Schweigende Milliarden könnten bald ans Licht kommen? K33 Research weist darauf hin, dass das Plattform-Token LEO von Bitfinex derzeit eine ungewöhnliche Prämie von bis zu 60 % aufweist. Diese Daten könnten genau vorhersagen, dass die US-Regierung, die bis zu 30 % der nationalen Bitcoin-Reserven hält, aufgrund rechtlicher Fortschritte bald ihre Ansprüche geltend machen wird.
(Frühere Hinweise: Die US-Bitcoin-Reserven sind möglicherweise nur 90.000 BTC groß? Analyse: 108.000 BTC sollen an die Opfer von Bitfinex zurückgegeben werden.)
(Hintergrund: Bitfinex-Bericht: ETF-Schwäche und Großinvestoren-Verkauf setzen Bitcoin bei 53.000 USD unter Druck)
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Seit dem bahnbrechenden Hackerangriff auf die Börse Bitfinex im Jahr 2016, der Milliardenwert an beschlagnahmten Vermögenswerten betrifft, bleibt die Entwicklung dieser Gelder ein zentrales Thema im Krypto-Markt. Kürzlich wies Vetle Lunde, Forschungsleiter bei K33 Research, darauf hin, dass das Plattform-Token LEO (UNUS SED LEO) eine ungewöhnliche Marktbewertung aufweist, wobei der Handelspreis etwa 60 % über dem impliziten Fair Value liegt. Dieses auffällige „Premium“ könnte darauf hindeuten, dass die rechtlichen Verfahren sich dem Ende nähern und der Markt bereits auf die Bewegungen dieser großen Vermögenswerte setzt.
Um das Premium bei LEO zu verstehen, muss man seine einzigartige Funktionsweise betrachten. LEO ist ein Utility-Token, das 2019 von iFinex, der Muttergesellschaft von Bitfinex, ausgegeben wurde. Laut offizieller Zusage soll iFinex 80 % der im Zusammenhang mit dem Hackerangriff 2016 beschlagnahmten Vermögenswerte verwenden, um LEO im Markt zurückzukaufen und zu vernichten.
Das bedeutet, dass bei einer Entscheidung der US-Regierung, die beschlagnahmten Bitcoins zurückzugeben, Bitfinex eine groß angelegte Rückkaufaktion starten wird, was den Wert von LEO direkt steigen lässt. Lunde erklärt, dass das aktuelle Premium den höchsten Stand seit der offiziellen Beschlagnahmung im Jahr 2022 erreicht hat – ein Zeichen dafür, dass Insider oder scharfsinnige Investoren glauben, dass der „Verteilungstag“ bald kommen könnte.
Laut neuesten Daten besitzt die US-Regierung derzeit etwa 328.372 BTC, die hauptsächlich durch Durchsetzungsmaßnahmen beschlagnahmt wurden und bis 2025 in die „nationale Bitcoin-Reserve“ aufgenommen werden sollen. Allerdings sind rund 94.636 BTC (etwa 30 % des Gesamtbestands) direkt mit dem Bitfinex-Hackerfall verbunden.
Derzeit ist umstritten, ob diese 30 % der „staatlichen Reserve“ dauerhaft im Besitz der Regierung bleiben sollen. Lunde weist darauf hin, dass Signale aus Gerichtsverfahren eher auf eine Rückgabe an die Opfer und die Börse hindeuten, anstatt die Vermögenswerte in den Staatshaushalt zu überführen. Sollte dies umgesetzt werden, würde die Bitcoin-Reserve der USA deutlich reduziert, während Bitfinex die nötigen Mittel für den LEO-Rückkauf erhalten würde.
Obwohl die Prämie positive Signale sendet, sollten Investoren vorsichtig bleiben. Lunde warnt, dass die Bestände von LEO stark konzentriert und die Liquidität gering sind. In den Top 100 der Kryptowährungen ist das Handelsvolumen oft im unteren Bereich.
Das bedeutet, dass schon kleine Kaufaufträge zu überproportionalen Preissteigerungen führen können. Ob die derzeitige Prämie von 60 % eine präzise „Prognose“ ist oder nur durch mangelnde Liquidität verursacht wird, ist unklar.
Der Fall Bitfinex beschäftigt den Markt seit Jahren. Mit den Fortschritten im US-Rechtsverfahren bietet die ungewöhnliche Kursentwicklung von LEO eine quantifizierbare Beobachtungsmöglichkeit für Opfer und Marktbeobachter. Wenn die mehr als 90.000 BTC schrittweise wieder in den Markt gelangen, wird dies nicht nur die Belastbarkeit des Bitcoin-Marktes auf die Probe stellen, sondern auch das größte digitale Vermögensdiebstahl-Event in der Geschichte abschließen.