Der Kryptomarkt hat eine Phase betreten, die viele Veteranen als die dunkelste Stimmung in seiner Geschichte beschreiben. Der starke Rückgang von Bitcoin von 126.000 $ auf 77.000 $ hat landesweit Angst in der Branche ausgelöst.
Der DeFi-Analyst Ignas teilte kürzlich seine Perspektive zum aktuellen Zustand der Kryptomärkte.
Er beschrieb die Stimmung als deprimierender als bei früheren großen Abschwüngen. Dazu gehören der Bärenmarkt 2018, der COVID-Crash und der FTX-Zusammenbruch.
Der Vergleich ist gewichtiger, weil jede vorherige Krise einzigartige Merkmale hatte. Doch dieses Mal fühlt es sich anders an, so Marktteilnehmer.
Mehrere Faktoren tragen zu dem überwältigenden Gefühl der Unsicherheit bei, das Händler und Investoren erfasst.
Ich persönlich finde die Krypto-Stimmung am schlimmsten.
Deprimierender als 2018, Covid oder FTX-Crash.
– 2018 war in der Tat früh. Selbst wenn wir nicht wussten, ob Krypto überlebt, waren Einsätze oder Scheitern geringer. Unser (mein) Bag-Exposure war niedriger.
– Der Covid-Crash war heftig, und für einen Moment hätte ich…
— Ignas | DeFi (@DefiIgnas) 2. Februar 2026
Der aktuelle Abschwung stellt Bitcoins Narrative als Makro-Hedge gegen traditionelle Finanzen in Frage. Krypto hat alles erreicht, was es jahrelang angestrebt hat: ETFs, regulatorische Klarheit und institutionelle Akzeptanz.
Doch Bitcoin crasht, während andere makroökonomische Vermögenswerte steigen. Dies wirft Zweifel an der Rolle des digitalen Vermögenswerts als Wertspeicher auf. Ignas bemerkte, dass ohne die Makro-Hedge-Geschichte die aktuelle Bewertung von Bitcoin fragwürdig erscheint.
Die Bedenken hinsichtlich Quantencomputing fügen eine weitere Ebene existenzieller Risiken hinzu. Institutionen, die in die von BlackRock beworbene Narrative investiert haben, stehen nun vor unangenehmen Fragen.
Die Legitimität von Bitcoin als digitales Gold durchläuft ihren wichtigsten Test.
Der Altcoin-Markt steht vor einem schweren Glaubwürdigkeitsproblem, das über die Kursentwicklung hinausgeht. Der Glaube an alternative Kryptowährungen ist in einer Weise eingebrochen, die bei früheren Crashs nicht gesehen wurde.
Ignas wies darauf hin, dass nach COVID und FTX Investoren weiterhin in Ethereum und Altcoins investierten. Die heutige Marktlage erzählt eine andere Geschichte. Händler sind der Meinung, dass die meisten Altcoins grundsätzlich überbewertet sind.
Die Debatte um Aktien- versus Token-Wert offenbart Schwächen in den wirtschaftlichen Modellen der Kryptos.
Ethereum wird zu Bewertungen gehandelt, die seine Fundamentaldaten nicht rechtfertigen können. Wettbewerber erobern Marktanteile bei der institutionellen Akzeptanz, während Innovation stagniert.
Rain, ein weiterer Krypto-Analyst, hob technische Indikatoren hervor, die auf extreme Kapitulation hindeuten. Über 2 Milliarden Dollar an Liquidationen haben während des einmonatigen Verkaufs die gehebelten Positionen ausgelöscht.
Die Märkte bluten, die Angst erreicht ihren Höhepunkt, und die Narrative zerfallen.
Aber hier gewinnt die Überzeugung ihren Vorteil
- Schnelle Wende in der Stimmung
Im vergangenen Monat hat Bitcoin über 38 % seines Allzeithochs zurückgenommen, fiel von 126.000 $ auf ein lokales Tief von 77.000 $.Die Geschwindigkeit dieses… pic.twitter.com/s3DjNj5XvQ
— Rain (@raintures) 2. Februar 2026
Analysten ziehen Parallelen zu 2018 und den Tiefpunkten nach dem FTX-Zusammenbruch basierend auf der aktuellen Marktstruktur.
Bitcoin schwebt in der Nähe der Zone von 75.000–80.000 $, die einige als langfristiges Wertgebiet betrachten. ETF-Flüsse haben sich verlangsamt, während Privatanleger weiterhin abwarten.
Daten von CoinMarketCap untermauern die emotionale Verschiebung. Der Fear and Greed Index liegt bei etwa 15, was extreme Angst bedeutet. Frühere Zyklen zeigen, dass solche Werte in Konsolidierungsphasen auftreten. Die Stimmung bricht oft zusammen, bevor eine Erholung beginnt.
Volumenmuster zeigen Panikverkäufe und erzwungene Liquidationen.
Der Preis stabilisiert sich manchmal, während die Angst hoch bleibt. Diese Divergenz ist in früheren Zyklen aufgetreten. Sie spiegelt emotionale Kapitulation wider, nicht einen strukturellen Zusammenbruch.
Fear and Greed Index steht bei 15, Quelle: CoinMarketCap
Der Markt hat eine Phase betreten, die Ignas als „Depressionsphase“ bezeichnet, die andauern könnte. Mehrere strukturelle Probleme verstärken die psychologische Belastung der Investoren.
Institutionen umgehen Krypto-Natives, indem sie proprietäre Lösungen auf Basis von Open-Source-Infrastruktur aufbauen. Wenn Unternehmen Blockchain-Teams übernehmen, kaufen sie Eigenkapital und keine Tokens. Das lässt bestehende Token-Inhaber im Stich.
Geopolitische Instabilität sorgt für Vorsicht in einem ohnehin riskovermöglichten Umfeld. Händler konzentrieren sich auf Kapitalerhalt statt auf spekulative Wetten. Die Degen-Kultur, die frühere Rallyes angetrieben hat, ist verschwunden.
DAOs und Experimente mit Dezentralisierung stehen in der Kritik, da viele Projekte die „Dezentralisierungstheater“ aufgeben.
Die Innovation hat sich auf einem Plateau eingependelt, wenige radikale neue Konzepte entstehen. Die Marktexhaustion ist nach zahlreichen gescheiterten Narrativen real.
Rain ist der Ansicht, dass die Kernfundamentaldaten der Kryptos trotz des Schmerzes intakt bleiben. Dezentrale Netzwerke, programmierbares Geld und tokenisierter Wert entwickeln sich weiter. Entwickler arbeiten trotz des Abschwungs weiter.
Die aktuelle Verengung könnte Chancen für geduldiges Kapital schaffen. Historische Muster deuten darauf hin, dass extreme Angstzonen starken Erholungen vorangehen. Ob dieser Rücksetzer ein weiteres Zyklus-Tief markiert, wird bald sichtbar sein.