Ein Drittel der jungen Amerikaner hält Prediction Markets für die Zukunft. Und sie setzen ihr Geld dort ein, wo ihr Mund ist. Neue Umfragedaten von The New Consumer und Coefficient Capital zeigen, dass 31 % der Amerikaner glauben, dass Prediction Markets ein größerer und wichtigerer Teil der Kultur werden. Aber diese Zahl verschleiert eine generationenübergreifende Spaltung, die so groß ist wie die Lücke zwischen TikTok und Kabelnachrichten.
Jüngere Verbraucher sind viel bewusster über Plattformen wie Polymarket und Kalshi. Gen Z und Millennials zeigen 17 % Bekanntheit von Polymarket im Vergleich zu nur 4 % bei Gen X und älteren. Das Bewusstsein für Kalshi folgt demselben Muster: 13 % bei jüngeren Nutzern, 5 % bei älteren Generationen.
The New Consumer ist ein Forschungsprojekt, das sich auf die Bewertung von Markttrends und deren Einfluss auf das Verbraucherverhalten konzentriert. Die Berichte werden in Zusammenarbeit mit Coefficient Capital erstellt und sind nicht im Auftrag der untersuchten Subjekte. Die Umfrage, die mit über 3.000 US-Verbrauchern über Toluna durchgeführt wurde, erfolgt in einem Moment, in dem Prediction Markets schnell Geld sammeln. Kalshi sammelte im letzten Monat 1 Milliarde US-Dollar bei einer Bewertung von 11 Milliarden US-Dollar. Intercontinental Exchange—das Unternehmen, das die New York Stock Exchange besitzt—investierte 2 Milliarden US-Dollar in Polymarket bei einer Bewertung von 9 Milliarden US-Dollar.
Gemeinsam sind diese beiden Plattformen jetzt 20 Milliarden US-Dollar wert. Und sie verzeichnen ebenfalls enorme Handelsvolumen. Kalshi verarbeitet wöchentlich 1,7 bis 2,3 Milliarden US-Dollar, während Polymarket laut einer weit zitierten Dune-Dashboard zwischen 1 Milliarde und 1,7 Milliarden US-Dollar pro Woche handelt. Und die Kurve ist seit Jahresbeginn insgesamt “aufwärts gerichtet” – jede Plattform gewinnt Woche für Woche an Zugkraft. (Obligatorische Offenlegung: Myriad, ein Prediction Market, der von Decrypt’s Muttergesellschaft Dastan entwickelt wurde, brauchte drei Monate, um ein 10-faches Wachstum zu erreichen und übertraf sein Volumen-Ziel von 100 Mio. US-Dollar schneller als erwartet.) Daten von Google-Suchen erzählen die gleiche Geschichte. Das Interesse an Prediction Markets stieg während der Wahl 2024 stark an. Aber jetzt, da die Zahlen wieder auf Normalniveau sind, halten Prediction Markets das Suchinteresse 20-30-mal höher als vor der Wahl.
Das regulatorische Umfeld hat zu diesem Interesse-Höhepunkt beigetragen. Nach Jahren des Kampfes hat die CFTC unter Vorsitz von Michael Selig einen Ansatz übernommen, den die Branche als “zukunftsorientiert” bezeichnet—was Washington-Sprech für “wir werden dieses Ding nicht töten” ist. Polymarket, das 2022 aus den USA ausgeschlossen wurde, kehrte Ende 2025 mit voller Zustimmung der CFTC zurück. Kalshis rechtlicher Sieg über die CFTC im Mai 2025 öffnete Wahlmärkte auf Bundesebene, obwohl Kalshi kürzlich starken Widerstand von Landesregulierungsbehörden in Jurisdiktionen mit legalem Sportwettenmarkt erfuhr. Die Umfragedaten deuten darauf hin, dass junge Amerikaner diese Kämpfe als Geschwindigkeitsbremse, nicht als Hindernisse sehen. Auf die Frage, ob Sportwetten oder Prediction Markets im “Alltag” wichtiger werden, sagten 34 %, dass Sportwetten wichtiger werden, im Vergleich zu 31 % für Prediction Markets. Statistisch gesehen ist das ein Unentschieden. Und 38-39 % glauben, dass beide ungefähr gleich bleiben.
Der eigentliche Test steht noch bevor. Die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wird voraussichtlich 35 Milliarden US-Dollar an Wetten bringen. Sind Prediction Markets die Zukunft der Finanzen oder eine Blase, die platzt? Im Moment wetten ein Drittel der jungen Amerikaner auf Letzteres.