
Der US-Hypotheken-Gigant Fannie Mae wird es Hauskäufern demnächst erlauben, Kryptowährungen als Sicherheit für die Anzahlung des Kredits zu verwenden, ohne die digitalen Vermögenswerte in bar umtauschen zu müssen. Das Vorhaben wurde gemeinsam von Better Home & Finance und Coinbase Global ins Leben gerufen; zu den akzeptierten Kryptowährungen zählen Bitcoin und USDC, sodass Käufer ihre Krypto-Bestände behalten können.
Bei diesem Plan handelt es sich nicht darum, Kryptowährungen direkt als Baranzahlung anzurechnen, sondern um eine innovative Doppel-Kreditstruktur: Hauskäufer beantragen gleichzeitig zwei Darlehen:
Hauptdarlehen: Eine Standard-Hypothek (15 oder 30 Jahre), die von Fannie Mae abgesichert ist und über die Better-Plattform beantragt wird
Krypto-Hypothekendarlehen: Ein eigenständiger Kredit, der durch Bitcoin oder USDC abgesichert ist, die der Käufer besitzt; das aufgebrachte Kapital wirkt in etwa wie eine traditionelle Baranzahlung
Max Branzburg von Coinbase weist darauf hin, dass viele Krypto-Investoren ihre Pläne zum Immobilienkauf langfristig aufgeschoben haben, weil sie befürchteten, digitale Vermögenswerte liquidieren zu müssen. Dieses Produkt bietet der Zielgruppe „viel Krypto-Asset im Bestand, aber keine Lust zu verkaufen“ einen neuen direkten Weg in den Immobilienmarkt.
Fannie Mae selbst vergibt keine Kredite direkt, sondern kauft, bündelt Hypothekendarlehen und garantiert deren Rückzahlungen gegenüber Investoren, wodurch dem gesamten Markt Liquidität und Bonitätsunterstützung bereitgestellt wird.
Die Doppel-Kreditstruktur bringt entsprechende Zusatzkosten mit sich. Käufer müssen sowohl Zinsen für die Haupt-Hypothek als auch für die Krypto-Hypothek zahlen, sodass die gesamten Kreditkosten höher ausfallen als bei einem herkömmlichen Einzeldarlehensmodell. Der Zinssatz der Krypto-Hypothek kann dem Standard-Zins von Fannie Mae entsprechen oder um bis zu 1,5 Prozentpunkte darüber liegen.
Die wichtigste Innovation des Produkts liegt in der Abweichung der Risikomechanismen: Solange Kreditnehmer ihre Zahlungen pünktlich leisten, löst ein Rückgang des Kryptopreises an sich keine Zwangsliquidation aus. Better-CEO Vishal Garg stellt ausdrücklich klar, dass diejenigen, die pünktlich zurückzahlen, sich nicht davor fürchten müssen, aufgrund von Wechselkursschwankungen Krypto-Sicherheiten zu verlieren; das unterscheidet sich grundlegend von der Logik traditioneller Margin-Kredite.
Zu beachten ist jedoch, dass ein einmal verpfändeter Kreditnehmer während der Laufzeit des Darlehens nicht frei mit den verpfändeten Krypto-Beständen handeln kann; die Flexibilität im Umgang mit Krypto wird entsprechend eingeschränkt.
Laut einem Bericht der „Wall Street Journal“ halten Stand 2025 etwa 14% der US-Erwachsenen Kryptowährungen; knapp 13% der jungen Hauskäufer geben an, dass sie schon einmal Kryptowährungen verkauft hätten, um die Anzahlung für eine Immobilie zu bezahlen. Das zeigt, dass digitale Vermögenswerte zu einem zentralen Bestandteil des Vermögensaufbaus der neuen Generation in den USA geworden sind. Die politische Kurskorrektur reagiert direkt auf diese lange übersehene Marktnachfrage.
Derzeit ist die Marktausdehnung für ähnliche Krypto-hypothekenbasierte Produkte noch relativ begrenzt. Das FinTech-Unternehmen Milo aus Miami bietet seit seiner Einführung ähnlicher Produkte ab 2022 lediglich Dienstleistungen für über 100 Kunden an. Deren Kunden sind typischerweise ausländische Käufer, die zwar große Vermögenswerte besitzen, aber nur über begrenzte traditionelle Bonitätsnachweise verfügen. Auch die nicht-bankenbasierte Kreditgeberin Newrez hat bereits begonnen, in Hypothekenanträgen einen Teil der Kryptowährungen zu akzeptieren. Das neue Produkt, das von Fannie Mae abgesichert wird, liegt in Größenordnung und Bonitätsunterstützung weit über den bestehenden Wettbewerbern; es könnte damit ein entscheidender Wendepunkt sein, um die Entwicklung dieses Marktes zu beschleunigen.
Hauskäufer beantragen über die Better-Plattform eine standardmäßige Hypothek, die von Fannie Mae abgesichert ist, und verpfänden zugleich eine separate „Krypto-Hypothek“, indem sie Bitcoin oder USDC als Sicherheit hinterlegen. Das aufgebrachte Kapital wird als äquivalenter Gegenwert für die Immobilien-Anzahlung verwendet. Käufer können zwar ihre Krypto-Assets behalten, können aber während der Laufzeit des Darlehens die bereits verpfändeten Coins nicht frei handeln.
Ja. Das Doppel-Kreditmodell erfordert, dass sowohl Zinsen für das Haupt-Hypothekendarlehen als auch für die Krypto-Hypothek gezahlt werden, wodurch die Gesamtkosten höher ausfallen als bei einer einzelnen traditionellen Anzahlung. Der Zinssatz der Krypto-Hypothek kann dem Standard-Zins von Fannie Mae entsprechen oder um bis zu 1,5 Prozentpunkte darüber liegen.
Laut den Ausführungen von Better-CEO Vishal Garg löst die Kursvolatilität der Kryptowährung an sich keine Zwangsliquidation aus, solange der Kreditnehmer pünktlich zurückzahlt. Das unterscheidet sich grundlegend von der Mechanik traditioneller Margin-Kredite. Wie der genaue Bewertungsansatz der Sicherheiten und die Einzelheiten des Risikomanagements umgesetzt werden, ist derzeit noch teilweise nicht vollständig offengelegt.