Ein hochrangiger Beamter der australischen Aufsichtsbehörde für Unternehmen hat vorgeschlagen, dass Blockchain- und Kryptowährungstechnologien bei der Ausarbeitung von Finanzvorschriften nicht als eigenständige Asset-Klasse behandelt werden sollten, da sie im Wesentlichen die gleichen wirtschaftlichen Funktionen wie die bestehende Finanzinfrastruktur erfüllen.
Bei einer Veranstaltung der Finanzbranche sagte Rhys Bollen, Leiter Fintech bei der Australian Securities and Investments Commission (ASIC), dass Blockchain-Technologie zwar neue technische Methoden für Transaktionen einführt, die zugrunde liegenden finanziellen Aktivitäten jedoch weitgehend unverändert bleiben.
Laut Bollen ähneln digitale Vermögenswerte und blockchain-basierte Systeme im Wesentlichen traditionellen Finanzdienstleistungen wie Zahlungen, Handel, Kapitalbeschaffung und Vermögensübertragungen.
Diese Funktionen sind bereits durch bestehende Regulierungsrahmen abgedeckt; er schlug vor, dass Regulierungsbehörden sich auf den wirtschaftlichen Zweck einer Aktivität konzentrieren sollten, anstatt auf die verwendete Technologie.
Die Kommentare kommen, während politische Entscheidungsträger in Australien und anderen Ländern weiterhin darüber debattieren, wie der sich schnell entwickelnde digitale Vermögenswertsektor am besten reguliert werden kann.
Einige Gesetzgeber haben vorgeschlagen, völlig neue Regulierungsbereiche für Krypto zu schaffen, während andere die Anpassung bestehender Finanzgesetze zur Abdeckung blockchain-basierter Dienste befürworten.
Bollen betonte, dass Blockchain-Technologie als eine neue Art von Infrastruktur betrachtet werden sollte, anstatt eine grundlegend andere Asset-Klasse zu sein.
Seiner Ansicht nach sind viele kryptobasierte Produkte einfach digitale Versionen traditioneller Finanzinstrumente oder -dienstleistungen, die Regulierungsbehörden bereits verstehen.
Beispielsweise könnten tokenisierte Wertpapiere unter die bestehenden Wertpapiergesetze fallen, während Stablecoins, die Zahlungen erleichtern, möglicherweise unter Rahmenbedingungen reguliert werden, die für Zahlungssysteme entwickelt wurden.
Die Regulierung anhand der Funktion eines Produkts statt seiner technologischen Struktur könnte dazu beitragen, eine konsistentere Überwachung der Finanzmärkte zu schaffen.
Dieser Ansatz spiegelt auch einen breiteren regulatorischen Trend wider, hin zu technologie-neutralen Politiken, bei denen Gesetze so gestaltet sind, dass sie finanzielle Risiken unabhängig von Plattform oder Infrastruktur adressieren.
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