Laut Reuters hat Anthropic zugestimmt, über fünf Jahre 200 Milliarden US-Dollar in Google Cloud zu investieren. Das Commitment entspricht mehr als 40% des von Alphabet offengelegten Cloud-Umsatz-Backlogs und die Alphabet-Aktien stiegen nach der Ankündigung im erweiterten Handel um rund 2%.
Vertragsdetails und Auswirkungen auf Alphabet
Das fünfjährige Commitment unterstreicht die steigende Nachfrage von Anthropic nach Rechenkapazität. Alphabet investiert zudem separat bis zu 40 Milliarden US-Dollar in das Startup und stärkt damit die Beziehung zwischen dem Cloud-Provider und dem KI-Unternehmen.
Verwandte Infrastruktur-Vereinbarungen
Anthropic hat außerdem im April eine Vereinbarung mit Google und Broadcom für mehrere Gigawatt Tensor Processing Unit (TPU)-Kapazität unterzeichnet, die ab 2027 bereitgestellt werden sollen. Diese Ausgestaltung ergänzt das umfassendere Google-Cloud-Commitment und signalisiert eine langfristige Infrastrukturplanung.
Multi-Cloud-Strategie und Umsatzwachstum
Trotz des Google-Commitments verfolgt Anthropic weiterhin einen diversifizierten Cloud-Ansatz. Amazon bleibt der wichtigste Cloud-Provider und Trainingspartner von Anthropic. Das Startup verteilt Claude auf Googles Tensor Processing Units (TPUs), Amazons Trainium-KI-Chips und NVIDIA-Grafikprozessoren (GPUs) und weist jeweils jede Workload der Hardware zu, die am besten für die Aufgabe geeignet ist.
Der Rechenbedarf von Anthropic wächst parallel zum Unternehmenswachstum. Der jährliche Umsatztrend des Unternehmens stieg von rund 9 Milliarden US-Dollar zum Ende 2025 auf mehr als 30 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026.
Einordnung in den breiteren Cloud-Markt
Der Deal mit Anthropic zeigt die zunehmende Konkurrenz um KI-Infrastruktur. Große Cloud-Unternehmen wie Microsoft, Amazon, Google und Oracle planen, im Geschäftsjahr 2025 mehr als 320 Milliarden US-Dollar für Capex auszugeben. Diese Investitionen hängen mit erheblichen vertraglich gesicherten künftigen Erlösen zusammen: Microsoft weist 627 Milliarden US-Dollar an verbleibenden kommerziellen Performance-Verpflichtungen (RPO) aus, während Alphabet einen Backlog von etwa 462 Milliarden US-Dollar nennt.
Das Ausmaß der erforderlichen Investitionen schafft erhebliche Markteintrittsbarrieren. Nur die größten Unternehmen können die Infrastruktur finanzieren, die die KI-Firmen benötigen, wodurch sie typischerweise an längere Verträge gebunden werden. Marktforschungsprojektionen zufolge wird der Markt für KI-Infrastruktur bis 2035 auf 947,46 Milliarden US-Dollar anwachsen.