WalletConnect Pay und POS-Pionier Ingenico kooperieren und integrieren Stablecoin-Zahlungen in weltweit 40 Millionen Terminals. Verbraucher scannen QR-Codes, um zu bezahlen, die Transaktionsgebühren werden von 2-3% deutlich reduziert, und die Abwicklung erfolgt in Echtzeit. Hazeflow-Gründer Pavel Paramonov erklärt offen: „U-Karten sind tot“, da sie hohe Kosten, KYC-Privatsphäre und Abhängigkeit von Mittelsmännern aufweisen. Direkte Stablecoin-Zahlungen werden zum Mainstream.
WalletConnect-CEO Jess Houlgrave kündigte am Freitag an, dass WalletConnect Pay eine Partnerschaft mit Ingenico eingegangen ist, um den Zahlungsservice in ein Netzwerk zu integrieren, das über 120 Länder und mehr als 40 Millionen POS-Terminals weltweit abdeckt. Der Service wird ab sofort zunächst für Acquirer und Payment Service Provider (PSP) geöffnet und soll voraussichtlich im ersten bis zweiten Quartal 2026 in Europa eingeführt werden.
Ingenico, einer der weltweit größten Anbieter von POS-Terminals, ist in verschiedensten Einzelhandelsumgebungen präsent – von Supermärkten, Restaurants bis zu Tankstellen. Diese Kooperation bedeutet, dass Stablecoin-Zahlungen erstmals in großem Maßstab in die Mainstream-Einzelhandelsinfrastruktur eintreten, weg von nur Krypto-nativen Szenarien oder Pilotprojekten.
Das Kernstück dieser Integration ist „die Beibehaltung der bestehenden Infrastruktur der Händler“. Verbraucher brauchen nur ihre Krypto-Wallets zu scannen, um mit Stablecoins zu bezahlen, während die Händler im gewohnten Zahlungsrahmen bleiben. Es sind keine neuen Geräte oder Schulungen erforderlich; Händler aktivieren einfach die WalletConnect Pay-Funktion auf ihrem bestehenden POS.
Diese nahtlose Integration löst das größte Hindernis bei der Akzeptanz von Krypto-Zahlungen. Früher mussten Händler spezielle Software oder Hardware installieren, was Kosten und Komplexität erhöhte. WalletConnect Pay ermöglicht durch die nahtlose Verbindung mit bestehenden POS-Systemen erstmals eine relativ einfache Einbindung von Krypto-Zahlungen in den Mainstream.
Technisch gesehen werden bei einem QR-Code-Scan die Transaktionsdaten an die Wallet des Nutzers übertragen, die Transaktion bestätigt, und die Stablecoins werden direkt vom Wallet an die Blockchain-Adresse des Händlers oder an den Zahlungsdienstleister gesendet – alles innerhalb weniger Sekunden. Nach Bestätigung auf der Blockchain erhält das POS-System die Transaktionsbestätigung, und die Zahlung ist abgeschlossen, ohne auf traditionelle Bankabwicklungszyklen warten zu müssen.
Houlgrave betont bei der Positionierung von WalletConnect Pay die praktischen Vorteile für Unternehmen. Sie weist darauf hin, dass die Gebühren für traditionelle Kreditkartenzahlungen meist zwischen 2-3% liegen, was bei großen Einzelhändlern mit Milliardenumsätzen erheblich ins Gewicht fällt. Beispiel Walmart: Bei einem Jahresumsatz von 600 Milliarden USD bedeuten 2,5% Gebühren Kosten von bis zu 15 Milliarden USD.
Im Vergleich dazu können Stablecoin-Zahlungen zu geringeren Kosten abgewickelt werden. Die Transaktionskosten im Blockchain-Netzwerk liegen meist nur bei wenigen Cent bis wenigen Dollar, und selbst inklusive Gebühren der Zahlungsdienstleister bleibt die Gesamtsumme deutlich niedriger als bei Kreditkarten. Für Einzelhändler mit schmalen Margen ist das ein bedeutender Kostenvorteil.
Noch wichtiger ist die Geschwindigkeit der Abwicklung. Bei Kreditkartenzahlungen dauert es 1 bis 3 Werktage, bis die Gelder auf dem Händlerkonto sind, was die Liquidität einschränkt. Stablecoin-Zahlungen sind nahezu sofort abgewickelt, sodass Händler die Gelder sofort für Einkäufe, Gehaltszahlungen oder andere betriebliche Ausgaben nutzen können.
Für große Unternehmen bedeutet dies eine Effizienzsteigerung. Sofortige Abwicklung ermöglicht präzisere Cashflow-Prognosen und flexiblere Finanzplanung. Für kleine und mittlere Händler kann dies eine Alternative zur Reduzierung der Zahlungsgebühren sein, insbesondere bei grenzüberschreitenden Transaktionen, bei denen Stablecoins Wechselkursrisiken und hohe Überweisungsgebühren vermeiden.
Zudem bieten Stablecoin-Zahlungen Transparenz: Alle Transaktionen sind öffentlich auf der Blockchain einsehbar, Händler können den Status jeder Transaktion in Echtzeit verfolgen, ohne auf Bankauszüge angewiesen zu sein. Das vereinfacht das Finanzmanagement und reduziert Betrugsrisiken.
Mit der Ankündigung von WalletConnect Pay bekräftigt Hazeflow-Gründer Pavel Paramonov erneut seine Ansicht: „Krypto-Finanzkarten sind tot.“ In seinem früheren Artikel „Krypto-Finanzkarten haben keine Zukunft“ argumentierte er, dass U-Karten das traditionelle Zahlungssystem nicht revolutionieren, sondern die Macht von Banken und Visa stärken. Zudem weisen sie drei zentrale Schwachstellen auf:
Erstens: Hohe Gebühren. U-Karten sind im Wesentlichen Teil des traditionellen Kreditkartensystems. Jede Transaktion läuft über Visa oder Mastercard, und Händler zahlen weiterhin 2-3% Gebühren. Obwohl Nutzer den Eindruck haben, mit Krypto zu bezahlen, läuft im Hintergrund das alte Finanzsystem. Die Kartenanbieter erheben zusätzliche Umwandlungsgebühren, wenn Krypto in Fiat umgerechnet wird, was die Gesamtkosten erhöht.
Zweitens: KYC- und Datenschutzprobleme. Die Nutzung einer U-Karte erfordert eine strenge Identitätsprüfung, inklusive persönlicher Daten, Adressnachweise und Finanzinformationen. Das widerspricht den Prinzipien der Dezentralisierung und Privatsphäre bei Kryptowährungen. Zudem verfolgen die Kartenanbieter alle Transaktionen, was für Datenanalyse, Verkauf an Dritte oder staatliche Überwachung genutzt werden kann.
Drittens: Übermäßige Abhängigkeit von Mittelsmännern. U-Karten funktionieren nur durch die Genehmigung von Banken, Zahlungsnetzwerken und Regulierungsbehörden. Bei Problemen in einem dieser Bereiche sind Nutzer aufgeschmissen. In den letzten Jahren haben mehrere Anbieter wegen regulatorischem Druck den Service eingestellt, Karten wurden ungültig – ein zentrales Risiko, das im Widerspruch zu den dezentralen Prinzipien von Krypto steht.
Im Vergleich dazu sind Stablecoin-Zahlungen direkt am POS günstiger, kürzer im Ablauf und in Echtzeit auf der Blockchain abgerechnet. Sie sind eine Übergangslösung, die die Grenzen der U-Karten deutlich macht. Stablecoin-Direktzahlungen benötigen kein Visa-Netzwerk, keine Währungsumwandlung, und Nutzer behalten die volle Kontrolle über ihre Gelder. Transaktionsaufzeichnungen sind transparent, aber persönliche Daten bleiben geschützt.
Aus Branchenperspektive symbolisiert die Kooperation zwischen WalletConnect Pay und Ingenico den Übergang von „Finanzkarten“ hin zu einer praktisch auf der Blockchain basierenden Zahlungsabwicklung. U-Karten senken die Einstiegshürde für Krypto-Nutzer, die im Alltag digitale Assets verwenden wollen. Doch dieser Komfort geht auf Kosten der Kernmerkmale von Kryptowährungen.
Stablecoin-Direktzahlung stellt einen Paradigmenwechsel dar. Sie versucht nicht, Krypto in das bestehende Finanzsystem zu pressen, sondern schafft eine native Zahlungsinfrastruktur. Verbraucher zahlen direkt aus ihrer Wallet, Händler empfangen die Gelder auf der Blockchain – ohne Banken, ohne Visa, alles läuft auf der Chain.
Beispielsweise ermöglicht Trip.com in Singapur mit Triple-A, USDT und USDC zu akzeptieren, was als eine Übergangslösung gilt. Zwar ist auch hier ein Zahlungsdienstleister als Brücke notwendig, doch wird das traditionelle Bankkartennetz umgangen, was Kosten und Effizienz deutlich verbessert.
Mit zunehmender Regulierung und Weiterentwicklung der Zahlungsinfrastruktur wird in Zukunft mehr stationärer Handel digitale Asset-Zahlungen akzeptieren. Regierungen in den USA, der EU und Singapur entwickeln bereits Regulierungsrahmen für Stablecoins, um legale Hürden zu beseitigen. Mit wachsender Rechtssicherheit werden mehr Händler Stablecoins als Zahlungsmittel akzeptieren.
In diesem Wandel wird der Wert der U-Karten langfristig auf die Probe gestellt. Für Early Adopters waren sie ein wichtiges Bindeglied zwischen Krypto- und Realwelt. Mit der Möglichkeit, Stablecoins direkt im Alltag zu verwenden, wird die Übergangsrolle der U-Karten immer offensichtlicher und sie könnten letztlich in der Geschichte verschwinden.