
Nasdaq Inc. hat bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen Vorschlag eingereicht, um Binäroptionen im Zusammenhang mit seinem Flaggschiff-Index Nasdaq 100 und dem Micro-Index Nasdaq 100 zu listen. Damit können Händler Ja-oder-Nein-Wetten auf die Indexentwicklung platzieren.
Die vorgeschlagenen “Outcome Related Options” würden zwischen 0,01 und 1 US-Dollar kosten und die Marktwahrscheinlichkeit widerspiegeln, dass eine bestimmte Bedingung erfüllt wird. Dies markiert den ersten Einstieg des Börsenbetreibers in Produkte, die unter SEC-Haftung Prediction-Market-Mechaniken nachbilden.
Die vorgeschlagenen Verträge sind Binäroptionen, eine vereinfachte Derivatstruktur, bei der die Auszahlung vollständig davon abhängt, ob eine Ja-oder-Nein-Behauptung sich als wahr herausstellt. Wenn die Bedingung eintritt, zahlt die Option einen festen Betrag; wenn nicht, verfällt sie wertlos. Die Verträge würden auf den Nasdaq 100 Index gelistet, der die 100 größten Unternehmen umfasst, die an der Nasdaq gehandelt werden, darunter Nvidia Corp. und Apple Inc., sowie die Micro-Version des Index.
Nasdaq beschreibt die Produkte als eine neue Möglichkeit für Händler, kurzfristige Ansichten zu einem der meistbeobachteten Aktienbenchmarks auszudrücken, wobei die Preise zwischen einem Cent und einem Dollar die Marktwahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses widerspiegeln.
Der Vorschlag bringt Nasdaqs Einstieg in den Prediction-Market-Bereich unter SEC-Aufsicht, im Gegensatz zu konkurrierenden Plattformen, die von der CFTC reguliert werden. Rivalen wie Kalshi, Polymarket und Crypto.com operieren als CFTC-regulierte Designated Contract Markets (DCMs) und bieten Ereigniskontrakte an, die sich auf reale Ergebnisse wie Wahlen, Wirtschaftsdaten oder kulturelle Ereignisse beziehen.
Binäroptionen wurden historisch von der SEC als Wertpapierprodukte reguliert, während Ereigniskontrakte auf Prediction-Plattformen unter die Zuständigkeit der CFTC fallen. Die regulatorische Unterscheidung ist ein zentrales Thema, da traditionelle Börsen und Krypto-Plattformen gleichermaßen an Prediction-ähnlichen Handelsformaten arbeiten.
Die vorgeschlagene Regeländerung befindet sich noch in der Prüfung durch die SEC, ein Zeitrahmen für eine Entscheidung ist nicht festgelegt. Die Einreichung startet eine öffentliche Kommentierungsphase und einen Überprüfungsprozess durch die Kommission, die unter Vorsitz von Paul Atkins offen für die Bewertung ist, wo Prediction Markets innerhalb bestehender Regulierungsrahmen passen.
Atkins hat zuvor erklärt, dass einige Prediction Markets eine Überschneidung der Zuständigkeiten zwischen SEC und CFTC beinhalten könnten, was er als ein “riesiges Thema” bezeichnet, auf das die Behörde fokussiert.
Nasdaq schließt sich einer wachsenden Liste traditioneller Börsenbetreiber und Finanzfirmen an, die in Prediction-ähnliche Produkte investieren:
Der Nasdaq 100 Index Optionskomplex gehört bereits zu den aktivsten weltweit, wobei täglich verfallende Optionen den Großteil des Handelsvolumens ausmachen. Binäroptionen würden ein ergänzendes Instrument für Händler bieten, die eine vereinfachte Exposition gegenüber Indexbewegungen suchen.
Prediction Markets haben im vergangenen Jahr ein Handelsvolumen in Milliardenhöhe generiert und sowohl im traditionellen Finanzsektor als auch im Krypto-Bereich Interesse an ereignisbasierten Handelsprodukten geweckt. Nasdaqs Antrag ist der erste Versuch eines großen US-Börsenbetreibers, Binäroptionen an einen breiten Aktienindex zu koppeln und unter SEC-Aufsicht zu stellen, was den adressierbaren Markt für Prediction-Style-Instrumente erweitern könnte.
Die Verträge erlauben Händlern, eine Ja-oder-Nein-Position einzunehmen, ob der Nasdaq 100 Index oder der Nasdaq 100 Micro Index eine bestimmte Bedingung erfüllt. Die Optionen sind zwischen 0,01 und 1 US-Dollar bewertet, basierend auf der Marktwahrscheinlichkeit. Wenn die Bedingung bei Ablauf eintritt, erhält der Käufer eine feste Auszahlung; wenn nicht, verfällt die Option wertlos.
Nasdaqs Binäroptionen würden von der SEC als Wertpapierprodukte reguliert. Plattformen wie Polymarket und Kalshi operieren unter der Aufsicht der CFTC als Designated Contract Markets und bieten Ereigniskontrakte an. Die Zuständigkeitsaufteilung spiegelt unterschiedliche gesetzliche Rahmen wider: Binäroptionen fallen unter Wertpapiergesetze, während Ereigniskontrakte meist als Derivate gelten, die der CFTC unterstehen.
Ein fester Zeitplan ist nicht festgelegt. Die SEC muss die vorgeschlagene Regeländerung prüfen, öffentlich kommentieren lassen und eine Genehmigung oder Ablehnung erteilen. Der Prozess kann mehrere Monate dauern, abhängig von den Prioritäten der Kommission und ob während der Prüfung Fragen oder Änderungen aufkommen.