Februar war für Krypto-Händler nicht freundlich.
Nach Wochen mit ziemlich langsamer und träge Preisentwicklung sowie schwindender Optimismus lieferte der Markt am letzten Tag des Monats einen weiteren Schlag. Der Bitcoin-Preis ist in den letzten 24 Stunden um mehr als 6 % gefallen und rutscht gefährlich nahe an die 60.000-Dollar-Marke. Ethereum wurde noch härter getroffen, mit einem Rückgang von fast 10 % und einem Kurs um 1.800 US-Dollar. Altcoins bluten überall.
Was steckt also hinter dieser jüngsten Verkaufswelle?
Wie üblich ist es eine Mischung aus geopolitischem Schock, makroökonomischem Druck und erzwungenen Liquidationen, die auf einen bereits fragilen Markt lasten.
Der unmittelbarste Auslöser scheint eine aktuelle geopolitische Nachricht zu sein.
Israel kündigte an, einen „präventiven Angriff“ auf den Iran gestartet zu haben. Es wurden Explosionen in Teheran gemeldet, und in Israel wurden rote Alarmzeichen ausgelöst.
Die Märkte hassen Unsicherheit. Wenn geopolitische Spannungen in diesem Ausmaß eskalieren, verlagern Investoren typischerweise Kapital in als sicher geltende Anlagen wie den US-Dollar, Gold und Staatsanleihen. Risikoanlagen – einschließlich Krypto – werden oft zuerst verkauft.
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Diese Art von Nachrichten reicht aus, um Panikverkäufe auszulösen, besonders in einem Markt, der bereits Schwäche zeigt. Händler, die auf dünnen Gewinnen saßen, eilten, um Risiken zu reduzieren. Leveraged-Positionen wurden nervös. Der Verkaufsdruck beschleunigte sich schnell.
Aber allein die Geopolitik erklärt nicht die volle Ausmaß der Bewegung.
Der makroökonomische Hintergrund verschlechtert sich still und heimlich.
Am 27. Februar wurden die Producer Price Index (PPI) für Januar 2026 veröffentlicht, die höher ausfielen als von Ökonomen erwartet. Die Inflation zeigt sich hartnäckiger als viele gehofft hatten.
Das verändert die Zinserwartungen.
Wenn die Inflation hoch bleibt, hat die Federal Reserve weniger Spielraum, die Zinsen zu senken. Die Erwartungen an baldige Zinssenkungen wurden weiter nach hinten verschoben. Der US-Dollar wurde durch die Daten gestärkt, und höhere Renditen belasteten zinssensitive Anlagen.
Krypto fällt genau in diese Kategorie.
Niedrigere Zinsen fördern typischerweise Liquidität und Risikobereitschaft. Verzögerte Zinssenkungen nehmen einen Teil dieses Optimismus weg. Händler, die auf eine lockerere Geldpolitik eingestellt waren, überdenken ihre Positionen nun.
Bitcoin hielt sich wochenlang relativ gut über 60.000 US-Dollar. Doch als der makroökonomische Druck zunahm und gleichzeitig geopolitische Spannungen auftraten, begann diese Unterstützung zu bröckeln.
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Sobald Bitcoin zu fallen begann, griff die Liquidationsmaschine.
In den letzten 24 Stunden wurden 88,13 Millionen US-Dollar an BTC-Positionen liquidiert, was einen deutlichen Anstieg bei erzwungenen Schließungen bedeutet. Wenn leveraged Long-Positionen ausgelöscht werden, werden diese zum Marktpreis verkauft. Das beschleunigt die Abwärtsdynamik.
Ethereum verzeichnet einen noch stärkeren Rückgang, was auf noch größere leveraged Positionen in ETH hindeutet.
Es entwickelt sich auch ein breiteres Nachfrageproblem.
Das Interesse an Spot-Bitcoin-ETFs hat deutlich nachgelassen. Das verwaltete Vermögen ist in den letzten Monat um mehr als 24 Milliarden US-Dollar gefallen. Das deutet auf geringere institutionelle Zuflüsse hin – oder sogar anhaltende Abflüsse – und entfernt eine wichtige Unterstützungsebene, die frühere Rallyes angetrieben hat.
Ohne starke ETF-Käufe, die den Verkaufsdruck absorbieren, können Abwärtsbewegungen länger andauern als viele erwarten.
Bitcoin, das sich der 60.000-Dollar-Marke nähert, ist ebenfalls ein sehr wichtiger Punkt in der Geschichte.
Dieses Niveau hat in den letzten Monaten als psychologische und strukturelle Unterstützung gedient. Ein klarer Bruch darunter könnte den Weg in den Bereich um die mittleren 50.000 US-Dollar öffnen. Wenn Käufer es aggressiv verteidigen, könnte eine Erholung folgen.
Ethereum, das bei etwa 1.800 US-Dollar schwankt, erzählt eine ähnliche Geschichte. Wenn dieses Niveau überzeugend verloren geht, liegt die nächste starke Unterstützung deutlich niedriger.
Derzeit reagiert der Markt auf Angst; geopolitisches Risiko, hartnäckige Inflation und erzwungene Liquidationen kollidieren gleichzeitig.
Krypto braucht keine perfekten Bedingungen, um zu steigen. Aber es braucht Stabilität.
Und momentan ist diese knapp.
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