
Am 23. Februar verlor der Stablecoin USD1, der von World Liberty Financial (WLFI), einem DeFi-Projekt im Zusammenhang mit der Trump-Familie, verwaltet wird, vorübergehend seine Dollar-Anbindung. Nach einem Tiefstand von 0,994 US-Dollar erholte er sich rasch wieder. WLFI bezeichnete das Ereignis als von Hackern orchestrierten „Koordinationsangriff“, doch Gerüchte über das Löschen von Beiträgen durch Erik Trump sowie eine nicht öffentlich bekannte Insider-Handelsuntersuchung lassen die Welle noch lange nicht verebben.

Am 23. Februar fiel der USD1 innerhalb weniger Minuten unter die 1-Dollar-Marke und erreichte ein Tief von 0,994 US-Dollar, bevor er sich schnell wieder auf den Paritätskurs erholte. Obwohl der Rückgang weniger als 1 % betrug, war für einen Vermögenswert, der angeblich 1:1 an den US-Dollar gekoppelt ist, jede Abweichung alarmierend und löste bei den Marktteilnehmern Besorgnis aus.
Nach Bekanntwerden der Nachricht verbreitete sich auf sozialen Medien Panik, wobei einige Nutzer den USD1-Entkoppelungsvorfall mit den frühen Warnzeichen vor dem Zusammenbruch von TerraUSD im Jahr 2022 verglichen und so die Unsicherheit am Markt weiter verstärkten.
WLFI veröffentlichte innerhalb weniger Stunden eine offizielle Erklärung, in der das Ereignis als organisierter externer Angriff eingestuft wurde. Es wurde betont, dass die Infrastruktur durchgehend normal funktionierte und innerhalb von 24 Stunden eine große Anzahl von Rücknahmen erfolgreich abgewickelt werden konnte.
Konto-Hack: Angreifer kompromittierten mehrere Gemeinschaftskonten der Mitbegründer in sozialen Medien
Falsche Nachrichten: Durch gestohlene Konten wurden falsche Informationen über USD1 verbreitet, um Panik zu schüren
Vorsätzliche Short-Positionen: Die Angreifer hatten im Voraus Short-Positionen aufgebaut, um von panikartigem Verkauf zu profitieren
Systemstabilität: WLFI betonte, dass die Rücknahme-Mechanismen und die Kerninfrastruktur während des gesamten Vorfalls unbeeinträchtigt blieben
Die offizielle Stellungnahme konnte die Zweifel in der Öffentlichkeit nicht vollständig zerstreuen. Auf sozialen Medien kursieren Screenshots, die behaupten, Erik Trump habe während der USD1-Entkoppelung relevante Werbe-Posts gelöscht. Bislang konnte jedoch keine unabhängige Stelle diese Behauptungen verifizieren, die Echtheit ist fraglich.
Besorgniserregender ist die öffentliche Aussage des Blockchain-Ermittlers ZachXBT. Er kündigte an, im Laufe dieser Woche einen Bericht über Insider-Handel bei großen Krypto-Unternehmen zu veröffentlichen, nannte jedoch keine konkreten Zielpersonen. Einige Nutzer in den sozialen Medien verdächtigen WLFI, doch auch hier fehlen direkte Beweise.
Diese beiden unbelegten Narrative führen zu grundsätzlichen Meinungsverschiedenheiten über die Natur des Vorfalls – handelt es sich um einen erfolgreich abgewehrten externen Angriff oder um eine gezielt inszenierte interne Krise? Die Antwort dürfte sich nach der Veröffentlichung von ZachXBTs Bericht klären.
Angesichts der Panikreaktionen am Markt ist es entscheidend, die fundamentalen Unterschiede zwischen USD1 und TerraUSD zu verstehen. TerraUSD basiert auf einem algorithmischen Arbitrage-Mechanismus, der die Anbindung aufrechterhält, wobei das Vertrauen in den LUNA-Token die Stabilität stützt. Bei einem Vertrauensverlust kann eine unkontrollierbare „Teufelskreis“-Krise ausgelöst werden.
USD1 hingegen behauptet, eine 1:1-Vollreserve zu verwenden, die durch reale Vermögenswerte gedeckt ist. Theoretisch ist das Rücknahmeverfahren unabhängig von Marktstimmungen. Die schnelle Erholung nach dem Entkoppeln bestätigt teilweise die Wirksamkeit der Liquiditätsmechanismen.
Dennoch ist die Lebensader eines Stablecoins stets das Vertrauen des Marktes, nicht nur die technische Architektur. WLFI hat bislang keine technischen Details des Angriffs offengelegt. Die kommenden Tage der Untersuchung werden zeigen, ob USD1 das Vertrauen hinter den 4,8 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung vollständig bewahren kann.
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