Autor: Fintax
CARF ist ein grenzüberschreitender Rahmen für den automatischen Austausch von Steuerinformationen im Bereich der Krypto-Assets, bei dem die Dienstleister für Krypto-Assets die Meldepflichtigen sind. Er dient dazu, die Steuerbehörden in den jeweiligen Rechtssystemen mit Informationen über Krypto-Transaktionen zu versorgen, die für die Steuerpflichtigen im eigenen Land relevant sind.
Laut den Informationen des OECD Global Forum haben bis Ende 2025 76 Länder und Regionen die Umsetzung von CARF zugesagt und werden die Einführung schrittweise vorantreiben.
Die erste Gruppe von Rechtssystemen plant, im Jahr 2027 den ersten automatischen Informationsaustausch durchzuführen, darunter Großbritannien und die Mitgliedstaaten der Europäischen Union; die zweite Gruppe plant die vollständige Umsetzung im Jahr 2028, darunter Singapur, die Vereinigten Arabischen Emirate und Hongkong (China).
Gemäß dem Systemplan wird die Sammlung der relevanten Transaktionsdaten ein Jahr im Voraus beginnen. Ab 2026 müssen die Dienstleister für Krypto-Assets die meldepflichtigen Transaktionsinformationen systematisch aufbereiten.

Abbildung 1: Überblick über den Umsetzungsfortschritt von CARF in den wichtigsten Rechtssystemen
In der oben genannten Planung hat Hongkong seine Teilnahme an CARF eindeutig zugesagt und wird die entsprechenden Arbeiten nach internationalem Zeitplan vorantreiben.
Hongkong plant, ab 2027 mit der Sammlung von Krypto-Asset-Transaktionsdaten zu beginnen, und im Jahr 2028 einen automatischen grenzüberschreitenden Informationsaustausch im Steuerbereich mit anderen Kooperationsrechtssystemen durchzuführen.
Dienstleister für Krypto-Assets, die unter der Regulierung Hongkongs operieren, müssen entsprechende Mechanismen für Datenkonformität und Meldepflichten einrichten. Die relevanten meldepflichtigen Transaktionen werden in den grenzüberschreitenden Informationsaustausch integriert.
Im Vergleich dazu hat das Festlandchina bisher keine Zusage zur Umsetzung von CARF gemacht.
Bis zu diesem Zeitpunkt ist das Festlandchina in keinem der CARF-Implementierungsbatches gelistet und wurde vom OECD auch nicht als Rechtssystem eingestuft, das zwar relevant ist, aber noch keine Teilnahme zugesagt hat.
Im aktuellen Regulierungsrahmen verfolgt das Festland eine strenge Haltung gegenüber Krypto-Transaktionen. Es gibt keine legalen Krypto-Asset-Dienstleister, die in das CARF-Meldesystem eingebunden werden könnten. Daher sind kurzfristig keine systematischen Teilnahmebedingungen für den Austausch von CARF-Informationen gegeben.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Festland China seit 2018 das CRS vollständig umsetzt und über reiche Erfahrung im Austausch von Finanzkontoinformationen verfügt.
Sollte es in Zukunft regulatorische Änderungen im Bereich der Krypto-Assets geben, verfügt das Festland auf systemischer und technischer Ebene über die Voraussetzungen, um an CARF anzuschließen.
Angesichts der aktuellen politischen Rahmenbedingungen ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Festland China im Jahr 2027 oder in den folgenden Jahren dem Rahmen beitritt, jedoch eher gering.