ChainCatcher Nachrichten, der Bloomberg-Kolumnist für Energie und Rohstoffe Javier Blas schrieb, dass der Angriff Irans zwar einen negativen Einfluss auf die Ölpreise hat, aber keinen Schock darstellt.
Blas weist darauf hin, dass die größte Sorge des Marktes darin besteht, ob beide Seiten die Energieinfrastruktur und die Öltanker-Routen ins Visier nehmen werden. Beides ist bisher nicht eingetreten. Es gibt derzeit keine Anzeichen dafür. Obwohl die Befürchtung besteht, dass Iran die Nahost-Energieindustrie in Brand setzen könnte, indem er Ölfelder, Raffinerien und Exporthäfen angreift, hat Teheran bisher keine Ölwaffe gemacht. Auch Israel und die USA haben bisher keine Angriffe auf Irans Öl-Infrastruktur unternommen.
Analysen deuten darauf hin, dass die Ölpreise steigen werden, doch selbst die optimistischsten Händler sprechen von einem möglichen Anstieg auf 100 USD pro Barrel, deutlich unter den 139 USD nach Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs 2022 und den Rekordwerten von 147,50 USD im Jahr 2008. Aus einer breiteren Perspektive ist es unwahrscheinlich, dass dieser Konflikt im Nahen Osten eine Ölkrise auslöst.
Außerdem ist der physische Markt weiterhin schwach, während der Finanzölmarkt optimistisch bleibt, da auf steigende Ölpreise spekuliert wird. Vor einem Jahr führten der Krieg zwischen Israel und den USA gegen den Iran am 12. Tag zu unerwarteten Käufen durch Händler, was die Rohölpreise in die Höhe trieb. Diesmal sind die Long-Positionen auf einem der höchsten Niveaus der letzten zehn Jahre. Daher sind die Öl-Händler besser vorbereitet, um diese Krise zu bewältigen.