Mit dem nahenden Ende September schwankt der Bitcoin-Preis um 109.000 USD, während sich die Marktstimmung leise auf die Erwartung von “Uptober” (bullischer Oktober) wendet.
Dieses saisonale Phänomen ist kein Zufall; historische Daten zeigen, dass der Oktober oft einer der stärksten Monate für Bitcoin im gesamten Jahr ist. Allerdings ist das Marktumfeld in diesem Jahr komplex und verworren – der September hat zwar den traditionellen “Fluch” nicht gezeigt, aber die Volatilität innerhalb des Monats hat zugenommen, ETF-Mittel fließen in großem Umfang ab und die Unsicherheit der makroökonomischen Politik wirft einen Schatten auf die Entwicklung im vierten Quartal. Dieser Artikel wird die potenzielle Entwicklung von Bitcoin im vierten Quartal aus vier Perspektiven analysieren: historische Muster, aktuelle Marktdynamik, das Spiel der bullischen und bärischen Faktoren sowie die Ausblicke auf zukünftige Wege.

Seit 2013 zeigt Bitcoin im Oktober eine signifikante Regelmäßigkeit: In den letzten 12 Jahren gab es 10 Monate mit einem Aufstieg, mit einem durchschnittlichen Anstieg von 21,89%, wobei die Anstiege in den Bullenmärkten 2013 (+60,79%), 2017 (+47,81%) und 2021 (+39,93%) besonders hervorstechen.
Dieses Phänomen wird vom Markt als “Uptober” bezeichnet, und es gibt mehrere logische Unterstützungen dahinter.
Zunächst ist das vierte Quartal normalerweise ein Zeitraum, in dem institutionelle Gelder umgeschichtet werden. Die Investoren haben am Jahresende eine höhere Risikobereitschaft und neigen dazu, ihre Positionen in hochvolatilen Vermögenswerten zu erhöhen.
Zweitens bilden die Halbierungszyklen von Bitcoin häufig eine Resonanz mit dem Monat Oktober – zum Beispiel starteten die Bullenmärkte 2017 und 2021 jeweils im Oktober, und die Auswirkungen der Angebotsverknappung nach der Halbierung im Jahr 2024 könnten ebenfalls im vierten Quartal deutlich werden.
Darüber hinaus neigt das makroökonomische Liquiditätsumfeld im Oktober oft zur Lockerung: Die Federal Reserve hat in den letzten Jahren mehrfach im September-Oktober eine dovish Haltung eingenommen, und nach der Zinssenkung im September 2024 stiegen die Markterwartungen für eine weitere Zinssenkung im Oktober auf 91,9 %, was riskanten Anlagen Auftrieb gibt.
Jedoch ist die Geschichte kein absolutes Muster. Im Oktober 2014 und 2018 wurden Rückgänge von -12,95 % bzw. -3,83 % verzeichnet, was darauf hindeutet, dass “Uptober” nur in Wechselwirkung mit dem makroökonomischen Kontext wirksam sein kann.
Der September 2025 endete mit einem leichten Aufstieg von 1 %. Obwohl es keinen starken Rückgang gab, wurde auch nicht genügend Dynamik aufgebaut, was bedeutet, dass die Richtung im Oktober mehr von den aktuellen Fundamentaldaten als von rein saisonalen Mustern abhängt.

In den letzten zwei Wochen des Septembers fiel Bitcoin von 117.000 USD auf etwa 108.000 USD, was einem Rückgang von fast 8 % entspricht. Während dieser Zeit überstieg der Betrag der Liquidationen im gesamten Netzwerk 3 Milliarden USD, und die Long-Leverage-Positionen wurden massiv bereinigt.

Diese Anpassung wird von einigen Analysten als “gesunde Korrektur” angesehen, da sie übermäßige Hebelwirkung beseitigt und die Grundlage für eine spätere Erholung gelegt hat. Die Signale auf der Finanzseite sind jedoch widersprüchlich:
Diese Differenzierung offenbart den zentralen Widerspruch des Marktes: Die kurzfristigen Kapitalflüsse sind von makroökonomischer Unsicherheit (wie den unterschiedlichen Politiken der Federal Reserve und den Störungen durch die US-Wahlen) betroffen, während die Erzählung von der Knappheit von Bitcoin (Institutionen erhöhen ihre Bestände, Halbierungsversorgung schrumpft) weiterhin die langfristige Unterstützung darstellt.
1. Bullische Katalysatoren
2. Risiken und Druckfaktoren
Basierend auf den aktuellen Variablen könnten im vierten Quartal folgende drei Szenarien auftreten:
Optimistisches Szenario (Wahrscheinlichkeit 30%): Die Federal Reserve sendet klare dovish Signale, Bitcoin erholt sich schnell auf 115.000 Dollar und herausfordert den historischen Höchststand. Institutionelles Kapital fließt zurück in ETFs, kombiniert mit der sich verstärkenden “Uptober”-Stimmung, die den Preis in Richtung des Ziels von 165.000 Dollar treibt.
Neutrales Szenario (Wahrscheinlichkeit 50%): Die bullischen und bärischen Faktoren ziehen sich gegenseitig, Bitcoin schwankt stark im Bereich von 100.000-120.000 Dollar. Der Markt wartet auf klare Signale wie die Ergebnisse der Zinssenkung in den USA, die Volatilität bleibt hoch, aber es fehlt an einem trendstarken Richtung.

Vorsichtsszenario (Wahrscheinlichkeit 20%): Verschlechterung der makroökonomischen Daten, geopolitische Faktoren oder strengerer Regulierungsdruck lösen systematische Verkäufe aus, Bitcoin testet die Unterstützung bei 100.000 Dollar. Sollte dieser Punkt unterschritten werden, könnte ein weiterer Test von 98.000 Dollar (52-Wochen-Durchschnitt) erfolgen, doch langfristige Investoren könnten in diesem Bereich verstärkt aufkaufen.
“Uptober” ist kein automatisch einlösbarer Kalenderzauber, sondern eine Kombination aus historischen Wahrscheinlichkeiten und Marktpsychologie. Im vierten Quartal 2025 sieht sich Bitcoin sowohl kurzfristigem Druck durch institutionelle Kapitalabflüsse gegenüber als auch langfristiger Unterstützung durch den Zinszyklus und das Narrativ der Knappheit. Für Investoren ist es entscheidend, saisonale Muster rational zu betrachten und die Politik der Federal Reserve sowie die Veränderungen der ETF-Kapitalströme genau zu beobachten, um durch die Volatilität Chancen zu nutzen.
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