Ein Geldwäscherei-Fall mit einem Betrag von bis zu 10,4 Milliarden Neuen Taiwan-Dollar hat kürzlich die taiwanesische Polizei erschüttert. Der Verdächtige, ein Mann mit Nachnamen Qiu, nahm zwar nicht an tatsächlichen Betrugsaktivitäten teil, half jedoch über das Krypto-Welt-System der Betrügerbande, das erbeutete Geld ins Ausland zu waschen, wobei er ein Jahreseinkommen von bis zu 70 Millionen erzielen konnte. Dieser Fall hat nicht nur den höchsten Geldwäscherei-Betrag in der Geschichte der zentralen Region aufgestellt, sondern zwingt die Polizei auch dazu, die Bedeutung der Rolle des “Transporteurs” in der Betrugs-Kette neu zu überdenken.
Nicht Betrüger, sondern Schlüssel on-chain: Der Aufstieg der “Finanzverarbeiter”.
Ein Mann mit dem Nachnamen Qiu, über 40 Jahre alt, stammt aus Hukou in Hsinchu, hat früher in China Geschäfte gemacht und hat in den letzten Jahren auf “Coin-Wasserbehandlung” umgeschult. Die Polizei hat nach einem halben Jahr Ermittlungen festgestellt, dass sein Konto stark mit den Geldströmen der Opfer mehrerer Betrugsfälle überlappt und dass es in den Transaktionen eine große Anzahl von USDT (Tether) Überweisungsaufzeichnungen gibt. Obwohl er keine Betrugsplattform eröffnet und keinen Kontakt zu den Opfern hatte, ist er der wichtigste Geldflussknoten hinter der Betrugsindustrie.
Wie waschen? Von TWD zu USDT wechseln, dann von der Kette evaporieren.
Am erstaunlichsten an diesem Fall ist der äußerst ausgeklügelte “On-Chain-Geldwäscheprozess”. Laut Online-Diskussionen hat die Betrügerbande die Opfer zunächst dazu verleitet, Geld auf bestimmte Konten zu überweisen, dann kauft der beschuldigte Qiu oder seine Mitglieder Taiwans Dollar eins zu eins oder eins zu vielen, um sie schnell in USDT von gleichem Wert umzuwandeln. Diese USDT werden dann durch mehrere Wallets und Cold Wallets transferiert, manchmal unter Verwendung von dezentralen Börsen (DEX), und schließlich in ausländische Börsen überwiesen, um die Auszahlung und Geldwäsche abzuschließen. Der gesamte Prozess erfordert fast keine Personen-Konten, ist geheim und schwer zu verfolgen. Für die Polizei ist es fast unmöglich, das Geld zu verfolgen, wohin es schließlich geht, ohne die Zusammenarbeit von Börsen.
Wie kommt es zu einem Umfang von 10,4 Milliarden? Wasserhäuser sind zum Standard für Betrüger geworden.
Laut den Daten des Kriminalamts hat Herr Chiu zwischen 2023 und 2024 insgesamt etwa 324 Millionen Tether-Token bearbeitet, mit einem Betrag von über 10,4 Milliarden Neuen Taiwan-Dollar. Der durchschnittliche Anteil pro Transaktion beträgt etwa 1 %, was konservativ geschätzt einen Jahresgewinn von mindestens 70 Millionen NT-Dollar ergibt.
Dies ist nicht mit der Größenordnung gewöhnlicher Coin-Händler vergleichbar. Die Polizei bezweifelt, ob es im Hintergrund eine festgelegte Zusammenarbeit mit Betrügergruppen gibt, oder ob sogar ausländische Teams kooperieren. Qiu könnte nur eine “Taiwanese Coin-Wasserbehandlungsstation” sein, während im Hintergrund weitere Mechanismen zum Handel mit Coins, zur Gewinnbeteiligung und zur Lagerumschichtung unterstützen, wodurch eine vollständige unterirdische Geldwäscherei-Industriekette entsteht.
Tatort: Kalt-Wallet, Notizbuch, unbekannte Person, alles Beweise
Bei einem Razzia in der Wohnung des Verdächtigen Qiu beschlagnahmte die Polizei unter anderem einen Lamborghini Urus, einen Lexus LM, eine Million teure Uhren, mehrere Hunderttausend Bargeld und zwei Ledger-Kaltgeldbörsen. Zudem fanden sie mehr als ein Dutzend Kopien ausländischer Pässe und ein Notizbuch, das Kryptowährungsbezeichnungen und Überweisungsbeträge aufzeichnete.
In den Notizen stehen keine Namen, nur Codes: „HK1→USDT25k“, „PH→XMR8k“, „TW→EX出“. Die Polizei vermutet, dass dies Codes für Geldflüsse im In- und Ausland sind und hat diese nun Experten für Geldflüsse und On-Chain-Analyse zur Wiederherstellung der Geldströme übergeben.
Rechtsblindheit: “Ich habe nur Coins gewechselt, ich habe niemanden betrogen” - Sollte das strafbar sein?
Der Verdächtige Qiu bestreitet während der polizeilichen Befragung nicht die Tatsachen des Handelns, behauptet jedoch: „Ich habe niemanden betrogen, ich habe nur Coins gewechselt.“ Dieser Satz versetzt die Ermittler ins Nachdenken: Wie sollten die „Coin-Transporter“ bestraft werden, wenn die kriminellen Lieferketten immer spezialisierter werden und Betrug, Geldflüsse, Auszahlungen und sogar technische Unterstützung ausgelagert werden können? Obwohl das aktuelle Gesetz zur Geldwäscherei Regelungen enthält, fehlt es an klaren Strafgrundlagen für ähnliches, wie etwa nicht lizenzierten OTC-Anbietern oder anonymen Coin-Überweisungen auf der Blockchain.
Dies ist kein Einzelfall, sondern ein Teil der taiwanesischen Finanzunterwelt.
Dieser Vorfall hat den Blick der Polizei geöffnet und die systematischen Mängel Taiwans im Kampf gegen Geldwäscherei mit Krypto-Währungen offengelegt. Die Rolle von Qiu ähnelt eher der eines “Finanzverarbeiters”; er ist nicht der Drahtzieher, sondern ein entscheidendes Glied, das die Geldflüsse zwischen den verschiedenen Akteuren verbindet. Wenn zukünftige Betrügergruppen nicht mehr direkt mit Geld umgehen und sogar die Geldwäsche auslagern können, wird der Kampf gegen Betrug nicht mehr darin bestehen, Betrügergruppen zu fangen, sondern die gesamte Lieferkette zu unterbrechen. Und Qiu ist nur einer von vielen anonymen “Coin-Wasserfabriken”.
Dieser Artikel zeigt, dass er niemanden betrogen hat, aber 10,4 Milliarden NT-Dollar gewaschen hat: Die „Finanzverarbeiter“ sind das Standardwerkzeug für Geldwäsche im Krypto-Welt und sind zuerst in Chain News ABMedia erschienen.