
Laut Crypto Briefing vom 8. Juni bestätigte der stellvertretende Gouverneur der russischen Zentralbank, Vladimir Chistyukhin, in einem Interview mit dem Radiosender RBC, dass nach Inkrafttreten der neuen Regelung nicht qualifizierte Anleger (Privatanleger) nur noch Geschäfte mit drei großen digitalen Vermögenswerten tätigen dürfen: Bitcoin (BTC), Ethereum (ETH) und USDT. Die Zentralbank lehnte damit Vorschläge ab, den Zugang zu Kryptowährungen kurzfristig deutlich zu erweitern.
Bestätigte Einschränkungen und Compliance-Anforderungen
Laut Informationen der russischen Zentralbank und einschlägiger Gesetzgebung umfassen die bestätigten Bedingungen der vorgeschlagenen neuen Regelung: Nicht qualifizierte Anleger dürfen ausschließlich mit BTC, ETH und USDT handeln, wobei ein Investitionslimit von 300.000 Rubel gilt. Qualifizierte Anleger und nicht qualifizierte Anleger müssen vor dem Kauf beliebiger digitaler Vermögenswerte jeweils einen verpflichtenden Wissenstest bestehen. Ab 2027 werden nicht genehmigte Krypto-Kreditvergaben verboten.
Legislatives Verfahren: Aktueller Stand der Bestätigung
Die Staatsduma hat im April 2026 die erste Lesung bereits mit deutlicher Mehrheit abgeschlossen. Nach dem russischen Gesetzgebungsprozess muss der Gesetzentwurf noch die zweite und dritte Lesung, die Zustimmung des Föderationsrates (Oberhaus) sowie die Unterzeichnung durch den Präsidenten durchlaufen, bevor er offiziell Gesetz wird. Chistyukhin erklärte, dass die neue Regelung voraussichtlich im nächsten Monat (Juli) in Kraft treten soll, aber das vollständige legislative Verfahren noch nicht abgeschlossen ist.
Häufige Fragen
Warum benennt die russische Zentralbank besonders Stablecoins als potenziell eingefroren – als Begründung für die Aufrechterhaltung strenger Beschränkungen?
Chistyukhin nannte im Interview mit RBC Radio Gründe wie die hohe Volatilität von Krypto, Marktrisiken sowie dass Stablecoins möglicherweise eingeschränkt oder eingefroren werden könnten, um die strengen Obergrenzen zu rechtfertigen. Das Risiko eines „Stablecoin-Einfrierens“ bezieht sich darauf, dass die Emittenten unter regulatorischen Anforderungen oder aufgrund von Sanktionen bestimmte Adressen mit Token einfrieren könnten; dies ist für russische Nutzer mit westlichen Sanktionen von besonderer Bedeutung. Dennoch ist USDT in die Liste der erlaubten Handelsassets aufgenommen.
Was bedeutet das Investitionslimit von 300.000 Rubel im finanziellen Kontext Russlands?
Laut Chistyukhins Angaben liegt die Obergrenze von 300.000 Rubel über dem durchschnittlichen Kontostand russischer Wertpapierkonten. Die Zentralbank führt damit aus, dass diese Begrenzung für die meisten Privatanleger ausreichend sei. Dass die Aufsichtsbehörde diese Obergrenze beibehält, spiegelt ihre zurückhaltende Haltung gegenüber Risiken von Krypto-Assets wider.
Auf welchen Umfang erstreckt sich die Pflicht zum Wissenstest?
Laut den vorgeschlagenen Regeln müssen sowohl qualifizierte Anleger als auch nicht qualifizierte Anleger vor dem Kauf beliebiger digitaler Vermögenswerte einen verpflichtenden Wissenstest bestehen. Der Test gilt nicht nur für Privatanleger, sondern auch für qualifizierte (institutionelle oder vermögende) Anleger. Konkrete Inhalte und Form des Tests sowie die Frage, welche Einrichtung für die Durchführung verantwortlich ist, wurden derzeit noch nicht weiter öffentlich erläutert.