Ripple hat die Staking-Funktion für Ethereum und Solana in den Verwahrungsdiensten für Organisationen integriert und damit den Tätigkeitsbereich vom Asset-Storage auf die Bereitstellung zusätzlicher Dienste ausgeweitet – ein Faktor, der für große Investoren zunehmend zum Standard wird.
Die neue Funktion wurde in Zusammenarbeit mit Figment implementiert, einem Anbieter von Staking-Infrastruktur, der sich auf Organisationen spezialisiert hat. Dadurch können Ripple Custody-Kunden Staking auf führenden Proof-of-Stake (PoS)-Netzwerken anbieten, ohne eigene Validatoren betreiben zu müssen.
Diese Lösung zielt auf eine einfache Handhabung ab, wobei dennoch die Kontrollstandards auf Organisationsebene eingehalten werden – geeignet für Banken, Verwahrer und lizenzierte Vermögensverwalter, die Renditen aus Staking erzielen möchten, ohne die Staking-Aktivitäten außerhalb der internen Governance zu führen.
Gleichzeitig hebt dieser Schritt die strukturellen Unterschiede zwischen XRP und PoS-Assets hervor, die Organisationen häufig halten. Ethereum und Solana können Belohnungen gemäß Protokollmechanismen generieren, während XRP derzeit kein entsprechendes natives Staking-Mechanismus besitzt.
Im Kontext von Verwahrdiensten, die Krypto-Dienstleistungen mit bekannten Modellen wie Wertpapierkrediten oder Bargeldrenditen vergleichen, hat dieser Unterschied eine praktische Bedeutung.
Die Wahl von Ripple, mit Figment zusammenzuarbeiten, spiegelt die Prioritäten von Organisationen bei der Implementierung von Staking wider: klare Verantwortungsaufteilung, sichere Betriebsführung und überprüfbarer Kontrollrahmen.
Figment erklärt, dass Ripple die Erfahrung mit über 1.000 institutionellen Kunden, die non-custodial Architektur und die Ausrichtung auf regulierte Entitäten schätzt.
Diese Architektur ist besonders wichtig, da viele institutionelle Investoren eine klare Trennung zwischen Asset-Storage und Validator-Betrieb wünschen. Sie müssen transparent wissen, wer die Kontrolle über die Assets hat, wer die Infrastruktur betreibt und wie Risiken überwacht werden.
Staking ist auch mit Betriebsrisiken verbunden, etwa Anforderungen an Validator-Leistung und Slashing-Risiken. Für regulierte Organisationen geht es nicht nur um die Frage, ob Renditen erzielt werden können, sondern ob diese Renditen den Prüfungs- und Compliance-Prozessen standhalten.
Figment betont die Einhaltung von Standards wie dem Node Operator Risk Standard (NORS), der Betreiber von Nodes anhand von Kriterien wie Sicherheit, Resilienz und Governance bewertet – vergleichbar mit den Prüfprozessen im traditionellen Finanzwesen.
Ripple strebt an, Staking als integriertes Feature im Verwahrungsprozess zu etablieren, anstatt es als separates Infrastrukturprojekt zu entwickeln. Dieser Ansatz passt zur Markttrends im Verwahrgeschäft, bei dem Organisationen Anbieterfragmentierung reduzieren und Dienste in einem kontrollierten, zentralisierten Betriebsmodell bündeln möchten.
Die Ergänzung von Staking für Ethereum und Solana verdeutlicht, was XRP noch fehlt: Belohnungen auf Protokollebene.
Auf Verwahrungs-Ebene bedeutet dies, dass die Plattform nur Speicherung, Übertragung und Berichterstattung mit XRP anbietet, aber keine regelmäßigen On-Chain-Renditen basierend auf einem nativen Mechanismus der Assets.
Das Ripple-Ökosystem diskutiert derzeit die Möglichkeit des Stakings auf dem XRP Ledger (XRPL). Laut RippleX-Entwicklern erfordert die Gestaltung eines Staking-Systems auf XRPL zwei zentrale Elemente: eine nachhaltige Belohnungsquelle und einen fairen Verteilungsmechanismus.
Derzeit nutzt XRPL eine Transaktionsgebühren-Verbrennungsmechanik anstelle einer Belohnungsverteilung an Validatoren, wobei die Vertrauenswürdigkeit der Validatoren auf ihrer Leistung basiert und nicht auf eingesetztem Kapital. Das bedeutet, dass bei einer Einführung von Staking die wirtschaftliche Struktur des XRPL angepasst werden müsste, nicht nur die Aktivierung von Belohnungen.
Bemerkenswert ist, dass die Amendment-Tracking-Systeme des XRPL bislang keine Staking-Entwürfe in Entwicklung oder Abstimmung verzeichnen. Dies deutet darauf hin, dass Staking auf XRPL noch nicht in der praktischen Implementierungsphase ist.
Für institutionelle Kunden ist diese Differenzierung relevant: Die Renditen von Ethereum und Solana sind vorhanden, messbar und können heute betrieben werden; das native Staking von XRP bleibt dagegen Gegenstand von Diskussionen, bei denen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch nicht finalisiert sind.
Während die Produktpalette im Verwahrgeschäft erweitert wird, verzeichnen XRP-bezogene Investmentprodukte stärkere Zuflüsse als Ethereum und Solana.
Laut den Daten der letzten Woche flossen in XRP-bezogene Produkte 63,1 Mio. USD, bei Solana waren es 8,2 Mio. USD und bei Ethereum 5,3 Mio. USD. Im Gegensatz dazu verzeichneten Bitcoin-Produkte einen Abfluss von 264 Mio. USD.
Diese Zahlen spiegeln eine positive Umverteilungsdynamik wider, bei der Investoren ihre Positionen anhand von Kursbewegungen anpassen, anstatt nur zu akkumulieren.
Die Kapitalflussdaten zeigen eine bekannte Realität im institutionellen Verwahrgeschäft: Das Investitionsinteresse an einem Token kann stark steigen, doch die Service-Completeheit ist eine andere Geschichte.
Mit anderen Worten: Das Interesse an XRP und die Vollständigkeit des XRP-Ökosystems sind zwei unterschiedliche Themen.
Ripple betont, dass die Erweiterung um Staking für andere Netzwerke die Rolle von XRP im langfristigen Strategieplan nicht schmälert.
Laut der kürzlich veröffentlichten „Institutional DeFi“-Roadmap positioniert sich das XRPL als Hochleistungs-Blockchain für tokenisierte Finanzen, mit Compliance-Tools und programmierbaren Funktionen für kontrollierte Anwendungsfälle.
Ripple beschreibt die Rolle von XRP unter anderem bei der Erfüllung von Reserveanforderungen, der Bezahlung von Transaktionsgebühren (die verbrannt werden) und im Auto-Bridging bei Devisen- und Kreditgeschäften.
Der Fahrplan sieht auch Funktionen wie On-Chain-Privatsphäre, lizenzierte Märkte und institutionelles Lending vor, die in den kommenden Monaten eingeführt werden sollen.
Diese Positionierung zeigt, dass XRP als Infrastruktur-Asset und nicht als Einkommensgenerierendes Asset betrachtet wird.
In diesem Modell helfen die Renditen von Ethereum und Solana, Organisationen in das Verwahr-Ökosystem zu ziehen, während XRPL als Plattform für die Umsetzung von regulierten On-Chain-Aktivitäten dient. XRP fungiert als Verbindungselement für Cross-Chain-Operationen, Sicherheiten und Transaktionsgebühren.
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