Bitcoin ist in den letzten Tagen aufgrund zunehmender geopolitischer Risiken und starker Schwankungen bei den Energiepreisen zeitweise unter die Marke von 70.000 US-Dollar gefallen. Bernstein, eine Wall Street-Brokerage, glaubt jedoch, dass dieses Korrektursignal bereits einen Boden gefunden hat. Derzeit handelt es sich eher um eine tiefgreifende Korrektur im Bullenmarkt als um eine neue strukturelle Krise. Analysten weisen darauf hin, dass der Markt kurzfristig zwar weiterhin durch die Situation im Nahen Osten, die Ölpreise und die Risikobereitschaft beeinflusst wird, Bitcoin sich im Vergleich zu Gold und Aktien jedoch widerstandsfähig zeigt.
In einem aktuellen Forschungsbericht an Kunden erklärt Bernstein-Analyst Gautam Chhugani: „Wir glauben, dass Bitcoin bereits den Boden erreicht hat.“ Trotz des kurzfristigen Unterschreitens der 70.000-US-Dollar-Marke sind sie insgesamt der Ansicht, dass Bitcoin in dieser Marktvolatilität besser abschneidet als traditionelle Anlagen wie Gold und Aktien.
„Wir sind der Meinung, dass Bitcoin den Boden gefunden hat und sich nun nach oben bewegt.“ schrieb Chhugani im Bericht.
Bernstein ändert seine mittelfristige Einschätzung nicht aufgrund der kurzfristigen Schwankungen. Das Ziel für Ende 2026 bleibt bei 150.000 US-Dollar, mit einem erwarteten Hoch von 200.000 US-Dollar im Jahr 2027. Man sei der Ansicht, dass der Markt bereits eine ausreichend tiefe Bereinigung durchlaufen hat und sich jetzt eher am unteren Ende des Zyklus befindet, anstatt den Beginn eines neuen Bärenmarktes zu markieren.
Aktueller Kurs über 70.000 US-Dollar zeigt, dass nach dem Tief wieder Kaufinteresse aufkommt
Obwohl Bitcoin zeitweise unter die 70.000-US-Dollar-Marke gefallen war, liegt der Kurs beim Verfassen dieses Artikels bei etwa 70.741,84 US-Dollar. Dies deutet darauf hin, dass nach dem Durchbrechen einer wichtigen Unterstützung weiterhin Kapital auf niedrigen Niveaus eingesammelt wird.
Dies macht Bernstein’s Einschätzung eines möglichen Bodenbildes noch relevanter. Wenn der Kurs die Marke von 70.000 US-Dollar halten kann, würde dies die Annahme stützen, dass die Korrektur bald beendet ist. Falls der Kurs jedoch erneut unter diese Marke fällt, könnte er wieder niedrigere Unterstützungsbereiche testen.
Bernstein berichtet, dass die Bitcoin-ETFs in den letzten vier Wochen um 2,2 Milliarden US-Dollar gewachsen sind, was die seit Jahresbeginn beobachtete Kapitalflucht umkehrt. Es gab einen Nettoabfluss von 364 Millionen US-Dollar, während das Vermögen der ETFs bei 90 Milliarden US-Dollar liegt. Derzeit halten die ETFs 6,1 % des gesamten Bitcoin-Angebots. Analysten betonen, dass das Verhalten der langfristigen Inhaber eine strukturelle Unterstützung darstellt. Daten von Glassnode zeigen, dass 60 % des Bitcoin-Angebots seit über einem Jahr ungenutzt sind. Seit dem Ausbruch des Konflikts im Iran hat Bitcoin eine Performance gezeigt, die 25 % besser ist als Gold.