LG CNS, der IT-Dienstleistungsarm der LG Group in Südkorea, hat laut The Korea Herald seine PhysicalWorks-Plattform vorgestellt, um gemischte Robot-Flotten über eine einzige, einheitliche Software-Ebene zu trainieren und zu verwalten. Bei einer Vorführung bewegten vier Roboter von Unitree, Deep Robotics, Dexmate und Bear Robotics Kisten, ohne Fernsteuerung, und schafften dabei einen Übergabeschritt über zwei bis drei Meter innerhalb von 90 Sekunden. Das Unternehmen sagte, das System kombiniere Simulation und Videotraining mit Software, die die Arbeit in Echtzeit neu zuweist, einschließlich der Möglichkeit, die Ausrüstung in Notfällen zu wechseln – etwa als es einen Vierrad-Roboter auf Patrouillenaufgaben umleitete und dessen Aufgabe einem Bear-Robotics-Wagen neu zuwies.
Das PhysicalWorks-System verwaltet Roboter verschiedener Hersteller über eine einzige Steuerebene und adressiert damit einen fragmentierten Markt, in dem Maschinen unterschiedlicher Anbieter normalerweise eine individuelle Engineering-Arbeit benötigen, um gemeinsam zu funktionieren. Laut der Quelle könnte dieser einheitliche Ansatz die Einführung von Automatisierung erleichtern: Unternehmen könnten den jeweils besten Roboter für jede Aufgabe auswählen, ohne an ein einzelnes Anbieter-Ökosystem gebunden zu sein.
LG CNS berichtete, dass die Plattform die Zeit für den Robotereinsatz von mehreren Monaten auf etwa ein bis zwei Monate verkürzen kann. Das Unternehmen betreibe derzeit mehr als 20 Proof-of-Concept-Projekte, wobei ein Executives darauf hinwies, dass die Umsatzgenerierung ein bis zwei Jahre dauern könne.
Der Start von PhysicalWorks baut auf den vier Jahrzehnten Erfahrung von LG CNS als Systemintegrator im Fertigungssektor auf. Das Unternehmen investierte 40 Jahre in den Aufbau von IT-Infrastruktur für Hersteller, darunter Expertise beim Verknüpfen von Legacy-Produktionssoftware – ein Vorteil, den das Unternehmen als relevant für die Integration moderner Robotik betrachtet.
PhysicalWorks baut auf bestehenden LG-CNS-Tools wie Real Time Dispatcher (RTD) auf, der Aufgabenprioritäten und Logistik-Bewegungsbedingungen in Echtzeit festlegt. RTD kann außerdem Logistikequipment steuern, darunter Automated Guided Vehicles (AGVs), also fahrerlose Fahrzeuge, die dazu genutzt werden, Material in Fabriken zu bewegen.
Die Plattform integriert ein Robot Foundation Model (RFM), das im Rahmen der Partnerschaft von LG CNS mit Skild AI entwickelt wurde – einem US-Startup, das KI-Systeme für Roboter baut. Das RFM soll Roboter anpassungsfähiger machen, indem es ihnen erlaubt, aus Foto- und Videodaten am Arbeitsplatz zu lernen, und sie dann autonom handeln lässt, anstatt für jede Aktion auf eine jobspezifische Entwicklung oder eine direkte Steuerung in jedem Schritt angewiesen zu sein.
Die Vorbereitung von LG CNS auf den Launch umfasste eine 11-monatige Entwicklungsphase, in der das Unternehmen in Skild AI investierte und eine Beteiligung an dem Robotik-Unternehmen Dexmate erwarb.
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