Stand: 05. Januar 2026, bereitet US-Vertreter Ritchie Torres (D-N.Y.) die Einbringung des Gesetzes „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026“ vor, eines Gesetzesentwurfs, der darauf abzielt, Bundesbeamte, politische Amtsträger und Mitarbeiter der Exekutive vom Handel mit Vorhersagemarktverträgen im Zusammenhang mit Regierungspolitik oder politischen Ergebnissen auszuschließen, wenn sie über wesentliche nicht-öffentliche Informationen verfügen.

(Quellen: Polymarket)
Der Vorschlag erweitert die traditionellen Insider-Handelsverbote—die lange auf Wertpapiermärkte angewendet werden—auf aufkommende Vorhersageplattformen wie Polymarket und Kalshi. Das Gesetz wurde durch intensive Untersuchungen zu hoch getimten Wetten auf Polymarket ausgelöst, die am 3. Januar 2026 erheblich vom US-Militärschlag profitierten, bei dem venezolanischer Präsident Nicolás Maduro gefasst wurde.
Am 3. Januar 2026 kündigte Präsident Donald Trump an, dass US-Streitkräfte einen groß angelegten Angriff auf Venezuela durchgeführt hätten, bei dem Maduro und seine Frau Cilia Flores während eines nächtlichen Einsatzes in Caracas festgenommen wurden. Maduro wurde anschließend nach New York geflogen, um sich langjährigen US-Bundesanklagen zu stellen, darunter Narkoterrorismus-Verschwörung. Die Operation umfasste das Ausschalten venezolanischer Luftverteidigungssysteme und eine Delta-Force-Extraktion, was eine seltene Gelegenheit darstellte, bei der US-Streitkräfte einen amtierenden ausländischen Staatschef festnahmen.
Stunden vor Trumps öffentlicher Ankündigung stieg das Handelsvolumen auf Polymarket bei Verträgen, die auf Maduros Absetzung bis zum 31. Januar 2026 wetteten, dramatisch an. Ein neu erstelltes Konto—geöffnet Ende Dezember 2025—setzte etwa 32.000–32.500 US-Dollar bei niedrigen Quoten (ungefähr 6–7 Cent pro Anteil), was nach Abschluss des Vertrags einen Gewinn von über 400.000 US-Dollar (eine Rendite von über 1.200 %) einbrachte, nachdem der Vertrag nach der Festnahme aufgelöst wurde.
Die Blockchain-Analysefirma Lookonchain identifizierte mehrere Wallets (einige bereits Tage zuvor), die zusammen etwa 630.000 US-Dollar Gewinn bei ähnlichen Venezuela-bezogenen Wetten erzielten. Während einige Händler Gewinne auf öffentliche Signale zurückführten (z.B. durch Überwachung von Domino’s Pizza-Bestellungen im Pentagon-Bereich als Proxy für militärische Aktivitäten), schürte die genaue Timing-Informationen weit verbreitete Spekulationen über Insider-Informationslecks.
Die Rivalenplattform Kalshi betonte, dass ihre Regeln bereits den Handel mit wesentlichen nicht-öffentlichen Informationen verbieten, doch Polymarket operiert in einem regulatorischen Graubereich als dezentrale, kryptobasierte Plattform, die theoretisch für US-Nutzer eingeschränkt ist.
Laut Jake Sherman, Gründer von Punchbowl News, der sich auf Quellen beruft, die mit der Materie vertraut sind, würde das „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026“:
Das Büro von Torres beschrieb das Gesetz als eine Reaktion auf eine wachsende Lücke in der Aufsicht, da Vorhersagemärkte—mit einem Handelsvolumen in Milliardenhöhe—zunehmend sensible geopolitische und politische Ereignisse abdecken. Bisher wurden keine Co-Sponsoren bekanntgegeben, doch der Vorfall um Maduro hat die Einbringung beschleunigt.
Vorhersagemärkte wie Polymarket aggregieren die Weisheit der Masse, um Ereignisse vorherzusagen, und übertreffen oft traditionelle Umfragen. Sie sind jedoch im Vergleich zu Wertpapier- oder Rohstoffmärkten, die von der SEC oder der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) überwacht werden, nur schwach reguliert. Die CFTC verbietet grundsätzlich Verträge zu Krieg, Terrorismus oder Attentaten, doch die Durchsetzung ist bei Offshore- oder dezentralen Plattformen schwierig.
Der Vorfall hebt Spannungen hervor: Befürworter argumentieren, dass Insider-Informationen die Markengenauigkeit verbessern, während Kritiker warnen, dass sie die Integrität und das öffentliche Vertrauen untergraben. Separat dazu hat Polymarket im späten Dezember 2025 unautorisierte Kontenverletzungen gemeldet, die auf eine Sicherheitslücke bei der Authentifizierung durch Dritte zurückzuführen sind (jetzt behoben), die eine kleine Nutzerzahl betroffen hat.
Obwohl keine direkten Beweise vorliegen, die die profitablen Wetten mit Regierungsinsidern in Verbindung bringen, unterstreicht der Vorfall die Schwachstellen unregulierter Plattformen, die mit hochriskanten Ereignissen umgehen. Wird das Gesetz verabschiedet, könnte Torres’ Gesetz einen Präzedenzfall schaffen, Vorhersagemärkte stärker wie traditionelle Finanzmärkte zu behandeln, was Innovationen beeinträchtigen, aber das öffentliche Vertrauen stärken könnte.
Diese Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter globaler Aufmerksamkeit für US-Aktionen in Venezuela, mit internationalen Reaktionen, die von Verurteilungen bis hin zu Forderungen nach Maduros Freilassung reichen. Vorhersagemärkte ziehen weiterhin die Aufmerksamkeit der Mainstream-Medien auf sich, doch Vorfälle wie dieser könnten im Jahr 2026 zu umfassenderen regulatorischen Reformen führen.