Die japanische Premierministerin Sanae Takaichi weist energisch jegliche Beteiligung an der Kryptowährung SANAE TOKEN zurück. Das Token wurde mit politischen Parolen beworben, und nachdem die Premierministerin eine Erklärung veröffentlichte, in der sie ihre unbeteiligte Position klarstellte, stürzte der Kurs sofort ab. Die Community und Investoren kritisierten dies als typischen Betrug im Rahmen eines Pyramidenspiels.
Kürzlich wurde eine Kryptowährung namens SANAE TOKEN in japanischen Communities und auf YouTube groß beworben. Am Abend des 2. März äußerte sich die japanische Premierministerin Sanae Takaichi dazu und wies energisch jegliche Beteiligung oder Unterstützung für SANAE TOKEN zurück. Daraufhin fiel der Kurs des Tokens stark, was zu heftiger Kritik an den Herausgebern führte.
Takaichi erklärte, dass das SANAE TOKEN bereits ein gewisses Handelsvolumen aufweise, dass es durch den Namen zu Missverständnissen gekommen sei, sie selbst aber keinerlei Kenntnis davon habe. Ihr Büro sei auch nie über Details des Tokens informiert worden.
Sie betonte, dass die japanische Regierung keinerlei Genehmigung oder Anerkennung für dieses Projekt erteilt habe. Um Missverständnisse bei der japanischen Bevölkerung zu vermeiden, habe sie diese Erklärung veröffentlicht.
Laut CoinPost wurde SANAE TOKEN am 25. Februar auf der Solana-Blockchain als Meme-Coin mit einer Gesamtversorgung von etwa einer Milliarde Einheiten veröffentlicht. Der Herausgeber ist Yuji Mizoguchi, ein serialer Unternehmer, der die Web3-Community NoBorder DAO betreibt. Der Betreiber hält einen hohen Anteil am Token und hat die Liquidität nicht gesperrt.
Der Herausgeber behauptet jedoch, dass SANAE TOKEN kein reiner Meme-Coin sei, sondern mit dem Motto „Japan is Back“ verbunden sei und als Belohnungstoken dienen soll, um die politische Beteiligung der Bevölkerung zu fördern.
Während der Promotion-Phase hat Mizoguchi in seinem YouTube-Format erwähnt, dass sie bereits mit Takaichi’s Lager kommuniziert hätten. Auch der ehemalige Geschäftsführer des japanischen Portalanbieters Livedoor, Takafumi Horie, habe seine Erwartungen geäußert. Diese Aussagen ließen die Öffentlichkeit glauben, dass das Projekt eine offizielle Billigung erhalten habe.
Kurz darauf veröffentlichte ein Community-Account, der sich als offizielle Unterstützergruppe von Takaichi ausgab, einen Beitrag, der SANAE TOKEN stark befürwortete, was den Kurs kurzfristig in die Höhe trieb.
Da diese Vorgehensweise leicht den Eindruck erweckt, dass Regierungsvertreter beteiligt seien, stellten Branchenexperten die Legalität und Ethik des Projekts in Frage. Schließlich musste die Premierministerin selbst eine Klarstellung abgeben.
Laut Daten von DEX Screener fiel SANAE TOKEN nach Takaichis Erklärung innerhalb kurzer Zeit um über 50 % und es kam zu einer Panikverkäuferwelle.
Ein Nutzer schnitt einen Clip aus Mizoguchis YouTube-Format heraus und kritisierte scharf, dass die Personen, die das Token dort beworben hätten, „in die Hölle gehören“. Ein weiterer Nutzer meinte, wenn die Premierministerin tatsächlich keine Kenntnis habe und nicht offiziell zustimme, sei das ein typischer Community-Betrug.
Zudem wurde Mizoguchi verdächtigt, große Mengen an Token aus internen Wallets transferiert zu haben, was die Community noch mehr in den Verdacht eines böswilligen Pyramidenspiels brachte. Die Welle der Empörung hält in japanischen Kreisen weiterhin an.
Mizoguchi veröffentlichte später eine Nachricht, in der er um Expertenrat bat, während die Firma „Kabushiki Kaisha neu“ versuchte, die volle Verantwortung zu übernehmen.
Der Geschäftsführer, Ken Matsui, erklärte, dass er für die Gestaltung und Ausgabe des Tokens verantwortlich sei, während NoBorder nur die Beauftragung übernommen habe. Er werde die bisherigen Ereignisse und zukünftige Maßnahmen weiter erläutern.
Allerdings wiesen Nutzer darauf hin, dass das X-Konto (ehemals Twitter) von Ken Matsui erst im März dieses Jahres erstellt wurde und nur diesen Beitrag veröffentlicht hat.
Zudem stellte der japanische Medienexperte Ichiryo Shimoyasu fest, dass bei seiner Recherche die Unternehmensnummer 2010401171131 von „Kabushiki Kaisha neu“ keine Einträge im Mitarbeiter-Sozialversicherungs- und Rentenregister des japanischen Gesundheitsministeriums aufweist. Es bestehe die Frage, ob das Unternehmen überhaupt existiere. Weitere Nutzer berichteten, dass bei der Adresse, die für die Firmeneintragung genutzt wurde, im Geschäftsbereich keine Web3-, Blockchain- oder Kryptowährungsthemen genannt seien, obwohl die offizielle Webseite diese Dienste anbiete.
Bildquelle: Ichiryo Shimoyasu
Bei eigener Recherche zur Adresse der Firma „Kabushiki Kaisha neu“ zeigte Google Street View derzeit ein Mietapartment im M.A Roppongi BLD im Hafenviertel. Es wird berichtet, dass das Büro im dritten Stock dieses Gebäudes liegen soll.
Bildquelle: Google Street View
Der Vorfall um SANAE TOKEN wirft auch schwerwiegende ethische und rechtliche Fragen auf. Die unautorisierte Nutzung des Namens und Bildes einer öffentlichen Person für kommerzielle Zwecke könnte deren Persönlichkeitsrechte verletzen und in Zukunft zu hohen Schadensersatzforderungen führen.
Obwohl die offizielle Webseite von SANAE TOKEN angibt, dass das Projekt keine direkte Zustimmung oder Kooperation mit Takaichi habe, wird ihr Name und Bild dort in großem Umfang verwendet. Dies wird von außen als reine Scheinmaßnahme kritisiert.
Rechtlich könnten folgende Punkte relevant sein:
Der Vorfall mahnt die Öffentlichkeit, bei der Beobachtung von Kryptowährungen, die im Namen von Politikern oder bekannten Persönlichkeiten ausgegeben werden, vorsichtig zu sein und eigene Recherchen durchzuführen. Solche Tokens bergen meist hohe Risiken und rechtliche Unsicherheiten. Investoren sollten sorgfältig abwägen, um nicht in finanzielle Fallen zu tappen.
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