
Morgan Stanley-Manager Nikolaos Panigirtzoglou und sein Analystenteam veröffentlichten am Mittwoch einen Bericht, in dem sie auf eine deutliche Divergenz bei den Kapitalflüssen in Bitcoin- und Gold-ETFs seit Ausbruch des Iran-Kriegs hinweisen. Der SPDR Gold Trust (GLD) verzeichnete einen Abfluss von etwa 2,7 %, während der BlackRock iShares Bitcoin Trust (IBIT) im gleichen Zeitraum einen Nettogeldzufluss von etwa 1,5 % verzeichnete.
(Quelle: Bloomberg)
Laut Morgan Stanley-Daten hat die Divergenz bei den ETF-Kapitalflüssen seit Ausbruch des Iran-Kriegs die relative Kapitalüberlegenheit des GLD gegenüber Bitcoin-ETFs seit Jahresbeginn praktisch umgekehrt, jedoch nicht die starken Überrenditen des Goldfonds im vierten Quartal 2025 aufgehoben.
Aus einer längeren Perspektive betrachtet, steht diese Kapitalverschiebung während des Krieges im Gegensatz zu den Trends der letzten etwa sechs Monate. Analysten weisen darauf hin, dass seit Oktober letzten Jahres insbesondere bei Privatanlegern Kapital vom Bitcoin in Gold umgeschichtet wurde, wobei IBIT einen deutlichen Kapitalabfluss verzeichnete, während der GLD große Zuflüsse erhielt.
In der Summe seit 2024 ist der Gesamtzufluss in IBIT etwa doppelt so hoch wie in GLD. Das Vermögensverwaltungsvolumen von IBIT erreichte im Juli letzten Jahres fast das von GLD, doch nach der Marktanpassung im Oktober letzten Jahres sank der Bitcoin-Preis, wodurch die Differenz zwischen beiden wieder größer wurde.
Hier sind die wichtigsten Signale, die Morgan Stanley-Analysten aus der Perspektive der institutionellen Positionen beobachtet haben:
Short-Positionen: Die Short-Positionen bei IBIT nehmen zu, während die bei GLD abnehmen, was auf eine Verringerung des Bitcoin-Exposures durch Hedgefonds und institutionelle Investoren hinweist und auf eine stärkere Positionierung in Gold schließen lässt. Dennoch bleiben die Short-Positionen bei IBIT insgesamt niedriger als bei GLD, was auf die längere Historie und tiefere institutionelle Nutzung von Gold hindeutet.
Optionsdaten: Das Verhältnis der offenen Kontrakte für Put- und Call-Optionen bei IBIT ist höher als bei GLD und besteht seit November letzten Jahres. Dies deutet darauf hin, dass die Nachfrage nach Abwärtsabsicherung bei Bitcoin-ETFs erstmals stärker ist als bei Gold-ETFs.
Komplexität der Strategien: Analysten weisen darauf hin, dass die zunehmende Nutzung von Optionen bei IBIT auf eine Verschiebung von einfachen directional bets hin zu komplexeren Absicherungsstrategien im Bitcoin-Markt hindeutet.
Morgan Stanley-Analysten haben zudem interessante Divergenzen auf mikrostruktureller Ebene bei beiden Asset-Klassen festgestellt.
Bedenken bei Gold: In den letzten Monaten stieg die implizite Volatilität der Optionen bei GLD stärker an als bei IBIT, was auf eine erhöhte Erwartung größerer Preisschwankungen bei Gold hindeutet. Das Hui-Heubel-Verhältnis, das die Marktliquidität und -breite misst, zeigt ebenfalls, dass die Marktbreite bei GLD stärker abgenommen hat als bei IBIT, was auf eine rückläufige Beteiligung am Gold-ETF-Markt hinweist.
Positives Signal bei Bitcoin: Im Vergleich dazu zeigt die Volatilität bei Bitcoin Anzeichen einer Verengung, was laut Morgan Stanley auf eine zunehmende institutionelle Beteiligung und eine Verbesserung der Marktliquidität hindeutet. Dies deutet auf eine allmähliche Reifung der Bitcoin-Marktstruktur hin.
Analysten bekräftigten zuvor ihr langfristiges Kursziel für Bitcoin von 266.000 USD, basierend auf einer Volatilitätsanpassung im Vergleich zu Gold. Zum Zeitpunkt des Berichts liegt Bitcoin bei 70.500 USD, nahezu unverändert innerhalb der letzten 24 Stunden.
Seit dem Iran-Krieg (27. Februar) verzeichnete der GLD einen Abfluss von etwa 2,7 % des verwalteten Vermögens, während IBIT im gleichen Zeitraum einen Nettogeldzufluss von etwa 1,5 % aufwies. Dies zeigt eine deutliche Positionsverschiebung der Investoren zwischen den beiden Asset-Klassen, die die relative Kapitalüberlegenheit des GLD gegenüber Bitcoin-ETFs Anfang 2026 umkehrt.
Das Verhältnis der Put- zu Call-Optionen bei IBIT ist höher als bei GLD und besteht seit November 2025. Das deutet darauf hin, dass institutionelle Investoren vermehrt nach Abwärtsabsicherung suchen, was erstmals eine stärkere Nachfrage nach Abwärtschutz bei Bitcoin-Optionen im Vergleich zu Gold-Optionen zeigt. Zudem weist es auf eine zunehmende Komplexität der Bitcoin-Optionsstrategien hin.
Morgan Stanley-Analysten sagen, dass die Volatilität bei Bitcoin Anzeichen einer Verengung zeigt, was auf eine tiefere institutionelle Beteiligung und eine Verbesserung der Marktliquidität hindeutet. Gleichzeitig ist die implizite Volatilität bei Gold-ETFs stärker gestiegen, was auf die Erwartung größerer kurzfristiger Preisschwankungen bei Gold hinweist.