Verfasser: Zeus
Übersetzung: Block unicorn
Privatkredit bedeutet, Geld ohne Banken zu leihen. Einzelpersonen und Unternehmen müssen nicht zu Geschäftsbanken gehen, sondern leihen von privaten Kreditgebern. Diese können Investmentfonds, spezialisierte Kreditinstitute oder Finanzunternehmen sein. Der Kreditnehmer erhält die benötigten Mittel, während die Kreditgeber aufgrund des Risikos Zinsen verdienen. So einfach ist das. Das ist die Grundidee des Privatkredits.
Der Markt existiert, weil Banken nicht an jeden Kredite vergeben. Banken haben strenge Vorschriften, langwierige Prozesse, und viele Kreditanträge werden abgelehnt. Private Kreditgeber füllen die Lücke der Banken, aber da das Risiko höher ist und die Mittel oft länger gebunden werden, verlangen sie höhere Zinsen.
Deshalb sind die Renditen von Privatkrediten in der Regel höher als bei Sparkonten oder Staatsanleihen. Jemand zahlt für diese Rendite, sie entsteht nicht aus dem Nichts.
Langfristig war es schwierig, am Privatkreditmarkt teilzunehmen. Man braucht große Kapitalmengen, um einzusteigen, und das Kapital ist oft jahrelang gebunden. Es ist schwer, Positionen zu verkaufen, und nach der Investition sieht man nur begrenzt Informationen. Das ist vorteilhaft für große Investoren, aber schließt die meisten Menschen aus.
Tokenisierung hat die Natur des Privatkredits nicht verändert, sondern nur seine Funktionsweise. Kredite existieren weiterhin in der realen Welt, es gibt rechtliche Verträge, und die Kreditnehmer zahlen zurück. Der Unterschied ist, dass Eigentum nicht mehr durch Papierdokumente und schwer einsehbare Systeme verfolgt wird, sondern digital auf der Blockchain.
Man kann es so verstehen: Der Kredit selbst ändert sich nicht, nur das System drumherum wurde aufgerüstet. Deshalb ist Privatkredit heute eine der größten realen Vermögenswerte (RWA) auf der Chain.
Mehr Kapital fließt auf der Chain durch Kredite, als durch Gold, Aktien oder Immobilien. Das liegt daran, dass Investoren an stabile Einkünfte und Skalierbarkeit interessiert sind.
Ein einfaches Beispiel: Jemand nimmt einen Kredit auf, der durch den Wert eines Hauses besichert ist, und diese Kredite werden gebündelt. Investoren stecken Geld in dieses Portfolio und verdienen Zinsen, wenn der Hausbesitzer zurückzahlt. Durch Tokenisierung können Investoren ihre Anteile digital halten, den Rückzahlungsstatus klarer sehen und manchmal leichter kaufen oder verkaufen.
Ein weiteres Beispiel ist ein Privatkreditfonds. Diese Fonds vergeben gleichzeitig Kredite an viele Kreditnehmer. Tokenisierung ermöglicht kleinere Investitionsbeträge und einfacheren Zugang, während der Fonds weiterhin den üblichen Regeln und Regulierungen unterliegt.
Tokenisierung kann den Zugang vereinfachen, Verwaltungsaufwand reduzieren, die Geschwindigkeit erhöhen und die Transparenz verbessern. Sie kann Risiken jedoch nicht eliminieren. Wenn der Kreditnehmer die Rückzahlung einstellt, entstehen Verluste. Wenn viele gleichzeitig aussteigen, kann die Liquidität verschwinden.
Privatkredite via Tokenisierung sind im Kern immer noch Kredite. Man muss weiterhin dem Kreditnehmer vertrauen, dass er pünktlich zurückzahlt, und dem Fondsmanager, dass er seine Arbeit gut macht. Diese Technologie schützt nicht vor schlechten Krediten.
Daher ist bei der Bewertung eines Privatkreditprodukts (egal ob blockchainbasiert oder nicht) die Frage einfach:
Wer leiht das Geld?
Warum braucht diese Person den Kredit?
Welche Sicherheiten gibt es?
Wie wird das Kapital zurückgeholt?
Warum gibt es diese Rendite?
Wenn die Antworten auf diese Fragen unklar sind, sollte man es lassen.
Deshalb ist Privatkredit bei Tokenisierung so wichtig. Es geht darum, wie man einen der größten Kreditmärkte der Welt auf eine bessere Basis stellt.