Schweizer Kirche fördert ‘AI Jesus’ zur Unterstützung der Beichte, Gläubige beteiligen sich an Experimenten
In der Peter-Kirche in Luzern, Schweiz, läuft ein beispielloses Technologieexperiment still ab.
Laut einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian wird die historische kleine Kirche das Beichtzimmer in einen technologisch geprägten Gesprächsraum umwandeln, in dem Gläubige mit einem KI-Jesus interagieren können.
Warum sollte AI Jesus bei der Beichte helfen? Der theologische Assistent der Peterskirche, Marco Schmid, sagte, es handele sich lediglich um ein Experiment, um zu verstehen, wie die Menschen auf Gespräche mit AI Jesus reagieren.
Das Experiment namens ‘Deus in Machina’ wurde im August dieses Jahres offiziell gestartet.
Während des zweimonatigen Experiments kamen tatsächlich über 1.000 Menschen, darunter Muslime, Touristen und sogar Besucher aus China und Vietnam, um mit dem KI-Jesus zu sprechen.
Welche Technologien stehen hinter dem AI Jesus? Kann es Hunderte von Sprachen beherrschen?
Laut einem Bericht der Associated Press ist die Technologie hinter AI Jesus ziemlich komplex. Das Technik-Team nutzte zunächst das GPT-4o-Sprachmodell von OpenAI und Whisper für die Sprachverarbeitung von Open Source, während ein weiterer AI-Video-Generator namens Heygen für die Erstellung von AI Jesus 'Stimme und Bildern verantwortlich war.
Mit Hilfe des Sprachmodells kann dieser KI-Jesus in fast hundert Sprachen kommunizieren, darunter Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch usw., und er kann fast jede Frage beantworten, von Liebe, Jenseits bis hin zu Krieg und Leid, sogar sensiblen Themen in der Kirche wie sexuellem Missbrauch und Homosexualität, und erhält sofortige Antworten.
Das Bild von AI Jesus entspricht im Wesentlichen dem klassischen Aussehen in Gemälden und Filmen. Wenn Sie das Beichtzimmer betreten, wird er Sie bitten, einer Erklärung zuzustimmen, dass Sie keine persönlichen Informationen preisgeben und das Risiko selbst tragen müssen.
Quelle: Die Schweizer Kathedrale der Associated Press bietet experimentelle AI-Jesus-Beichtdienste an.
Im Westen gibt es KI-Jesus, im Osten gibt es KI-Buddha.
Der Versuch, KI in den religiösen Bereich zu integrieren, beschränkt sich nicht nur auf westliche Glaubensrichtungen. Schon im Jahr 2023 gab es in Japan einen KI-Buddha namens “HOTOKE AI”, der bereits an vorderster Front im religiösen Bereich steht.
Im Gegensatz zu Experimenten in der Schweiz ist Japans HOTOKE AI noch populärer und wird sogar als “Meister der Internet-Hühnersuppenliteratur” bezeichnet, der scheinbar vernünftige, aber tiefe Ratschläge bietet.
Der Entwickler von AI Buddha ist Kazumi Ie, der sagte, er habe bereits über 200.000 Fragen erhalten und könne auf kleinliche Alltagsfragen ebenso wie auf komplexe philosophische Fragen des Lebens antworten. Dies ist jedoch nur ein neuartiges Werkzeug und kann keine professionellen Berater wie psychologische Berater oder sogar echte Geistliche ersetzen.
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Braucht die Menschheit wirklich KI, um zu verstehen?
In Bezug auf dieses wundersame Experiment von Technologie und Glauben sind die Experten unterschiedlicher Meinung.
Der US-amerikanische KI-Experte und Experte der gemeinnützigen Organisation für Glauben, Kenneth Cukier, ist der Meinung, dass es gut ist, wenn KI den Menschen hilft, sich selbst besser kennenzulernen, aber eine übermäßige Abhängigkeit von KI kann die Menschen von tieferen und wahrhaftigeren geistigen Bestrebungen entfernen.
Der theologische Assistent der Peterskirche sagte, dass er die KI-Jesus nicht sofort im Beichtstuhl einsetzen würde, obwohl das Experiment recht erfolgreich war. Statistiken zeigen, dass etwa zwei Drittel der Teilnehmer dies als eine “spirituelle Erfahrung” betrachteten, aber einige glaubten, dass es sinnlos sei, mit einer Maschine zu sprechen.
Um künstliche Intelligenz zu verwalten, um ihr Leben zu bereichern und nicht auszubeuten, hat der Vatikan einen Experten mit Ingenieurhintergrund als Berater eingestellt. Papst Franziskus forderte in diesem Jahr die Ausarbeitung eines internationalen Vertrags, um sicherzustellen, dass die AI-Technologie unter ethischen Bedingungen eingesetzt wird.
Und dieses Experiment des ‘AI-Gottes’ ist vielleicht gerade ein interessanter Versuch, die Grenze zwischen Technologie und Glauben auszuloten.
„Priester arbeitslos? Schweizer Kirche experimentiert mit „AI Jesus“ Beichte und spricht 100 Sprachen“ Dieser Artikel wurde zuerst in „Verschlüsselung Stadt“ veröffentlicht.