Die Zentralbank Russlands und die Moskauer Börse (Moscow Exchange) treiben aktiv die Verwendung von Tokenisierungslösungen voran, um ausländischen Investoren einen neuen Zugang zum Kauf von Aktien russischer Unternehmen zu eröffnen. Der erste stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank Russlands, Vladimir Chistyukhin, und der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Moskauer Börse, Sergei Shvetsov, haben beide ihre Unterstützung für dieses Vorhaben bekundet und betont, dass die Tokenisierung es ermöglichen kann, die derzeit im russischen Finanzsystem “sanktionierten Infrastrukturen und Mittelsmänner” zu umgehen. Dieser Schritt wird nicht nur als wirksames Mittel zur Bekämpfung westlicher Sanktionen angesehen, sondern auch als Beschleunigung der Integration des russischen Marktes in das globale digitale Finanzsystem, insbesondere zur Anwerbung von Investitionen aus BRICS und anderen befreundeten Rechtsordnungen.
· Zentralbank-Führung äußert sich klar: Der erste stellvertretende Vorsitzende der Zentralbank Russlands Vladimir Chistyukhin erklärte auf einem kürzlichen Finanzforum eindeutig, dass die Tokenisierung russischer Aktien eine “mögliche Option” sei. Er wies darauf hin, dass ausländische Partner eine Schlüsselrolle bei der Bereitstellung von Technologie- und Plattformlösungen spielen werden, um den Kauf und Verkauf russischer Vermögenswerte im Ausland zu ermöglichen.
· Vorschlag des Vorsitzenden der Moskauer Börse: Chistyukhin's Äußerungen folgten dem Vorschlag von Sergei Shvetsov, dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Moskauer Börse, Ende September. Shvetsov erklärte, dass ausländische Investoren daran interessiert seien, russische Aktien zu kaufen, und dass die Tokenisierung diese Nachfrage erfüllen könne, da sie nicht auf “sanktionierte Infrastruktur” angewiesen ist.
· Das Dilemma traditioneller Mittelsmänner: Shvetsov erklärt weiter, dass traditionelle Finanzlösungen oft die Nutzung von „sanktionierten Infrastrukturen sowie sanktionierten Mittelsmännern und Maklern“ erfordern, was in der gegenwärtigen Situation in Russland „leider häufig“ vorkommt. Die Tokenisierung ist eine der mehreren „Alternativlösungen“, die von den Moskauer Behörden in Betracht gezogen werden.
· **Unterstützung durch die Sovcombank: ** Ein Beamter der russischen Bankengruppe Sovcombank hat über RBC seine Unterstützung für das Programm zum Ausdruck gebracht und ist der Ansicht, dass die Tokenisierung “ein geeignetes Werkzeug” sein kann, **insbesondere um Investoren aus BRICS-Staaten oder aus “freundlichen Jurisdiktionen” wie den VAE, Kasachstan, Armenien anzuziehen.
· Beschleunigung der Integration des globalen digitalen Finanzsystems: Der Beamte fügte hinzu, dass die Tokenisierung von Aktien langfristig den Prozess “beschleunigen kann, mit dem der russische Markt in das globale digitale Finanzsystem integriert wird.”
· Technische Perspektive von Cifra Markets: Der geschäftsführende Direktor von Cifra Markets, Alexey Korolenko, stimmte ebenfalls zu. Er wies darauf hin, dass die Tokenisierung es Händlern mit begrenztem Kapital ermöglichen wird, Bruchteile von Aktien mit hoher Marktkapitalisierung zu kaufen.
· RWA-Bereich Mainstreaming: Korolenko betont, dass der Bereich der realen Vermögenswerte (RWAs) auf das “Mainstreaming” zusteuert und dass er “von einer hohen Nachfrage der Investoren” geprägt ist. Daher ist die Idee, russische Aktien zu tokenisieren, “vollkommen machbar”.
Trotz der optimistischen Aussichten haben Experten auch Warnungen bezüglich der Probleme ausgesprochen, die bei der Umsetzung gelöst werden müssen:
· Zuverlässigkeitsanforderungen und Eigentumskette: Alexey Korolenko weist darauf hin, dass Moskau sicherstellen muss, dass die betreffenden Dienstleister die Zuverlässigkeitsanforderungen der “gesamten Eigentums- und Tokenisierungskette” erfüllen können.
· Infrastruktur und Liquidität: Experten sind sich einig, dass die Aufsichtsbehörden die Infrastruktur und die Liquiditäts-Problematik der Tokenisierungs-Handelsplattformen sorgfältig prüfen müssen.
· Politisches Risiko: Darüber hinaus müssen die Regulierungsbehörden auch potenzielle “politische Risiken” berücksichtigen. Obwohl die Tokenisierung darauf abzielt, bestehende Sanktionen zu umgehen, könnte sie selbst auch ein Ziel zukünftiger internationaler politischer Druckmittel werden.
Die aktive Förderung der Tokenisierung von Aktien durch die Zentralbank Russlands und die Moskauer Börse ist ein wichtiger Bestandteil ihrer Finanzstrategie zur Umgehung globaler Sanktionen. Durch die Nutzung von Blockchain-Technologie, um die “sanktionierten Infrastrukturen” zu umgehen, kann nicht nur der Investitionsbedarf von freundlichen Ländern wie BRICS an russischen Vermögenswerten gedeckt werden, sondern es deutet auch darauf hin, dass Russland bestrebt ist, einen parallelen Kapitalfluss im Bereich der digitalen Finanzanlagen zu etablieren, der mit dem traditionellen Finanzsystem koexistiert. Der endgültige Erfolg dieses Plans wird jedoch davon abhängen, ob Russland ein Gleichgewicht zwischen der Zuverlässigkeit, Liquidität der Tokenisierungskette und der effektiven Bewältigung politischer Risiken herstellen kann.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel ist eine Nachrichteninformation und stellt keine Anlageberatung dar. Der Kryptomarkt ist sehr volatil, daher sollten Investoren vorsichtig entscheiden.