Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat der US-Präsident Donald Trump heimlich anerkannt, dass sein letzte Woche vorgestellter umfassender Zollsteuervorschlag die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Gleichzeitig äußerte er, dass es nicht seine Absicht sei, eine umfassende Depression auszulösen.
Die Zeitung, die auf informierte Personen zu dem Thema verweist, berichtete, dass Trump gesagt habe, dass seine Berater bereit seien, die wirtschaftlichen “Schmerzen” anzuerkennen, die durch die Zollsteuerstrategie verursacht werden könnten. Dennoch machte der zunehmende Druck auf den Anleihemarkt eine teilweise Umkehrung der Politik notwendig.
Der Plan, der wichtige Zölle zur Sicherung der US-Industrien umfasst, hatte unter Ökonomen Befürchtungen ausgelöst, dass Störungen im globalen Handel das Wirtschaftswachstum verlangsamen könnten. Obwohl eine Rezession zunehmend als eine Möglichkeit angesehen wird, haben Experten historisch gesehen die schwerwiegenderen Folgen einer Depression, die langanhaltende wirtschaftliche Rückgänge und steigende Arbeitslosigkeit umfasst, nicht vorhergesagt.
Die USA haben seit der Großen Depression in den 1930er Jahren, als die Arbeitslosigkeit 25 % erreichte, keine Depression erlebt. Ökonomen stellen fest, dass stärkere finanzielle Instrumente, die Geldpolitik und bundesstaatliche Sicherheiten wie die FDIC-Einlagensicherung in der modernen Zeit dazu beigetragen haben, solche Exzesse zu verhindern.
Die Finanzmärkte reagierten schnell auf den politischen Schock. Während die Anleiherenditen stiegen, fielen die Aktienkurse und lösten die Besorgnis der Investoren aus. Aufgrund von Spekulationen, dass große Anleiheinhaber wie Japan und China US-Anleihen verkauft haben, stieg die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe kurzfristig über 4,5 %. Mit steigenden Renditen fallen die Anleihepreise.
Trump hat schließlich am Mittwoch die spezifischen Zolltarife für einige Länder zurückgezogen und damit zur Erholung der Märkte beigetragen. Der S&P 500 verzeichnete den stärksten Tagesgewinn seit 2008.
Der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates, Kevin Hassett, sagte in einem Interview mit CNBC, dass die Turbulenzen auf dem Anleihemarkt den Schritt von Trump dringlicher gemacht haben. Hassett erklärte: “Es besteht kein Zweifel, dass das, was gestern auf dem Anleihemarkt passiert ist, vielleicht dazu geführt hat, dass die Entscheidung etwas dringlicher getroffen wurde.”
Trump behauptete in seinen Erklärungen nach dem Rückschritt, dass die Märkte überreagiert hätten: “Ich dachte, die Leute hätten die Linie ein wenig überschritten” und fügte hinzu: “Sie waren ein wenig aufgeregt, ein wenig ängstlich.”
Laut der WSJ war ein weiterer Faktor in dieser Veränderung der zunehmende Einfluss von Finanzminister Scott Bessent auf die Handelsverhandlungen. Quellen berichteten, dass auch die steigende Anzahl der Länder, die mit den USA verhandeln, dazu beigetragen hat, dass Trump offener für eine Änderung seiner Herangehensweise ist.