Das Spiel zwischen Freiheit und Klarheit: Grundlegende Untersuchung des polnischen Steuer- und Regulierungssystems für Kryptowährungen

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Verfasser: FinTax

1 Einleitung

Bis Ende 2025 hat Polen einen intensiven Kampf um die Regulierungsgesetze für Krypto-Assets geführt. Laut offizieller Bekanntmachung der polnischen Regierung wurde am 9. Dezember 2025 der Gesetzentwurf zum Markt für Krypto-Assets vom Ministerrat verabschiedet, eingereicht vom Finanz- und Wirtschaftsminister. Nachdem der Gesetzentwurf am 2. Dezember vom Präsidenten abgelehnt wurde, wurde er mit identischem Wortlaut erneut vorgelegt. Dieses Patt hat dazu geführt, dass Polen eines der wenigen EU-Länder ist, das noch keine nationale Gesetzgebung zur Umsetzung der „Verordnung über die Regulierung des Marktes für Krypto-Assets“ (MiCA) abgeschlossen hat. Gleichzeitig ist die achte EU-Steuerverwaltungskooperationsrichtlinie (DAC8) seit dem 1. Januar 2026 in Kraft, als formale Regelung zur Umsetzung des OECD-„Rahmens für die Meldung von Krypto-Assets“ (CARF) in der EU. DAC8 zielt darauf ab, Krypto-Assets in internationale Steuertransparenzstandards einzubinden und die grenzüberschreitende Steuerzusammenarbeit zu vertiefen. Die Richtlinie verlangt von Anbietern von Krypto-Asset-Dienstleistungen, Transaktionsdaten ihrer Nutzer bei den Steuerbehörden zu melden und den Informationsaustausch innerhalb der EU zu ermöglichen. Wie bei MiCA, das die Mitgliedstaaten zur Einrichtung nationaler Aufsichtsmechanismen verpflichtet, ist auch für DAC8 die Umsetzung durch nationale Gesetzgebung notwendig, um die Meldepflichten rechtlich verbindlich zu machen.

Im Zuge des globalen Trends, die Krypto-Branche in Richtung Klarheit, Transparenz und Regulierung zu führen, ist es besonders wichtig, die wichtigsten regulatorischen Muster zeitnah zu verfolgen. Dieser Artikel bietet eine Grundlagenerhebung zur polnischen Krypto-Regulierung und Steuerpolitik, um die Fortschritte im Bereich der Krypto-Asset-Regulierung und des Steuersystems in Polen zu skizzieren. Ziel ist es, Marktteilnehmern bei der Einhaltung von Vorschriften, der Umsetzung hoher Standards bei Transaktionsdatenmeldungen sowie beim Verständnis der komplexen makropolitischen Gestaltung zu helfen, Risiken zu erkennen und regulatorische Schwerpunkte zu identifizieren.

2 Überblick über die Regulierung und Steuerentwicklung bei Krypto-Assets in Polen

2.1 Gesamtkonzept

Das polnische Regulierungssystem für Krypto-Assets ist geprägt von einem „EU-Rahmen, der durch nationale Gesetzgebung ergänzt wird“. Derzeit liegt der Fokus auf der Umsetzung des „Gesetzes über die Regulierung des Marktes für Krypto-Assets“ (MiCA) in nationales Recht, doch eine legislative Blockade besteht aufgrund interner Differenzen: Die Regierung unter Führung von Premierminister Tusk verfolgt eine strenge Regulierungsstrategie, da das Gesetz für die nationale Sicherheit relevant sei und EU-Anforderungen schnell umgesetzt werden müssten. Der Präsident Navołoczy hingegen lehnt das Gesetz ab, um Bürgerfreiheiten zu schützen und Innovationen im Markt zu fördern. Das Patt zwischen beiden Seiten hat die endgültige Umsetzung von MiCA in Polen verzögert.

Auf regulatorischer Ebene strebt die polnische Behörde an, die nationale Umsetzung von MiCA voranzutreiben, wobei die Finanzaufsichtsbehörde (KNF) als zentrale Regulierungsinstanz fungiert. Es soll ein Volllizenzierungssystem für Krypto-Asset-Dienstleister (CASP) etabliert werden. Der Regulierungsbereich umfasst Börsen, Wallet-Provider, Token-Emittenten und andere Marktteilnehmer. Dabei stehen Anti-Geldwäsche- (AML) und Anti-Terror-Finanzierungs- (CFT) Verpflichtungen im Mittelpunkt, die die Identifikation der Kunden (KYC) und die Meldung verdächtiger Transaktionen vorschreiben.

Steuerlich hat Polen ein differenziertes System, das auf der Einkommensteuer (PIT) und der Körperschaftsteuer (CIT) basiert. Es sind klare Regeln für den Austausch von Krypto-Assets gegen Fiatgeld oder Waren sowie für steuerfreie Krypto-Krypto-Transaktionen festgelegt. Es gibt ein spezielles Meldesystem, das auf dem Formular PIT-38 basiert, sowie detaillierte Vorgaben zu Kostenabzug, Steuersätzen, Spenden in Kryptowährungen und Sanktionen. Das Steuersystem ist ausgereift und praktisch anwendbar.

2.2 Entwicklungsgeschichte

Vor 2018 fehlte es in Polen an einer systematischen gesetzlichen Regulierung für Krypto-Assets. Kryptowährungen wurden offiziell weder als gesetzliches Zahlungsmittel noch als Finanzinstrument anerkannt, sondern nur als „Rechte an Vermögenswerten“ betrachtet. Es gab keine spezielle Gesetzgebung, nur das Anti-Geldwäsche-Gesetz (AML) bot einen vorläufigen Regulierungsrahmen. Parallel plante das Finanzministerium eine Besteuerung von 1 % auf Krypto-Transaktionen nach bürgerlichem Recht, doch diese wurde wegen Bedenken hinsichtlich Überlastung der Steuerpflichtigen und Verletzung von Eigentumsrechten vorerst ausgesetzt.

Im November 2018 legte die Regierung einen Entwurf zur Änderung des Einkommenssteuerrechts vor, der die Steuerfreiheit für „Krypto-Krypto-Transaktionen“ festlegte. Für den Austausch von Krypto-Assets gegen Fiatgeld, Waren oder Dienstleistungen wurde eine Steuerpflicht von 19 % eingeführt. Dieser Entwurf trat am 1. Januar 2019 in Kraft.

Im November 2020 wurde ein neues PIT-38-Formular veröffentlicht, das speziell für die Steuererklärung von Kryptowährungen durch polnische Einwohner entwickelt wurde. Damit wurde eine Lücke bei der Steuererklärung geschlossen und die Mechanismen für die Steuerpflicht bei Krypto-Assets verbessert.

Im Februar 2024 veröffentlichte das Finanzministerium einen ersten Entwurf für das „Gesetz über den Markt für Krypto-Assets“, der die nationale Umsetzung von MiCA einläutete. Dieser Entwurf wurde öffentlich zur Stellungnahme ausgelegt und enthielt Kernpunkte wie Regulierungsbehörden und Lizenzanforderungen für CASP.

Im August 2024 wurde die Version des Gesetzes aktualisiert, wobei die Übergangsfrist für die Umsetzung von MiCA von Ende 2025 auf den 30. Juni 2025 vorgezogen wurde, um eine schnellere Anpassung der Marktteilnehmer zu erzwingen.

Im September 2025 verabschiedete das polnische Parlament den „Gesetz über den Markt für Krypto-Assets“, wobei die Finanzaufsichtsbehörde (KNF) als Hauptregulierungsbehörde festgelegt wurde. Es wurden Lizenzanforderungen und Strafmaßnahmen bei Verstößen präzisiert. Das Gesetz wurde anschließend dem Senat vorgelegt.

Im Dezember 2025 wurde das Gesetz vom Präsidenten abgelehnt, mit der Begründung, es sei zu restriktiv, gefährde Bürgerfreiheiten und könne Innovationen ersticken. Die Regierung reichte das Gesetz erneut in identischer Form ein, wodurch die legislative Blockade anhielt. Im selben Monat begann die öffentliche Konsultation zur nationalen Umsetzung der DAC8-Richtlinie, die ab 1. Januar 2026 in Kraft tritt und die Meldepflichten für Transaktionsdaten sowie den Informationsaustausch innerhalb der EU regelt.

Am 1. Januar 2026 trat DAC8 in Kraft. Die Berichte werden innerhalb von 9 Monaten nach Ende des Berichtsjahres automatisch zwischen den Mitgliedstaaten ausgetauscht, also bis zum 30. September 2027. Am 17. Dezember 2025 verabschiedete das Ministerium einen Entwurf zur Umsetzung von DAC8 in Polen, der noch im parlamentarischen Verfahren ist. Trotz leichter Verzögerung im Vergleich zu Deutschland oder Frankreich schreitet die Umsetzung planmäßig voran.

3 Das Regulierungssystem für Krypto-Assets in Polen

3.1 Kernregulierungsbehörden und Aufgabenverteilung

Polen hat die Finanzaufsichtsbehörde (KNF) als zentrale Regulierungsinstanz für den Krypto-Markt bestimmt. Sie ist für die umfassende Überwachung der Krypto-Asset-Branche zuständig, insbesondere für die Lizenzierung, Überwachung und Durchsetzung. Bei Marktzutritt prüft die KNF die Unternehmensstruktur, Kapitalausstattung, interne Kontrollen, Risikomanagement und AML-Programme der CASP. Nach positiver Prüfung erteilt sie Betriebslizenzen, die für Börsen, Wallet-Provider, Token-Emittenten und Beratungsfirmen gelten. Die laufende Überwachung umfasst quartalsweise Berichte zu Transaktionsvolumen, Kundenanzahl und Risikovorsorge. Bei Verstößen kann die KNF Bußgelder, Betriebseinschränkungen oder die Einleitung strafrechtlicher Verfahren anordnen. Zudem fördert die Behörde Innovationen durch spezielle Zentren und unverbindliche Stellungnahmen.

Neben der KNF arbeiten das Finanzministerium, die Steuerbehörde (KAS) und die Finanz-Informationsüberwachungsbehörde (GIFI) in einem Kooperationssystem. Das Finanzministerium gestaltet die Politik, leitet die Umsetzung von Gesetzen wie dem „Gesetz über den Markt für Krypto-Assets“ und überwacht die Einhaltung der AML- und Terrorismusfinanzierungsvorschriften. Es führt das Register der virtuellen Währungstätigkeiten und sorgt für Transparenz. Die Steuerbehörde (KAS) ist für Steuererklärungen, Steuererhebung und Compliance zuständig, führt das Register der Krypto-Asset-Unternehmen und fordert die Registrierung aller Marktteilnehmer. GIFI überwacht die Einhaltung der AML-Gesetze, analysiert verdächtige Transaktionen und kann Sanktionen verhängen.

3.2 Wichtige gesetzliche Regelungen

Die polnische Regulierung für Krypto-Assets gliedert sich in zwei Bereiche: Erstens die Umsetzung der EU-Gesetze, insbesondere das „Gesetz über den Markt für Krypto-Assets“ (MiCA) und die Steuerinformationen-Änderungsgesetze im Rahmen von DAC8. Diese regeln die Zuständigkeiten, Lizenzverfahren, Meldepflichten und Sanktionen. Zweitens das bestehende nationale Rechtssystem, das allgemeine Finanzregeln, AML- und Terrorismusfinanzierungsgesetze sowie Steuergesetze umfasst. Es setzt Grenzen für Krypto-Asset-Aktivitäten hinsichtlich Kapital, Steuermeldungen und Schutz der Rechte.

Das „Gesetz über den Markt für Krypto-Assets“ ist das zentrale Instrument zur Umsetzung von MiCA. Es definiert den Geltungsbereich, schließt unregulierte Vermögenswerte wie Bitcoin aus, legt die Lizenzpflicht für CASP fest, verlangt die Registrierung bei der KNF, differenziert nach Geschäftsart und Kapitalanforderungen, und schreibt AML- und Transparenzpflichten vor. Es enthält auch Maßnahmen zum Schutz der Investoren, z. B. Warnhinweise, Verbote für Minderjährige, Offenlegungspflichten und keine Garantieversprechen. Die Sanktionen reichen von hohen Geldbußen bis zu Freiheitsstrafen bei schweren Verstößen. Das Gesetz befindet sich noch im Gesetzgebungsprozess, wobei die Balance zwischen Regulierungstiefe und Marktfreiheit eine zentrale Rolle spielt.

Die Umsetzung der DAC8-Meldepflichten erfolgt durch Gesetzesänderungen, die die automatische Meldung grenzüberschreitender Transaktionen regeln. Anbieter müssen Kunden auf Steuerresidenz prüfen, Daten zu Identität, Konten und Transaktionen melden und diese Daten an die EU-Behörden austauschen. Ziel ist es, die Transparenz zu erhöhen und Schattenwirtschaft zu verringern.

4 Steuersystem für Krypto-Assets in Polen

Derzeit gibt es kein spezielles Steuergesetz für Krypto-Assets. Die steuerliche Behandlung basiert auf den bestehenden Gesetzen, vor allem PIT und CIT. Es gelten unterschiedliche Regeln je nach Steuerpflichtigem, Geschäftsmodell und Transaktionsart.

4.1 Einkommensteuer

In Polen gilt der Handel mit virtuellen Währungen als Verkauf von Vermögenswerten. Für private Nutzer sind Gewinne aus dem Verkauf grundsätzlich steuerpflichtig und müssen in der PIT-38 jährlich zusammengefasst werden, mit einem einheitlichen Steuersatz von 19 %. Steuerpflichtig sind Transaktionen, bei denen Krypto-Assets gegen Fiatgeld, Waren oder Dienstleistungen getauscht werden, z. B. bei Umwandlung in Euro oder Zloty, bei Kauf oder Verkauf, bei Schuldenbegleichung. Nicht steuerpflichtig sind Aktivitäten wie Wallet-Transfers, Mining, Staking oder Airdrops, solange keine Veräußerung erfolgt.

Der Steuerbetrag ergibt sich aus dem Einkommen minus nachweisbaren Kosten, z. B. Anschaffungskosten, Transaktionsgebühren. Kosten für Mining, Energie, Finanzierung oder Asset-Umwandlungen sind in der Regel nicht abzugsfähig. Auch bei Verlusten kann die Steuerbasis vorgetragen werden. Bei einem Jahresumsatz über 1 Million Zloty (ca. 240.000 €) kann eine Solidaritätssteuer von 4 % anfallen.

4.2 Körperschaftsteuer

Unternehmen unterliegen der Körperschaftsteuer (CIT). Die Regelung ist ähnlich wie bei Privatpersonen, mit einem Standardsteuersatz von 19 %. Für kleine oder Start-up-Unternehmen mit Jahresumsätzen bis zu 2 Mio. € gilt ein ermäßigter Satz von 9 %. Die Steuererklärung erfolgt jährlich, wobei die Kosten für Krypto-Transaktionen getrennt von anderen Betriebsausgaben zu erfassen sind.

4.3 Weitere Steuern

Zur Mehrwertsteuer (MwSt) sieht Polen derzeit keine Anwendung, da Kryptowährungen nicht als „Zahlungseinheit, Zahlungsmittel oder E-Geld“ eingestuft werden. Die umstrittene Transaktionssteuer wurde 2018 vorübergehend ausgesetzt. Für Transaktionen vor dem 13. Juli 2018 wurde eine Nachzahlung der PCC-Steuer verlangt, doch eine generelle Besteuerung ist derzeit ausgesetzt.

5 Zusammenfassung und Ausblick

Polens Steuer- und Regulierungssystem für Krypto-Assets ist durch Übergangs- und Reifephasen gekennzeichnet. Die Rahmenbedingungen sind klar und zielgerichtet. Die Umsetzung von MiCA ist im Gange, trotz legislativer Hürden ist die regulatorische Struktur mit der KNF als Kernorgan etabliert. Volllizenzierung, AML-Pflichten und die Anbindung an DAC8 werden vorangetrieben, um die Steuertransparenz zu erhöhen. Das Steuersystem ist auf bestehender Basis aufgebaut, differenziert nach Akteuren und Geschäftsmodellen, mit klaren Steuersätzen und kleinen Steuererleichterungen für KMU. Insgesamt ist das Umfeld relativ stabil und kontrollierbar.

Der Trend geht eindeutig in Richtung Regulierung, Transparenz und Compliance. Mit der Weiterentwicklung der Gesetzgebung und der Harmonisierung mit EU-Standards wird Polen für Marktteilnehmer planbare Rahmenbedingungen schaffen, qualifizierte Krypto-Unternehmen anziehen und die Branche in einem legalen Rahmen nachhaltig entwickeln. Mit der Umsetzung von DAC8 wird die grenzüberschreitende Steuerzusammenarbeit im Krypto-Bereich weiter gestärkt, was die Integration des polnischen Marktes in die europäische Regulierungslandschaft fördert.

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