
OECD treibt die Inkraftsetzung des CARF zum 01.01.2026 voran, 75 Länder setzen es um, um die Lücken bei der Besteuerung von Krypto-Assets im Rahmen von CRS zu schließen. Es wird die Meldung von Fiat-Währungsumtauschen, Asset-Transfers und Transaktionen verlangt, die Dokumentation wird fünf Jahre aufbewahrt. Hongkong wird es 2028 umsetzen und umfasst Stablecoins, Derivate und bestimmte NFTs.
CARF (Crypto-Asset Reporting Framework) ist ein globaler Rahmen für die steuerliche Transparenz bei Krypto-Assets, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) maßgeblich entwickelt wurde. Er wurde 2022 vorgeschlagen und tritt ab dem 01.01.2026 in Kraft. Bisher waren Krypto-Transaktionen aufgrund ihrer dezentralen und anonymen Natur oft außerhalb des traditionellen Finanzsystems, was eine umfassende Überwachung erschwerte und die entsprechenden Transaktionsinformationen lange Zeit außerhalb der Regulierung ließ.
Daher deckte der zuvor implementierte CRS hauptsächlich Finanzanlagen ab, die bei Banken, Brokerhäusern usw. gehalten werden. Viele Krypto-Transaktionen erfolgen jedoch über Wallets oder dezentrale Plattformen und fallen somit lange Zeit außerhalb der Meldepflicht. CRS (Common Reporting Standard) ist ein globaler Informationsaustauschstandard für grenzüberschreitende Finanzkonten, der die internationale Steuertransparenz verbessern soll. Im Krypto-Bereich verwalten viele Nutzer ihre Assets direkt in Wallets oder auf Plattformen, die nicht unter CRS fallen, sodass die Transaktionen nicht meldepflichtig sind.
Vor diesem Hintergrund hat die OECD zusammen mit den G20-Ländern CARF eingeführt, um einen grenzüberschreitenden Mechanismus für die Meldung und den Austausch von Steuerinformationen zu Krypto-Assets zu schaffen und so die langjährige regulatorische Lücke im Krypto-Bereich zu schließen. Mit der schrittweisen Umsetzung von CARF werden digitale Krypto-Assets nicht mehr als steuerliche Grauzone betrachtet, sondern in klarere Melde- und Regulierungsrahmen integriert, wodurch die bisher unklare Abgrenzung zunehmend geklärt wird.
Gemäß CARF müssen teilnehmende Länder und Regionen in einheitlicher, standardisierter Weise regelmäßig Steuerinformationen zu Krypto-Asset-Transaktionen austauschen, insbesondere mit den Steuerbehörden des Wohnsitzlandes der Steuerpflichtigen. Mit anderen Worten: Es soll den Steuerbehörden ermöglichen, wie bei der Überwachung von Bankkonten, Einblick in die Krypto-Transaktionen von Personen und Institutionen zu erhalten.
Laut einem Bericht der OECD haben bis zum 04.12.2025 bereits 75 Jurisdiktionen die Umsetzung des Rahmens zugesagt. Darunter sind die ersten 48 Länder und Regionen, die ab dem 01.01.2026 mit der Sammlung der CARF-relevanten Daten beginnen und ab 2027 den Informationsaustausch zwischen den Mitgliedsländern starten wollen. Das bedeutet, dass die Steuerpflicht auf Krypto-Assets ab 2026 Realität wird, und die Transaktionsdaten der Investoren im Jahr 2026 ab 2027 zwischen den Steuerbehörden ausgetauscht werden.
Zu den ersten Ländern und Regionen, die CARF umsetzen, gehören die wichtigsten europäischen Volkswirtschaften, Finanzzentren im asiatisch-pazifischen Raum sowie einige Länder in Lateinamerika und Afrika. Diese breite geografische Abdeckung stellt die Wirksamkeit des Rahmens sicher, da grenzüberschreitende Transfers von Krypto-Assets sehr einfach sind. Wenn nur wenige Länder die Regelung umsetzen, könnten Investoren ihre Assets leicht in Nicht-Umsetzungsstaaten verlagern, um Regulierungen zu umgehen. Das kollektive Handeln der 75 Jurisdiktionen schließt diese regulatorische Arbitrage praktisch aus.
Zur Förderung der CARF-Implementierung hat das OECD-Forum für Steuertransparenz und Informationsaustausch die entsprechenden Verfahren für die Jurisdiktionen festgelegt, um klarzustellen, welche Jurisdiktionen die Umsetzung von CARF verpflichtend zusagen müssen. Ziel ist es, sicherzustellen, dass alle relevanten Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen unter den CARF-Rahmen fallen. Dieser standardisierte Prozess sorgt für eine einheitliche Umsetzung in den Ländern und vermeidet regulatorische Schlupflöcher oder Doppelregulierungen.
Als internationaler Finanzzentrum hat Hongkong eine klare Umsetzungsplanung vorgelegt: Ab 2028 soll CARF eingeführt werden, um den automatischen Austausch von Steuerdaten im Zusammenhang mit Krypto-Transaktionen mit den entsprechenden Steuerjurisdiktionen zu gewährleisten. Bereits vorab hat die Hongkonger Regierung am 09.12.2025 eine öffentliche Konsultation zur Umsetzung des Krypto-Asset-Meldeframeworks und der Überarbeitung im Zusammenhang mit dem Common Reporting Standard gestartet und die strategische Ausrichtung für die weitere Umsetzung festgelegt.
2026: Abschluss der erforderlichen nationalen Gesetzesänderungen
2027: Beginn der Datenerfassung im Rahmen des Meldeprozesses
2028: Offizielle Einführung von CARF
2029: Beginn der Umsetzung der neuen revidierten Common Reporting Standard
CARF richtet sich nicht gegen die Krypto-Assets selbst, sondern gegen die Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen. Nach CARF-Definition sind alle, die im gewerblichen Umfang Krypto-Asset-Transaktionen für Kunden anbieten oder im Auftrag durchführen, sogenannte Krypto-Asset-Service-Provider. Dazu zählen zentralisierte Börsen, Verwahrer für Krypto-Assets, bestimmte dezentrale Handelsplattformen (wenn sie Verwahr- oder Vermittlungsdienste anbieten) sowie Zahlungsdienstleister für Krypto-Assets.
Der Geltungsbereich umfasst Assets, die ohne traditionelle Finanzinstitute gehalten und transferiert werden können, also Stablecoins, Derivate auf Krypto-Assets sowie bestimmte NFTs. Allerdings sind im Rahmen der „relevanten Krypto-Assets“ drei Asset-Kategorien von der Meldepflicht ausgenommen: Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC), tokenisierte Aktien oder Anleihen, die bereits als Wertpapiere gelten, sowie regulierte Finanzinstrumente.
Krypto-Asset-Service-Provider, die unter CARF fallen, müssen entsprechende Meldepflichten erfüllen, Daten erfassen und Sorgfaltspflichten nachkommen. Sie sind verpflichtet, die Identität der Nutzer zu verifizieren, Konten und Transaktionen zu dokumentieren und die relevanten Transaktionen zusammenfassend zu melden. Zudem müssen sie alle Dokumente und Unterlagen mindestens fünf Jahre aufbewahren (gerechnet ab dem Datum, an dem sie die meldepflichtigen Informationen eingereicht haben).
Fiat-Währungsumtausch: Umtausch zwischen Krypto-Assets und Fiat-Währung
Krypto-Asset-Umtausch: Tausch zwischen verschiedenen Krypto-Assets
Asset-Transfers: Übertragung von Krypto-Assets (einschließlich meldepflichtiger Retail-Zahlungen)
Darüber hinaus gilt: Für Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen, die nicht meldepflichtig sind, müssen Steuerpflichtige dennoch die Übertragung ihrer Krypto-Assets an Nicht-Asset-Provider oder Finanzinstitute melden. Das bedeutet, dass auch bei Nutzung von Self-Custody-Wallets bestimmte Transaktionen meldepflichtig sein können.
Mit der Umsetzung von CARF werden Krypto-Asset-Transaktionen schrittweise in den einheitlichen grenzüberschreitenden Steuerinformationsaustausch integriert. Die Nachvollziehbarkeit und Regulierung der Transaktionen wird dadurch verbessert. Bei Transaktionen auf Plattformen, etwa beim Umtausch von Krypto-Assets in Fiat, bei Asset-Transfers oder grenzüberschreitenden Bewegungen, könnten die Daten künftig gemäß den Vorgaben gemeldet und ausgetauscht werden.
Für Anbieter von Krypto-Asset-Dienstleistungen bedeutet dies höhere Anforderungen an die Identifikation der Kunden, die Dokumentation der Transaktionen und das Risikomanagement. KYC-Prozesse (Know Your Customer) werden strenger, die Systeme zur Aufzeichnung und Meldung von Transaktionen müssen erheblich aufgerüstet werden. Kleinere Börsen könnten vor erheblichen Compliance-Kosten stehen, während größere, regulierte Börsen dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangen.
Für Privatnutzer ist es wichtig, sich mit den Rahmenbedingungen vertraut zu machen, um keine regulatorischen Risiken zu riskieren. Die Umsetzung von CARF ist vom Vorschlag in die konkrete Phase übergegangen. Mit zunehmender Beteiligung weiterer Länder und Regionen werden Krypto-Assets und digitale Finanzaktivitäten in klarere, vorhersehbare grenzüberschreitende Regulierungsrahmen eingebunden. Nutzer sollten beginnen, vollständige Transaktionsaufzeichnungen zu führen und bei der Steuererklärung aktiv ihre Erträge anzugeben.