modellen einzusetzen. Das Designprinzip von Gemini in Gmail lautet: Es verarbeitet nur die relevanten E-Mails, wenn der Nutzer eine konkrete Anfrage stellt. Nach der Verarbeitung werden keine Daten gespeichert, und die Berechnungen von Gemini werden nicht in die Cloud übertragen.
Nach der Deaktivierung verlierst du Gemini-gesteuerte Vorschläge für smarte Antworten, automatische E-Mail-Zusammenfassungen, smarte Suche sowie den Personalisierungsdienst, der es anderen Google-Produkten erlaubt, auf deine E-Mail-Daten zuzugreifen. Laut Google musst du für eine erneute Aktivierung nach der Deaktivierung einen bestimmten Reset- bzw. Neu-Set-up-Schritt durchführen, nicht einfach direkt wieder einschalten.
Beides sind unabhängige, aber thematisch zusammenhängende Ereignisse zur gleichen Zeit bei Google. Das Gemini-Nano in Chrome wird hauptsächlich für sicherheitsbezogene Funktionen auf dem Gerät genutzt (z. B. Betrugserkennung), während die Gemini-Funktionen in Gmail auf KI-Assistenz im Postfach fokussieren. Zusammen führen beide Punkte zu breiter Kritik von außen, dass Google KI-Funktionen in großem Umfang auf Geräten und Konten ausrollt, ohne die Nutzer ausreichend zu informieren.
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