Der niederländische Chipanlagenhersteller ASML plant, die Produktion von EUV (EUV)-Lithografiemaschinen mit extremer Ultraviolettstrahlung im Jahr 2026 um etwa 36% zu erhöhen, angetrieben durch die steigende Nachfrage aufgrund der Expansion von KI-Rechenzentren, laut den neuesten Leitlinien des Unternehmens.
ASML will 2026 mindestens 60 Standard-EUV-Systeme herstellen und 80 im Jahr 2027, im Vergleich zu seiner historischen Produktionsrate von 40 bis 50 Systemen pro Jahr. Das Unternehmen hat seine Umsatzprognose für 2026 auf 40 Milliarden Euro (US$46.9 Milliarden) angehoben, von 36 Milliarden Euro (US$42.2 Milliarden) am 15. April. ASML plant außerdem, 2026 2,2 Milliarden US$ in Einrichtungen und Infrastruktur zu investieren, was einem Anstieg von 20% gegenüber dem Vorjahr entspricht, da das Unternehmen laut Christophe Fouquet, CEO von ASML, vermeiden will, zum Engpass für Kunden zu werden.
High-NA EUV-Systeme treiben das Umsatzwachstum
Die Umsatzexpansion von ASML geht über höhere Versandmengen von Standard-EUV-Maschinen hinaus. Das Unternehmen bringt High-NA-EUV-Systeme in den Markt, eine fortschrittliche Form der EUV-Technologie, die kleinere, leistungsstärkere Chips für KI-Anwendungen erzeugt. Jedes High-NA-Tool kostet mehr als 350 Millionen Euro (US$410 million).
Diese höhermargige Produktlinie findet zunehmend breitere kommerzielle Akzeptanz. Intel hat die Abnahmetests für seine ersten High-NA-Systeme für die Serienproduktion abgeschlossen, während Samsung damit begonnen hat, High-NA-Systeme für seine anstehenden Chipfertigungsoperationen im 2-Nanometer-Bereich zu erhalten. Über Logikchip-Hersteller hinaus erweitern die Speicherhersteller SK Hynix und Micron ihre EUV-Kapazitäten für High Bandwidth Memory (HBM), einen Speichertyp, der in KI-Servern verwendet wird.
ASMLs Produktionskapazität prägt das Tempo globaler KI-Infrastruktur
Während ASML erklärt, dass es nicht zu einem Engpass werden will, bleibt die EUV-Ausgabe des Unternehmens ein begrenzender Faktor dafür, wie schnell sich die globale KI-Computing-Kapazität ausweiten kann. Diese Position verschafft ASML einen erheblichen Einfluss auf die Zeitpläne für die Infrastruktur. Rekordhohe Netto-Buchungen spiegeln die Expansionspläne von KI-Rechenzentren bei großen Technologiefirmen wider—Microsoft, Meta, Alphabet und Amazon—durch Bestellungen, die bei Chipmachern aufgegeben wurden. Der Auftragsbestand und das Backlog von ASML geben Aufschluss über Trends bei den Ausgaben für KI-Infrastruktur, die sich über mehrere Jahre erstrecken können.
Die Auswirkungen der Produktionsbeschränkungen von ASML reichen nach oben durch und betreffen Rechenzentrumsprojekte, Verträge zur Strombeschaffung und Planungen zur Stromerzeugung, die alle von modernsten Chips abhängen, für deren Herstellung EUV-Tools erforderlich sind.
Rückläufige China-Exponierung erwartet
ASML erwartet eine geringere Exponierung gegenüber China im Jahr 2026. Das Unternehmen geht davon aus, dass China 2026 etwa 20% seines Umsatzes ausmachen wird, gegenüber 33% im Jahr 2025 rückläufig, unabhängig von etwaigen zusätzlichen US-Beschränkungen.