Am 23. Juni reichte Alibaba eine Klage vor einem US-Bundesgericht ein, um die Entscheidung des Pentagon anzufechten, den E-Commerce- und Cloud-Services-Konzern als chinesisches Militärunternehmen zu listen. Das Unternehmen möchte die Einstufung rückgängig machen und argumentiert, die Aufnahme in die Blacklist des Verteidigungsministeriums beruhe weder auf einer tragfähigen Tatsachengrundlage noch auf einer rechtlichen Basis und habe zu erheblichen Reputations- und Geschäftsschäden geführt.
Das Pentagon hatte seine Liste „Chinese Military Companies“ am 8. Juni erweitert und mehrere Firmen hinzugefügt, um die Gesamtzahl auf 188 zu bringen. Alibaba wurde aufgenommen, weil angebliche Verbindungen zum chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie sowie indirekte Beziehungen zur staatlichen Aufsicht über Vermögenswerte und deren Verwaltung (State-owned Assets Supervision and Administration Commission) behauptet werden. Das Unternehmen bestreitet diese Vorwürfe und erklärt, es werde von einem unabhängigen Vorstand gesteuert, habe keine militärischen Verbindungen und sei in den Bereichen Handel, Logistik und Enterprise-IT tätig. Alibabas ADR (BABA-US) fiel am Dienstag um über 2 % auf 102,58 US-Dollar und sank damit im bisherigen Jahresverlauf um 34,13 %.