Der Asset-Management-Riese an der Wall Street, Franklin Templeton, bringt eine eigene Kryptowährungs-Sparte an den Start, während das Unternehmen seinen Vorstoß in digitale Vermögenswerte vertieft – mit einem geplanten Erwerb der Krypto-Investmentfirma 250 Digital als Grundlage.
Die neue Einheit, genannt Franklin Crypto, wird das Team von 250 Digital sowie dessen liquide Krypto-Strategien – zuvor von CoinFund verwaltet – unter einer einzigen Struktur zusammenführen, die auf institutionelle Anleger ausgerichtet ist, so das Unternehmen am Mittwoch.
Der frühere CoinFund-Manager Christopher Perkins wird die Division leiten, während Seth Ginns als Chief Investment Officer fungiert, gemeinsam mit dem Franklin-Templeton-Digital-Assets-Executive Tony Pecore. Die Gruppe wird Sandy Kaul berichten, die Innovationschefin des Unternehmens.
Die Maßnahme baut auf dem bestehenden Geschäft von Franklin Templeton mit digitalen Vermögenswerten auf, das etwa 1,8 Milliarden US-Dollar verwaltet, und signalisiert eine Verschiebung hin dazu, neben den aktuellen Produkten auch stärker aktive Krypto-Investitionsstrategien anzubieten.
„Das ist eine aufregende Ergänzung für Franklin Templeton“, sagte CEO Jenny Johnson und fügte hinzu, dass die Transaktion die Fähigkeit des Unternehmens stärkt, weltweit fokussierte Krypto-Kompetenz für Kunden bereitzustellen.
Der Start von Franklin Crypto spiegelt einen breiteren Trend großer Vermögensverwalter wider: Sie gehen über passive Exposition hinaus – etwa in Form von Exchange Traded Funds – und bauen stattdessen interne Fähigkeiten auf.
Perkins sagte, das Vorhaben sei darauf ausgerichtet, diese Nachfrage zu bedienen. „Der institutionelle Moment für Krypto ist da“, sagte er und verwies auf das wachsende Interesse großer Investoren, die eine strukturierte Exposition gegenüber digitalen Vermögenswerten suchen.
Die Transaktion beinhaltet außerdem ein experimentelles Element: Ein Teil der Gegenleistung wird in BENJI-Tokens gezahlt, die mit dem On-Chain U.S. Government Money Fund von Franklin Templeton verknüpft sind. Der Fonds nutzt Blockchain-Infrastruktur, um Transaktionen zu verarbeiten und Eigentum zu erfassen.
Dieser Ansatz deutet auf erste Schritte hin, um Fusionen und Übernahmen mithilfe tokenisierter Vermögenswerte durchzuführen, wobei die Abwicklung direkter über Blockchain-Schienen erfolgt.
Der Erwerb soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich Genehmigungen und weiterer Bedingungen. Finanzielle Konditionen wurden nicht offengelegt.