Laut Angaben von Intel-CEO Chen Lifuwu und aktuellen Berichten großer Investmentbanken durchläuft der Markt für KI-Beschleunigerchips einen strukturellen Wandel weg von der Nvidia-GPU-Zentrik. In den letzten Wochen ist das Verhältnis von CPU- zu GPU-Rechenleistung in KI-Workloads von dem traditionellen Niveau von 1:8 auf ungefähr 1:1 gestiegen – angetrieben durch den Übergang von generativer KI zu Anwendungen autonomer Agenten. Dieser Wandel spiegelt eine grundlegende Änderung wider: Agenten arbeiten mit Latenzen auf Nanosekunden-Niveau und mit einer Token-Nutzung, die bis zu 1.000-mal höher ist als bei einzelnen Inferenzaufgaben. Dadurch ist eine deutlich höhere CPU-Verarbeitung für Task-Orchestrierung, Datenbewegung und Speicherkoordination erforderlich.
Die Finanzperformance spiegelt diesen Trend wider. Intels Umsatz im Segment Data Center und KI stieg im 1. Quartal 2026 um 22 Prozent, während AMD seine Wachstumsprognose für den Server-CPU-Markt 2025 bis 2030 von 18 Prozent auf 35 Prozent pro Jahr anhob. Bernstein prognostiziert, dass der globale Markt für Server-CPUs von 137 Milliarden US-Dollar auf 223 Milliarden US-Dollar bis 2030 anspringen wird. Unterdessen geht JPMorgan davon aus, dass maßgeschneiderte KI-Chips von Google, Amazon, Meta und Microsoft Nvidias Allzweck-GPUs bis 2027 übertreffen werden.