Eine neue Partnerschaft zwischen Chainlink, dem Plexos Institute und der EDinheiro Plattform zielt darauf ab, den finanziellen Zugang in Brasilien durch die Unterstützung von blockchain-basierten Sozialwährungen zu erweitern. Die Initiative wird in der Stadt Indiaroba im Bundesstaat Sergipe gestartet und konzentriert sich darauf, die finanzielle Inklusion, Transparenz und Autonomie für benachteiligte Gemeinschaften zu verbessern.
Im Mittelpunkt der Initiative steht die Aratu-Sozialwährung, die lokal ausgegeben wird, um den 18.000 Einwohnern der Stadt zu dienen. Die Gemeinschaft besteht größtenteils aus Marisqueiras – Frauen, die nachhaltig Schalentier fangen und eine Schlüsselrolle in der lokalen Wirtschaft spielen. Dieses Pilotprojekt zielt darauf ab, den Gemeinschaften, die traditionell nur begrenzten Zugang zu formalen Bankensystemen hatten, direkte finanzielle Werkzeuge bereitzustellen.
Soziale Währungen in Brasilien sind nicht neu. Sie werden von kommunalen oder Gemeinschaftsbanken ausgegeben und dienen dazu, lokale Hilfen zu verteilen, die lokale Wirtschaft anzukurbeln und einkommensschwache Bevölkerungsgruppen zu unterstützen. EDinheiro hat bereits über 180 dieser Währungen in ganz Brasilien implementiert. Jetzt, mit Unterstützung von Chainlink und geleitet vom Plexos Institute, entwickelt sich die Plattform weiter, um eine Blockchain-Infrastruktur einzuschließen.
Durch die Integration der Chainlink Runtime Environment (CRE) erhält das Projekt Zugang zu sicheren, überprüfbaren und automatisierten Prozessen für Berichterstattung und Compliance. Dies stellt sicher, dass Transaktionen prüfbar bleiben und mit dem brasilianischen Gesetz über den Schutz personenbezogener Daten (LGPD) in Einklang stehen.
Das CRE ermöglicht eine nahtlose Interaktion zwischen Offchain-Daten und Onchain-Operationen. Diese Fähigkeit ist entscheidend für den Aufbau von Vertrauen in ein System, das sowohl lokale Finanzakteure als auch staatliche Aufsicht umfasst.
Chainlink wird die zentrale Blockchain-Infrastruktur bereitstellen, die erforderlich ist, um die bestehenden Finanztools von EDinheiro mit modernen, dezentralisierten Systemen zu verbinden. Das Ziel ist nicht nur technische Effizienz, sondern auch die Verbesserung der Transparenz und die Ermöglichung der Kontrolle von Mitteln auf Gemeindeebene.
Der Schritt bringt digitale öffentliche Infrastruktur auf die lokale Ebene, indem er Altsysteme mit dezentralen Werkzeugen kombiniert.
Die Initiative wurde auch als offizieller Anwendungsfall des Blockchain Brazil Network (RBB) anerkannt. Entwickelt von der Brasilianischen Nationalen Entwicklungsbank (BNDES) und dem Bundesgerichtshof (TCU) zielt das RBB darauf ab, die Bereitstellung öffentlicher Dienstleistungen mithilfe von Blockchain zu unterstützen.
Das Plexos Institute, das das Projekt leitet, wurde kürzlich assoziiertes Mitglied und Validator der RBB. Diese Beziehung stärkt die institutionelle Glaubwürdigkeit des Projekts und bietet ein Modell dafür, wie Blockchain innerhalb öffentlicher Rahmenbedingungen funktionieren kann.
Camila Rioja, Präsidentin des Plexos Instituts, stellte fest, dass das Projekt gemeinschaftsgeführte Lösungen mit sicherer Technologie verbindet:
"Die Übernahme des Chainlink-Standards bei der Weiterentwicklung der Plattform von EDinheiro zu Blockchain ist ein entscheidender Schritt zur Förderung von Transparenz und zur Sicherung der sozialen Auswirkungen von Solidaritätswährungen, während die Autonomie der lokalen Gemeinschaften gewährleistet bleibt.”
João Joaquim, Koordinator bei EDinheiro, fügte hinzu:
“Durch die Integration des Chainlink-Standards in das bereits bewährte System von EDinheiro zeigen wir, dass moderne Technologie das stärken kann, was am wichtigsten ist: die Menschen und die solidarische Wirtschaft.”
Das Indiaroba-Projekt spiegelt andere von Chainlink unterstützte Bemühungen wider, die darauf abzielen, Blockchain mit der realen Finanzwelt zu integrieren. Anfang dieses Monats kündigte Chainlink seine Beteiligung an Projekt Acacia in Australien an, das von der Reserve Bank of Australia (RBA) und dem Digital Finance Cooperative Research Centre (DFCRC) geleitet wird. Diese Initiative testet die Abwicklung von Delivery versus Payment (DvP) zwischen tokenisierten Vermögenswerten und Australiens neuer PayTo-Zahlungsplattform.
In beiden Fällen bietet die Technologie von Chainlink – insbesondere das CRE und seine Interoperabilitätswerkzeuge – die Infrastruktur, um öffentliche Blockchain-Systeme mit bestehenden Finanzinstitutionen und Regulierungsbehörden zu verbinden.
Eine weitere recente Integration war mit Falcon Finance. Das Unternehmen hat das Cross-Chain Interoperability Protocol (CCIP) und den Proof of Reserve-Mechanismus übernommen, um die Nützlichkeit seines Stablecoins USDf zu unterstützen. Das Ziel: den Token über Ethereum und die BNB Chain interoperabel zu machen, um sowohl die Glaubwürdigkeit als auch die Funktionalität zu verbessern.
Das Aratu-Sozialwährungsprojekt soll als Pilotmodell für andere Regionen dienen. Wenn es erfolgreich ist, könnte es in verschiedenen Gemeinden in Brasilien repliziert werden.
Wesentliche Ergebnisse sind:
Mit der Unterstützung der RBB, der Infrastruktur von Chainlink und der Erfolgsbilanz von EDinheiro hat diese Partnerschaft die Grundlage geschaffen, um Blockchain auf nachhaltige und regulierte Weise in die öffentlichen Finanzsysteme Brasiliens zu bringen.
Das Projekt zeigt, wie digitale Werkzeuge innerhalb rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen genutzt werden können, um den finanziellen Zugang und die Rechenschaftspflicht zu verbessern. Der Aratu-Pilot ist ein Schritt zur Integration von Blockchain in die breiteren öffentlichen und finanziellen Sektoren Brasiliens.
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