Der CEO von Fetch.ai, Humayun Sheikh, hatte einen heftigen Streit mit der Ocean Protocol Stiftung, der die Zukunft des ehrgeizigsten KI-Kooperationsprojekts der Kryptowährungsbranche - der Artificial Super Intelligence Alliance (ASI Alliance) - gefährdet. Im Zentrum des Streits stehen etwa 286 Millionen Fetch.ai [FET] Tokens (im Wert von etwa 84 Millionen US-Dollar). Ocean Protocol kündigte Anfang Oktober seinen vollständigen Rückzug aus der ASI Alliance an, woraufhin Sheikh öffentlich beschuldigte, Ocean habe vor der Fusion heimlich Millionen von Tokens gemintet und umgewandelt. Mit der Eskalation des Streits gab eine bedeutende CEX bekannt, dass sie ab dem 20. Oktober die Unterstützung für Einzahlungen von OCEAN über das Ethereum-Netzwerk einstellen werde, was Besorgnis über Governance und Vermögenssicherheit auf dem Markt auslöste.
ASI Allianz wurde im Jahr 2024 gegründet und hat zum Ziel, die drei großen AI Blockchain-Projekte Fetch.ai, Ocean Protocol und SingularityNET zu vereinen und ein einheitliches Token-Framework zu bilden.
· Ocean Protocol verlässt die Allianz
Die Ocean Protocol Stiftung gab Anfang Oktober bekannt, dass sie vollständig aus der ASI-Allianz austritt und alle Vorstands- und Mitgliedspositionen niederlegt, was das Ende der Zusammenarbeit mit Fetch.ai und SingularityNET markiert.
Die Stiftung deutete auf tiefergehende Konflikte hin, gab jedoch an, aufgrund rechtlicher Einschränkungen vorübergehend nicht alle Einzelheiten offenlegen zu können.
· Die „Teppichboden-Kampagne“ des CEO von Fetch.ai
Die angespannte Situation eskaliert, Sheikh hat auf X Ocean Protocol beschuldigt, im Jahr 2023 719 Millionen OCEAN Token geprägt zu haben und im Juli 2025 davon 661 Millionen in 286 Millionen FET Token umgewandelt zu haben.
Er behauptet, dass der größte Teil dieser Token unter nicht ordnungsgemäß offengelegten Umständen an Mainstream-CEX und Handelsunternehmen wie GSR Markets, ExaGroup transferiert wurde. Sheikh bezeichnete diesen Schritt als “Rug Pull” und forderte Institutionen wie die Mainstream-CEX auf, dies zu untersuchen.
Sheikh zitiert Blockchain-Daten und offenbart detailliert die Transaktionsaufzeichnungen, die 8400 Millionen Dollar FET Token betreffen.
· Tokenfluss zu CEX und Handelsunternehmen
Sheikh zitierte On-Chain-Daten, die zeigen, dass zwischen dem 3. Juli 2025 und dem 14. Juli 2025 über 76 Millionen FET Token an eine bestimmte Brieftasche übertragen wurden, wobei 21 Millionen an CEX gesendet wurden und über 55 Millionen an Adressen, die mit GSR verbunden sind.
Zusätzlich wurden 13,5 Millionen FET auf ein angeblich von ExaGroup finanziertes Konto übertragen, nahezu 200 Millionen verbleibende Token wurden anschließend im August auf mehrere Gnosis Safe Wallets verteilt.
· CEX ergreift Maßnahmen
Mit zunehmenden Streitigkeiten gab eine CEX am Mittwoch bekannt, dass sie ab dem 20. Oktober die Unterstützung für Einzahlungen von OCEAN Token über das Ethereum-Netzwerk einstellen wird und warnte, dass Einzahlungen von ERC-20 OCEAN Token nach diesem Datum zu Vermögensverlusten führen könnten.
Sheikh glaubt, dass dieser Schritt widerspiegelt, dass die Börse die Bedenken der Community bezüglich der Ocean-Übertragung “gehört hat”.
Ocean Protocol weist die Vorwürfe der Missbrauchs zurück und bestätigt, dass der Streit in die offizielle Schiedsverfahren-Phase eingetreten ist, wobei der Kern des Allianzbruchs in den fundamentalen Differenzen der Token-Ökonomie liegt.
· Ocean Protocol weist die Anschuldigungen zurück
Die Ocean Protocol Stiftung hat in einer Erklärung die Vorwürfe des Missbrauchs von 84 Millionen Dollar Token zurückgewiesen und bestätigt, dass ihre Schatzkammer “intakt bleibt”.
Die Stiftung erklärte, dass sie vorgeschlagen hat, auf die Vertraulichkeit des Schiedsspruchs zu verzichten, um Transparenz zu gewährleisten, behauptete jedoch, dass dieser Vorschlag von Fetch.ai CEO abgelehnt wurde.
· Die Token-Konsolidierungsstruktur ist der zentrale Widerspruch
Ocean Protocol konzentriert sich auf den Aufbau eines dezentralen Datenmarktes, während Fetch.ai sich auf die Entwicklung autonomer KI-Agenten konzentriert. Der grundlegende Unterschied zwischen beiden liegt in der Token-Ökonomie und der Projektrichtung.
Laut dem ASI Fusionsplan können OCEAN Inhaber ihre Token zu einem festen Wechselkurs gegen FET (später umbenannt in ASI) eintauschen. Die Ocean-Gemeinschaft ist der Ansicht, dass diese Regelung nachteilig für ihre langfristige Tokenwertstrategie ist, was dazu führte, dass ca. 270 Millionen OCEAN Token noch nicht umgetauscht wurden.
· Rechtliche Schritte und Marktauswirkungen
Sheikh verpflichtet sich, persönliche Mittel in mindestens drei Jurisdiktionen für eine Sammelklage bereitzustellen.
Aufgrund dieser Kontroversen ist der Preis von FET in den letzten 24 Stunden um fast 10% auf 0,2954 Dollar gefallen, während OCEAN auf 0,26 Dollar gefallen ist und seit März bereits über 70% seines Wertes verloren hat.
Der Bruch der ASI Allianz und die Tokenmissbrauchsvorwürfe von Fetch.ai gegen Ocean Protocol offenbaren die erheblichen Risiken von Konflikten in der Governance und Tokenökonomie im Bereich der dezentralen KI. Dieser hochriskante Rechtsstreit und das Eingreifen von mainstream CEX bringen zweifellos enorme Unsicherheiten für die Inhaber von FET und OCEAN mit sich. Unabhängig vom Ergebnis des Schiedsverfahrens wird dieses Ereignis zu einem Warnfall für Governance-Modelle und Projektvertrauen in der dezentralen KI-Kooperation werden.
Dieser Artikel ist eine Nachrichteninformation und stellt keine Anlageberatung dar. Der Kryptowährungsmarkt ist volatil, Investoren sollten vorsichtig entscheiden.