BNY Mellon hat tokenisierte Einlagen eingeführt, um institutionelle Abwicklungen mithilfe eines privaten Blockchain-Systems zu beschleunigen.
Die Plattform konzentriert sich auf Sicherheiten- und Margenflüsse, während die Einhaltung der Vorschriften innerhalb bestehender Banksysteme gewährleistet bleibt.
Große Institutionen setzen zunehmend auf tokenisierte Einlagen, da die Regulierung den Einsatz von Blockchain innerhalb traditioneller Banken unterstützt.
BNY Mellon bestätigte Pläne, digitale Darstellungen von institutionellen Kundeneinlagen auf seiner privaten Blockchain auszugeben. Der Service gilt für Einlagen, die bereits auf der Bilanz der Bank geführt werden. Diese digitalen Aufzeichnungen werden mit bestehenden Banksystemen verbunden. Dadurch behalten Kunden den üblichen Abhebungszugang, ohne operative Änderungen vornehmen zu müssen. Die Initiative richtet sich an Institutionen, die schnellere Abwicklungen und eine bessere Liquiditätsübersicht in regulierten Märkten anstreben.
BNY MELLON STARTET TOKENISIERTE EINLAGEN FÜR ONCHAIN-CRYPTO-ÜBERTRAGUNGEN
BNY Mellon hat tokenisierte Einlagen eingeführt, die es Nutzern ermöglichen, Bitcoin und andere Kryptowährungen direkt onchain zu übertragen, was einen bedeutenden Schritt eines großen globalen Bankinstituts in Richtung Integration traditioneller… pic.twitter.com/hv4pazL7sc
— Crypto Town Hall (@Crypto_TownHall) 10. Januar 2026
Die Bank wird das System auf einer privaten und permissioned Blockchain betreiben. Der Zugriff bleibt auf genehmigte Institutionen und digital-native Firmen beschränkt. BNY beschrieb den Start als einen Übergang von interner Erkundung zu einer live Finanzinfrastruktur. Die Entscheidung spiegelt die wachsende Nachfrage nach Blockchain-Tools wider, die innerhalb traditioneller Bankrahmen funktionieren.
BNY plant, die Anfangsphase auf Sicherheiten- und Margenanforderungen zu fokussieren. Diese Aktivitäten erfordern oft eine schnelle Bewegung von Mitteln während volatiler Handelsphasen. Tokenisierte Einlagen sollen Verzögerungen bei der Abwicklung verringern, die mit veralteten Zahlungssystemen verbunden sind. Salden werden während des Handelstages onchain angezeigt, um operative Bedürfnisse zu unterstützen.
Die Einhaltung der Vorschriften und die Buchführung bleiben innerhalb der bestehenden internen Systeme von BNY. Allerdings werden operative Salden weiterhin auf der Blockchain sichtbar sein. Diese Struktur ermöglicht es der Bank, die regulatorische Aufsicht aufrechtzuerhalten und gleichzeitig das Intraday-Liquiditätsmanagement zu verbessern. BNY plant außerdem, das System auf eine kontinuierliche Verfügbarkeit auszudehnen. Das Ziel ist es, Aktivitäten außerhalb der regulären Marktzeiten zu unterstützen.
Die Einlagen-Token werden sich über die internen digitalen Plattformen von BNY verbinden. Sie werden auch mit einem tokenisierten Geldmarktfonds integriert, der gemeinsam mit Goldman Sachs entwickelt wurde. Dieser Fonds wurde im Juli gestartet und konzentriert sich auf institutionelles Cash-Management. Die Verknüpfung unterstützt eine breitere Nutzung tokenisierter Vermögenswerte in regulierten Umgebungen.
Während der Entwicklung haben mehrere digitale Vermögensfirmen Beiträge geleistet. Zu diesen Firmen gehören Anchorage Digital, Circle, Paxos, Securitize und Ripple Prime. Ihre Beteiligung unterstreicht die engere Zusammenarbeit zwischen traditionellen Banken und Anbietern digitaler Infrastruktur. BNY hat 2021 seine Digital-Assets-Einheit gegründet.
2022 erweiterte die Bank ihr Angebot um Private-Key-Management und Krypto-Custody-Services. Die Plattform für tokenisierte Einlagen baut auf diesen Bemühungen auf. Zudem ging BNY Mellon 2024 eine Partnerschaft mit Ripple ein, um die Tokenisierung voranzutreiben.
BNY schützt Vermögenswerte von Kunden im Wert von 57,8 Billionen US-Dollar auf globalen Märkten. Das verwaltete Vermögen erreichte im September 2,1 Billionen US-Dollar. Jede digitale Einlagenangebot muss daher strenge Anforderungen an Verwahrung und Compliance erfüllen. Die tokenisierten Einlagen schaffen keine neuen Bankkonten. Sie stellen vielmehr bestehende Mittel dar, die bereits bei der Bank gehalten werden. Kunden behalten volle Abhebungsrechte.
Zu den ersten Nutzern gehören Intercontinental Exchange, Citadel Securities, DRW Holdings, Circle und Baillie Gifford. ICE plant, die Einlagen kontinuierlich über seine Clearinghäuser zu unterstützen. Der Start folgt auf frühere Arbeiten innerhalb der Treasury-Einheit von BNY, die täglich etwa 2,5 Billionen US-Dollar verarbeitet. Tokenisierte Einlagen unterscheiden sich von Stablecoins, da sie weiterhin direkte Bankverbindlichkeiten bleiben.
Die jüngste US-Gesetzgebung hat die Regeln für digitale Dollar-Instrumente klargestellt. Diese regulatorische Klarheit hat Banken wie JPMorgan, HSBC und Barclays ermutigt, ähnliche Initiativen voranzutreiben. Im vergangenen Jahr kündigte die Deutsche Bank Pläne an, Stablecoins und tokenisierte Einlagen zu erforschen.