Mitbegründer von Wikipedia: Bitcoin könnte im Jahr 2050 unter 10.000 US-Dollar fallen

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Wikipedia-Mitbegründer Jimmy Wales hat kürzlich öffentlich Stellung bezogen und eine ernüchternde Einschätzung der langfristigen Perspektiven von Bitcoin abgegeben. Er ist der Ansicht, dass Bitcoin als Netzwerkprotokoll robust genug ist, um wahrscheinlich nicht auf null zu fallen, aber seine Rolle als Währung oder Wertspeicher grundlegend eingeschränkt ist. Er warnt, dass der Bitcoin-Preis bis 2050 vollständig auf das Niveau von „Hobbyisten“ sinken könnte, also unter die aktuellen 10.000 US-Dollar.

Wales’ Kernargument: Technik überlebt, Funktion scheitert

(Quelle: Trading View)

In Wales’ Bewertungsrahmen besteht eine grundlegende Trennung zwischen der technischen Widerstandsfähigkeit von Bitcoin und seiner Marktrolle.

Wales sagt, dass diejenigen, die glauben, Bitcoin werde auf null fallen, „wahrscheinlich falsch liegen“ – es sei denn, es treten bisher unvorhersehbare kryptografische Schwachstellen oder 51%-Angriffe auf. Bitcoin als Netzwerk ist nahezu dauerhaft, selbst bei Bedrohungen können Forks seine Weiterexistenz sichern.

Er weist jedoch sofort auf die Grenzen dieser technischen Überlebenshypothese hin: „Sein Preis könnte vollständig auf das Niveau von Hobbyisten sinken, die es nach Belieben ändern.“ Er beschreibt Bitcoin als „höchstwahrscheinlich nur spekulativ“ und widerlegt drei Hauptargumente für seine breite Nutzung:

Schwierige Bedienung: Bedienung bleibt deutlich komplexer als bei gängigen Finanzinstrumenten

Hohe Volatilität: Als Währung kann es keine stabile Preisfunktion bieten

Geringe Akzeptanz: Wird kaum als alltägliches Zahlungsmittel akzeptiert

Wales macht deutlich, dass Gold, Silber, Schmuck, Immobilien und Kunstwerke weiterhin die wichtigsten sicheren Wertspeicher bleiben, während Bitcoin in diesem Wettbewerb grundlegend im Nachteil ist. Er widerspricht auch der Annahme, dass institutionelle ETFs oder KI-Systeme langfristig stabile Preise garantieren könnten, da die Wahrscheinlichkeit dafür „äußerst gering“ sei.

Streitpunkt: Bitcoin’s „Mission Drift“ und Marktdisziplin

Der Kritik von Wales berührt einen langjährigen Kernstreit in der Bitcoin-Community: Ob die ständige Weiterentwicklung der Bitcoin-Definition einen Scheiternspfad widerspiegelt.

Einige Kritiker argumentieren, dass Bitcoin ursprünglich auf „P2P-Geldtransaktionen“ ausgerichtet war. Nach dem Scheitern dieses Ziels habe es sich in Richtung einer Lösung mit dem Lightning-Netzwerk gewandelt. Als die Verbreitung des Lightning-Netzwerks stockte, wurde es neu als „digitales Gold“ für Wertspeicherung positioniert. Diese Narrative werden nun ebenfalls hinterfragt, da Bitcoin nach neuen Erzählungen sucht. Jacob Kinge von SwanDesk warnt zudem, dass die Blase um Bitcoin möglicherweise bereits geplatzt ist.

Nicht alle Marktbeobachter teilen jedoch die Pessimismus-Meinung. Der zertifizierte Finanzanalyst Rajat Soni entgegnet: „Wenn man die Volatilität sieht, denkt man sofort, Bitcoin ist gescheitert… Diese Leute sind nur Touristen.“ Er meint, dass die Definition des langfristigen Schicksals von Bitcoin anhand kurzfristiger Preisschwankungen eine fundamentale Fehlinterpretation seiner zugrunde liegenden Logik sei.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Beziehung zwischen Jimmy Wales und Wikipedia?

Jimmy Wales ist Mitbegründer von Wikipedia, der weltweit größten kostenlosen Online-Enzyklopädie mit über 1,5 Milliarden monatlich aktiven Nutzern. Wales genießt in der Tech-Branche großes Ansehen und Einfluss. Obwohl er vor allem für Wikipedia bekannt ist, äußert er sich in letzter Zeit auch öffentlich zu Themen wie Technologie, Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen.

Warum hat Wales’ Kritik an Bitcoin so viel Aufmerksamkeit erregt?

Seine Kritik ist deshalb bedeutend, weil Wales in der Tech-Startup-Szene bekannt und angesehen ist. Zudem ist sein Argumentationsrahmen ungewöhnlich: Er prognostiziert nicht, dass Bitcoin auf null fällt (was eine extreme Ansicht wäre), sondern dass es „überlebt, aber marginalisiert“ wird – technisch dauerhaft existiert, aber wirtschaftlich nur noch eine Nischen-Assetklasse ist. Dieser Ansatz ist neuartig und hat breitere Diskussionen ausgelöst.

Wie glaubwürdig ist Wales’ Prognose, dass Bitcoin 2050 unter 10.000 US-Dollar fallen könnte?

Wales’ Vorhersage ist eine persönliche Langzeitmeinung, keine auf quantitativen Modellen oder Marktdaten basierende Analyse. Befürworter argumentieren, dass das begrenzte Angebot (21 Millionen Coins), die zunehmende globale Akzeptanz und der Trend zu ETFs die Volatilität verringern könnten. Kritiker hingegen weisen auf fehlende praktische Nutzung, regulatorische Risiken und potenzielle Bedrohungen durch Quantencomputing hin. Die langfristige Nachhaltigkeit ist unklar. Es gibt große Meinungsverschiedenheiten unter Analysten, mit Prognosen von einigen Tausend bis zu mehreren Millionen Dollar für 2050.

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