
Laut dem von der südkoreanischen Nachrichtenagentur News1 am 8. Juni berichteten Stand hat die südkoreanische Polizei eine Durchsuchungs- und Beschlagnahmeaktion gegen die lokale große Krypto-Börse Bithumb gestartet. Hintergrund ist eine Untersuchung gegen den parteilosen Abgeordneten Kim Byung-gi, dem vorgeworfen wird, mithilfe seines politischen Einflusses für seinen Sohn bei mehreren Krypto-Unternehmen Stellen zu vermitteln. Der Sohn von Kim Byung-gi begann im Januar 2025 bei Bithumb zu arbeiten und war dort rund sechs Monate lang tätig.
Vorwürfe gegen Kim Byung-gi und Stand der Ermittlungen
Basierend auf den von News1 und anderen Medien bestätigten Zeitlinien der wichtigsten Ereignisse ergeben sich folgende Punkte:
Im Februar 2026 berief die Polizei mehrere Führungskräfte verschiedener Krypto-Börsen als Zeugen vor;
Im März 2026 führte die Polizei jeweils Durchsuchungen und Beschlagnahmen bei der Zentrale von Bithumb sowie beim Bithumb Financial Tower durch;
Im April 2026 führen die Ermittler weiterhin Verhöre bei den Beteiligten durch; Kim Byung-gi meldete sich zum sechsten Mal zur Befragung;
Zuletzt deckte ein südkoreanisches Medium auf, dass Kim Byung-gi in Sitzungen des Parlamentsausschusses für politische Angelegenheiten (politische Arbeit) mehrfach Fragen gegen Führungskräfte von Dunamu gerichtet habe. Dies hat bei Außenstehenden Zweifel ausgelöst, ob er seine Rolle in Ausschussfragen dazu nutzt, die unter Untersuchung stehende Zielpartei zu schützen. Die Polizei hat noch nicht angekündigt, ob weitere Vorladungen erfolgen werden.
Bithumb 2026: AML-Strafzahlung—bestätigte behördliche Sanktion
Gemäß der offiziellen Sanktion der südkoreanischen Finanzaufsichtsbehörde erhielt Bithumb im März 2026 eine Geldstrafe in Höhe von 24,5 Millionen US-Dollar (teilweise Nachrichtenquellen berechnen dies auf etwa 33,5 Milliarden Koreanische Won) sowie eine Anordnung über sechs Monate zur teilweisen Aussetzung des Geschäftsbetriebs. Grund waren bei einer behördlichen Überprüfung im Jahr 2025 festgestellte schwerwiegende Mängel in den KYC- (Know Your Customer) und AML- (Anti-Geldwäsche) Prozessen. Zu den konkreten Einschränkungen gehörte unter anderem die vorübergehende Aussetzung von Neuanmeldungen. Nachdem Bithumb Rechtsmittel eingelegt hatte, setzte das südkoreanische Gericht Ende April 2026 die Vollstreckung der Schließungsanordnung vorläufig aus und wartete auf das Ergebnis des Verfahrens.
Häufige Fragen
Welche Position hat Kim Byung-gi im Parlamentsausschuss für politische Angelegenheiten inne, und warum entstehen Verdachtsmomente auf einen Interessenkonflikt?
Der Parlamentsausschuss für politische Angelegenheiten beaufsichtigt direkt die Finanzaufsichtsbehörden. Er ist ein Schlüsselgremium für die Ausarbeitung und Überprüfung von Finanzaufsichtspolitiken. Kim Byung-gi ist zugleich Mitglied dieses Ausschusses; gleichzeitig arbeitete sein Sohn zuvor bei einer Krypto-Börse, die von einer Finanzaufsichtsbehörde überwacht wird. Dadurch ergibt sich für Kim Byung-gi eine doppelte Rolle als Aufsichtsperson und als Interessenbeteiligter einer vom Aufsichtsregime betroffenen Unternehmensseite. Die Medien wiesen außerdem darauf hin, dass Kim Byung-gi in Ausschussanhörungen wiederholt Dunamu adressierte Fragen gestellt habe, was den Vorwurf des „Schützens durch Befragungen“ auslöste. Die Ermittler prüfen weiterhin, ob es einen konkreten Austausch von Interessen gab.
Wie ist der Vollzugsstand der AML-Strafzahlung gegen Bithumb aktuell?
Nach dem bestätigten Stand des Rechtsverfahrens verhängte die südkoreanische Finanzaufsichtsbehörde im März 2026 eine Geldstrafe in Höhe von 24,5 Millionen US-Dollar sowie eine Anordnung über sechs Monate zur teilweisen Aussetzung des Geschäftsbetriebs. Nachdem Bithumb Rechtsmittel eingelegt hatte, setzte das südkoreanische Gericht Ende April 2026 die Vollstreckung der Schließungsanordnung vorläufig aus und wartete auf das Ergebnis der nachfolgenden Klageverfahren. Der Vollzugsstand des Strafgeldes sowie das endgültige Ergebnis des Rechtsstreits waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht geklärt.
Wie wirken sich Änderungen am südkoreanischen „Gesetz zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte“ auf die Compliance-Anforderungen für Börsen wie Bithumb aus?
Nach den vorliegenden Berichten prüft das südkoreanische Parlament derzeit eine Änderung des „Gesetzes zum Schutz von Nutzern virtueller Vermögenswerte“, die Börsen möglicherweise zusätzlich dazu verpflichten könnte, Nutzern im Fall von Verlusten bedingungslose Entschädigung zu leisten. Seit Inkrafttreten der bestehenden Regelungen im Jahr 2024 kam es bei den fünf großen Börsen innerhalb von sechs Jahren zu 57 Vorfällen, wobei die Entschädigungsbeträge insgesamt 7 Milliarden Koreanische Won erreichten. Die endgültigen Formulierungen der Änderungsanträge und der Zeitplan für die Verabschiedung waren zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch nicht festgelegt.