Ein Bericht weist darauf hin, dass das Jahr 2025 einen strukturellen Wendepunkt im Bereich der Netzwerksicherheit markiert. Das Echtzeit-Ereignis- und Risikodetektionsunternehmen Dataminr Inc. veröffentlichte den Ausblick auf Cyber-Bedrohungen für 2026, der zeigt, dass die Aktivitäten von Bedrohungsakteuren erheblich zugenommen haben, die auf Identitäten basierenden Angriffe beschleunigt wurden und Ereignisse mit “hohem Schaden” häufiger auftreten.
Dataminr verzeichnete im Jahr 2025 eine durchschnittliche monatliche Zunahme von 225 % bei Bedrohungswarnungen durch Akteure. Dies spiegelt die zunehmende Ausdehnung und Vernetzung des Risikoumfelds wider. Das Unternehmen identifizierte über 5000 Bedrohungsakteure, mehr als 18000 Ransomware-Warnungen und über 2 Millionen Domain-Imitate-Vorfälle.
Im Jahr 2025 erfasste Dataminr über 6,3 Millionen externe Bedrohungswarnungen, 4,8 Millionen Schwachstellenwarnungen und 3,1 Millionen digitale Risikowarnungen, wobei allein Phishing-Warnungen über 440.000 lagen. Unternehmensbetrugsfälle überstiegen 420.000, und Hacker-Dienstleistungsanzeigen erreichten mehr als 185.000.
Der Bericht hebt hervor, dass Identitäten heute zu den wichtigsten Angriffsflächen zählen, und weist darauf hin, dass etwa 30 % der Einbruchsversuche mit gültigen Anmeldeinformationen erfolgen. Der Trend, sich auf “Anmeldung statt Infiltration” zu konzentrieren, wird durch eine 84%ige Zunahme von informationsdiebstahlenden Malware (durch Phishing-Angriffe) und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei Social-Engineering-Aktivitäten vorangetrieben.
Was die finanziellen Auswirkungen betrifft, so zeigt der Bericht, dass obwohl die Anzahl der Ransomware-Angriffe stabil bleibt, die Schäden bei einzelnen Vorfällen im physischen Bereich größer werden. Laut der Schadensanalyse von Dataminr entstehen Cluster von Vorfällen mit erheblichen Verlusten von 100 Millionen oder sogar 1 Milliarde US-Dollar.
Organisationen sehen sich heute systemischen, vielschichtigen Angriffen gegenüber, die den Diebstahl von Anmeldeinformationen, Datenlecks, Betriebsunterbrechungen und regulatorische Risiken kombinieren – eine Bedrohung, die deutlich gefährlicher ist als isolierte Vorfälle in der Vergangenheit.
Der Bericht weist darauf hin, dass traditionelle technische Risikobewertungen wie das Common Vulnerability Scoring System (CVSS) nicht ausreichen, um die tatsächlichen Geschäftsrisiken widerzuspiegeln. Es ist notwendig, diese Bewertungen im Kontext der Angriffswahrscheinlichkeit, branchenspezifischer Muster und anderer Faktoren zu interpretieren und die finanziellen Auswirkungen zu modellieren.
Abschließend fasst der Bericht zusammen, dass die aktuelle Bedrohungslandschaft die Fähigkeiten reiner Sicherheitsteams übersteigt. Angesichts der jährlich eingehenden Signaldaten von über 4300 TB und der Millionen von Warnungen ist das Unternehmen der Ansicht, dass speziell entwickelte KI-Plattformen in der Lage sind, Frühwarnsignale zu verknüpfen, die Reaktionszeit zu verkürzen und katastrophale Verluste zu verhindern.