Die Bank of Japan testet Blockchain für Abwicklungen, erforscht CBDC und verbessert die digitale Infrastruktur, um Zahlungsstabilität und Innovation zu stärken.
Die Bank of Japan testet Blockchain für Zentralbankabwicklungen. Dieser Schritt zeigt eine tiefere Integration der Blockchain in die Finanzinfrastruktur Japans. Gouverneur Kazuo Ueda gab die Aktualisierung auf der Fin/Sum 2026-Konferenz in Tokio bekannt. Er sagte, dass Zentralbanken sich an ein neues Finanzökosystem im Kontext von KI und Blockchain anpassen müssten.
Die Bank of Japan gründete 2016 ihr FinTech-Zentrum. Seitdem hat sie Blockchain- und KI-Anwendungen im Finanzbereich erforscht. Außerdem arbeitete die Bank mit der Europäischen Zentralbank an Forschungsprojekten zusammen. Diese untersuchten die Vorteile und Risiken der Distributed-Ledger-Technologie bei Abwicklungen.
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In den letzten 10 Jahren wurde Blockchain in der Finanzwelt praktisch nutzbar gemacht. Zum Beispiel nutzt Decentralized Finance Smart Contracts in gebündelten Transaktionen. Diese Verträge können genutzt werden, um den Prozess von Kreditaufnahme und Rückzahlung in einem automatisierten Ablauf zu kombinieren. Dadurch wird die Abwicklung schneller und effizienter über Plattformen hinweg.
Außerdem kann Blockchain möglicherweise Delivery-versus-Payment-Abwicklungen unterstützen. Diese Methode stellt sicher, dass Vermögenswerte nur übertragen werden, wenn Zahlungen abgeschlossen sind. Dadurch könnten die Risiken auf Wertpapiermärkten sinken. Frühe Anwendungsfälle sind Krypto-Arbitrage und Sicherheitenbörsen.
Gleichzeitig verarbeiten KI-Tools große Datenmengen schnell. KI kann Betrugserkennung und Geldwäschebekämpfung verbessern. Zudem könnte KI bei automatisierter Sicherheitenbewertung helfen. Die Kombination aus KI und Blockchain hat das Potenzial, die Zahlungs- und Wertpapiermärkte zu transformieren.
Allerdings besteht eine Herausforderung bei der Interoperabilität. Viele Blockchain-Systeme können möglicherweise nicht nahtlos verbunden werden. Daher könnte die Umwandlung von Zahlungsinstrumenten zwischen den Plattformen Reibungen verursachen. Ueda warnte, dass Stabilität oberste Priorität haben sollte.
Ueda betonte, dass Zentralbankgeld die Zahlungssicherheit garantiert. Bargeld und Guthaben auf Girokonten sind die sichersten Abwicklungswerte. Zudem garantiert Zentralbankgeld, dass die Einlagen zum gleichen Wert gehandelt werden. Ohne diesen Anker könnten Zahlungssysteme instabil werden.
Die Bank führt ein Pilotprogramm für Retail-CBDC durch. Dieses Projekt testet eine digitale Version von Zentralbankgeld. Außerdem leitet die Bank ein CBDC-Forum mit privaten Unternehmen. Ziel ist es, Innovationen im Zahlungsverkehr zu erforschen und gleichzeitig Stabilität zu gewährleisten.
Ein weiteres großes Projekt ist Project AgorA. Dabei handelt es sich um eine internationale Initiative, bei der tokenisierte Zentralbankeinlagen auf Blockchain untersucht werden. Smart Contracts könnten genutzt werden, um atomare grenzüberschreitende Zahlungen zu erleichtern. Bei Erfolg könnten grenzüberschreitende Abwicklungen schneller und sicherer werden.
Die Bank betreibt außerdem ein Sandbox-Projekt. Dabei werden aktuelle Kontoeinlagen auf Blockchain-Systemen getestet. Diese Einlagen sind Reserven bei Finanzinstituten. Das Experiment soll inländische Interbank- und Wertpapierabwicklungen untersuchen.
Erkenntnisse aus diesen Projekten könnten zur Aufrüstung von BOJ-NET führen. BOJ-NET verwaltet die Infrastruktur für Großwertzahlungen in Japan. Zudem hat die Bank kürzlich neu gestaltete Banknoten mit verbesserten Sicherheitsmerkmalen ausgegeben. Dies sind Maßnahmen für Innovation und Vertrauen.
Abschließend bewegt sich die Bank of Japan vorsichtig in Richtung Blockchain-Adoption. Es ist ein Versuch, Innovation und finanzielle Stabilität zu vereinen. Durch Pilotprojekte, Forschung und internationale Zusammenarbeit strebt die Bank an, ein sicheres digitales Ökosystem zu schaffen.