Citi treibt die Bankifizierung von Bitcoin voran und integriert ein Vermögenssystem im Wert von 2,5 Billionen US-Dollar, mit Plänen, 2026 institutionelle Verwahrung und grenzüberschreitende Sicherheitenservices zu starten.
Der globale Finanzdienstleistungskonzern Citigroup (Citi) treibt die Expansion im Bereich digitaler Vermögenswerte aktiv voran und plant, Bitcoin ($BTC) tief in sein umfangreiches traditionelles Finanzsystem zu integrieren. Laut Nisha Surendran, Leiterin der Entwicklung digitaler Vermögensverwahrung bei Citi, die diese Woche auf der von Strategy, einem Bitcoin Treasury Service-Unternehmen, organisierten Strategy World Veranstaltung bekannt gab, arbeitet Citi intensiv an der Infrastruktur, um Bitcoin „bankfähig“ zu machen.
Diese Initiative ist kein impulsiver Schritt; das Bankenschwergewicht mit einem Vermögen von rund 2,5 Billionen US-Dollar hat bereits seit über drei Jahren im Hintergrund daran gearbeitet. Biswarup Chatterjee, Leiter für globale Kooperationen und Innovation im Servicebereich von Citi, erklärte, dass die Entwicklung und Erprobung der technischen Architektur seit 2021 im Gange seien, was die vorsichtige und langfristige Strategie des Instituts im Eintritt in den Kryptowährungsmarkt widerspiegelt.
Die neue Infrastruktur soll bis Ende 2024 fertiggestellt sein, und nun ist 2026 als Startjahr für institutionelle Kryptoverwahrungsdienste festgelegt. Das strategische Ziel von Citi ist es, seine tief verwurzelten globalen Zahlungsnetzwerke – über 220 weltweit – zu nutzen, um die bestehende traditionelle Asset-Struktur mit Blockchain-Technologie zu verbinden.
Nisha Surendran betonte, dass die oberste Priorität von Citi darin besteht, zentrale Verwahr- und Sicherheitsfunktionen anzubieten, einschließlich eines institutionellen Schlüsselverwaltungssystems und verbesserter Wallet-Infrastruktur.
Mit wachsendem Kundenbedarf an öffentlichen Blockchains (Public Chains) wandelt Citi seinen Fokus von privaten Ketten hin zu offeneren Blockchain-Verbindungen, um auf der Vermögensgröße von 30 Billionen US-Dollar im traditionellen Verwahrgeschäft eine eigene grüne Spur für Bitcoin zu schaffen.
Für viele große traditionelle Institutionen ist der Einstieg in die Kryptoindustrie vor allem durch die Komplexität der zugrunde liegenden Technologie erschwert. Citis Lösung besteht darin, bestehende Befehlswege wie Swift-Nachrichten und API-Verbindungen zu nutzen, um Bitcoin-Transaktionen zu routen. Diese Methode verschleiert geschickt die komplexen Details der Blockchain, sodass institutionelle Kunden ihre digitalen Vermögenswerte verwalten können, ohne sich um unspent transaction outputs (UTXOs) oder die Verwaltung von Adressen kümmern zu müssen – ganz wie bei traditionellen Wertpapieren.
Nisha Surendran erklärte, dass dieser Service darauf abzielt, die Betriebshindernisse für Institutionen zu verringern, durch Custody Segregation die finanzielle Sicherheit zu erhöhen und digitale Vermögenswerte sowie traditionelle Bestände unter einem Dach harmonisch zu vereinen.
Im Hinblick auf Compliance und Berichterstattung plant Citi, Bitcoin-Positionen direkt in bestehende Steuer- und Berichtssysteme zu integrieren. Das bedeutet, dass institutionelle Investoren ihre digitalen Beteiligungen zusammen mit Aktien und Anleihen in einer einheitlichen Kontostruktur verwalten und bewerten können. Diese „One-Stop“-Kontostruktur erhöht nicht nur die Betriebseffizienz, sondern entspricht auch den strengen regulatorischen Anforderungen an Transparenz und Risikokontrolle.
Das Verwahrmodell von Citi wird eine Kombination aus firmeneigenen patentierten Technologien und externen Partnern sein, um sicherzustellen, dass die Verwahrdienste den gleichen Risikokontrollstandards wie traditionelle Wertpapiere genügen. Diese Integration von „neuen Vermögenswerten“ in „reife Strukturen“ gilt als entscheidender Schritt, um konservative Institutionen anzuziehen und Bitcoin als festen Bestandteil des Finanzsystems zu etablieren.
Neben den grundlegenden Speicher- und Abwicklungsfunktionen richtet Citi seinen Blick auf die Kapitalrendite durch digitale Vermögenswerte. Nisha Surendran hob das Potenzial des „Cross-margining“ hervor, das es Kunden ermöglicht, in einem Hauptverwahrkonto Bitcoin als Sicherheit zu hinterlegen und diese für den Zugriff auf Staatsanleihen oder tokenisierte Geldmarktfonds auf Ethereum zu verwenden. Diese flexible Asset-Management-Fähigkeit ist in der aktuellen Finanzwelt äußerst attraktiv, insbesondere mit dem Aufstieg von Bitcoin-Spot-ETFs, da institutionelle Investoren vermehrt digitale Vermögenswerte in ihre Portfolios integrieren möchten.
Citi verfolgt nicht nur die Bitcoin-Verwahrung. Das Institut erforscht aktiv den Einsatz von Stablecoins und Deposit Tokens, die als Treiber für moderne grenzüberschreitende Zahlungen und 24/7-Finanzströme gelten. Nisha Surendran gab zu, dass die nächste Welle der digitalen Asset-Adoption nicht von den Krypto-Pionieren selbst kommen wird, sondern von traditionellen Finanzinstituten, die diese Assets zwar nutzen möchten, aber durch technologische Neuheit und Unsicherheiten bisher zögerten. Durch die Integration von Bitcoin in das bestehende Bankensystem schafft Citi nicht nur ein neues Produkt, sondern legt auch eine standardisierte Grundlage für die globale Nutzung digitaler Vermögenswerte und macht Kryptowährungen zu einem integralen Bestandteil der institutionellen Asset-Allokation.
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