Bitcoin’s 47% Rückgang zeigt Stress, aber historische Abschwünge, stabile LTH-Versorgung und MVRV bei 1,2 deuten darauf hin, dass noch kein makroökonomischer Boden erreicht ist.
Bitcoin ist seit seinem Zyklus-Hoch um etwa 47 % gefallen, basierend auf täglichen Schlusskursen, was bekannte Behauptungen in den sozialen Medien wieder aufleben lässt, dass der Vermögenswert vorbei sei. Eine umfassendere Betrachtung historischer Zyklen und On-Chain-Metriken zeigt jedoch eine nüchternere Perspektive. Obwohl die Kursbewegung heftig war, ähneln die aktuellen Bedingungen noch nicht den früheren terminalen Bärenmärkten.
Analysen von Darkfost setzen den aktuellen Rückgang in einen angemessenen Marktzusammenhang. Historisch gesehen waren Bärenmärkte bei Bitcoin deutlich tiefer und strukturell schädlicher.
📊 Mit einem Rückgang von 47 % (täglicher Schlusskurs) sind wir noch weit entfernt von den Ausmaßen früherer Bärenmärkte.
Das Rekordniveau bleibt 2012, als der Bärenmarkt einen Rückgang von über 90 % verzeichnete.
Stell dir nur die Reaktion von Investoren und Medien vor, wenn eine solche Korrektur wieder passieren würde… pic.twitter.com/V74BFRanCv
— Darkfost (@Darkfost_Coc) 2. März 2026
Der Zusammenbruch 2011–2012 überstieg 90 % und markierte die schwerste Schrumpfung in der Geschichte. Nachfolgende Zyklen zwischen 2013–2015 und 2017–2018 verzeichneten beide Verluste von über 80 %, während der Abschwung 2021–2022 auf etwa 77 % von Hoch zu Tief anstieg.
Im Vergleich zu diesen Referenzen ist eine 47%ige Korrektur noch deutlich kleiner. Die Volatilität ist erhöht und die Stimmung ist fragil, doch historische Daten deuten darauf hin, dass deutlich tiefere Korrekturen notwendig waren, bevor frühere Zyklus-Böden erreicht wurden.
Ein längerfristiges strukturelles Muster zeigt ebenfalls, dass mit jedem Zyklus die Tiefs flacher werden. Dies spiegelt eine allmähliche Reifung in Liquidität, Teilnahme und Kapitalstruktur wider.
Frühere Zyklen waren geprägt von dünnen Orderbüchern und reflexiven Retail-Flows, die die Abwärtsdynamik verstärkten. Mit zunehmender institutioneller Beteiligung und verbesserter Markttiefe begannen die Rückgänge sich zu verringern.
Wenn dieser Moderationstrend anhält, würde ein Rückgang im Bereich von 60–70 % statistisch mit den historischen Verlangsamungsdynamiken übereinstimmen, ohne die 80–90% Zusammenbrüche der frühen Bitcoin-Jahre erneut zu erreichen. Derzeit ist der Preis noch nicht in diese historische Stresszone eingetreten.
On-Chain-Positionierungen untermauern weiter die Ansicht, dass die strukturellen Bedingungen anders sind als bei früheren makroökonomischen Tiefs. Die Versorgung der Long-Term Holder (LTH) bleibt trotz des Rückgangs nahe an historischen Höchstständen.
_Bildquelle: CoinGlass
Frühere Zyklus-Tiefs in 2015, 2018 und 2022 waren begleitet von sichtbarer Versorgungstransfer und breiter Kapitulation unter starken Händen, da langanhaltende Verluste zu einer Verteilung führten.
Das aktuelle Verhalten erscheint kontrollierter. Die LTH-Versorgung hat nur eine moderate Umschichtung erfahren, und eine breit angelegte Liquidation von Langzeit-Haltern hat sich nicht materialisiert. Starke Hände kontrollieren weiterhin einen erheblichen Anteil des Umlaufangebots, eine Dynamik, die typischerweise in Endphasen-Bärenmärkten zu beobachten ist.
Das Market Value to Realized Value (MVRV) Verhältnis misst die Spot-Bewertung im Vergleich zum aggregierten Kostenbasis und hat historisch makroökonomische Tiefs angezeigt, wenn es in den Bereich von 0,8–1,0 fällt. Diese Niveaus spiegelten tiefe Bewertungsreset und weitreichenden Bilanzstress wider.
_Bildquelle: CryptoQuant
Derzeit liegt der MVRV bei etwa 1,2. Das ist eine deutliche Kompression gegenüber den Zyklus-Hochs über 2,5 und deutet auf eine bedeutende Multiple-Reduktion hin. Bitcoin liegt jedoch noch über seinem realisierten Preis, was darauf hindeutet, dass der durchschnittliche Halter noch nicht tief im Minus ist. Frühere Bärenmärkte erforderten eine ausgeprägtere Bewertungsverschiebung, bevor nachhaltige Erholungen einsetzten.
Wenn man die Geschichte der Rückgänge, das Verhalten der Halter und die Bewertungskennzahlen zusammen betrachtet, wird das größere Bild klarer. Der aktuelle Rückgang liegt noch unter den Extremen früherer Bärenmärkte, langfristige Investoren haben noch nicht massenhaft kapituliert, und Bewertungskennzahlen deuten auf eine Kompression hin, nicht auf eine systemische Krise.
Abwärtspotenzial bleibt eine berechtigte Überlegung, insbesondere wenn die historischen Moderationstrends in Richtung eines Rückgangs von 60–70 % weitergehen. Dennoch ähneln die aktuellen Bedingungen eher einer schweren zyklischen Neuausrichtung in einem strukturell stärkeren Marktumfeld als einem abgeschlossenen makroökonomischen Abschwung.
Die Marktstimmung verschlechtert sich oft schneller als die fundamentalen Strukturen bei scharfen Korrekturen. Ein Rückgang von 47 % wirkt kurzfristig dramatisch, doch die Analyse der Zyklen zeigt, dass eine gewisse Perspektive notwendig ist. Daten von Darkfost deuten darauf hin, dass die Volatilität anhält, aber es ist verfrüht, Bitcoin bei den aktuellen Niveaus für „tot“ zu erklären.
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