
Kürzlich haben die Behörden Hongkongs erneut bekräftigt, dass gemäß dem im Jahr 2020 erlassenen „Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit“ Vollzugsbeamte das Recht haben, von Personen während einer Sicherheitsuntersuchung die Entsperrung ihrer Handys und Laptops zu verlangen. Das Weigern, mitzuwirken, gilt als Straftat. Das Gesetz ermächtigt die Polizei außerdem, bei Flughäfen und Grenzstationen Geräte zu beschlagnahmen und aufzubewahren, die im Zusammenhang mit entsprechenden Fällen stehen.
Gemäß den Bestimmungen des „Gesetzes zum Schutz der nationalen Sicherheit“ ist die Durchsetzung der Geräteentsperrung nicht auf die Staatsangehörigkeit beschränkt. Es gilt ausdrücklich für ausländische Staatsbürger sowie Transitpassagiere und ist nicht nur auf dauerhaft in Hongkong ansässige Personen beschränkt. Die Definition von „nationale Sicherheit“ im Gesetz bleibt derzeit weitgehend vage, was es schwierig macht, potenzielle Auslöser im Voraus eindeutig zu bestimmen.
Die Strafverfolgungsbehörden haben zudem das Recht, im Rahmen entsprechender Fälle Geräte aufgrund subjektiver Einschätzung ihrer „Relevanz für den Fall“ zu beschlagnahmen. Dies gilt für internationale Flughäfen sowie verschiedene Grenz- und Einreiseeinrichtungen. Diese weit gefasste Anwendbarkeit bedeutet, dass das Risiko nicht nur auf Personen mit klarer politischer Haltung beschränkt ist, sondern sich auf jeden erstreckt, der Geräte mit sensiblen Daten nach Hongkong bringt.
Diese Regelung stellt eine Bedrohung für Kryptowährungsbesitzer dar, die weit über gewöhnliche Datenschutzbedenken hinausgeht und direkt die Vermögenssicherheit betrifft. Krypto-Nutzer und Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass viele Menschen ihre privaten Schlüssel, Seed Phrases oder Wallet-Adressen auf ihren persönlichen Geräten speichern. Wird der Zugriff durch die Behörden erzwungen, könnten diese Daten vollständig offengelegt werden – jeder, der diese Informationen besitzt, kann sofort die entsprechenden Krypto-Vermögenswerte transferieren.
Derzeit sind nicht nur politisch sensible Personen betroffen, sondern auch:
Kryptohandelsanwender: Geräte enthalten Anmeldeinformationen für Konten oder API-Schlüssel von Börsen
Web3-Gründer und Entwickler: Geräte könnten private Schlüssel für Smart Contracts oder Multi-Signature-Wallets speichern
Privatanleger mit selbstverwalteten Wallets: Nutzer, die Bitcoin oder andere Kryptowährungen direkt auf ihren persönlichen Geräten verwalten
Für Nutzer, die ihre Krypto-Vermögenswerte selbst verwalten, kann der Verlust des Gerätezugangs gleichbedeutend mit einem dauerhaften Vermögensverlust sein, da auf der Blockchain durchgeführte Transaktionen unumkehrbar sind.
Kryptowährungsgemeinschaften und Sicherheitsexperten empfehlen folgende Maßnahmen. Reisedaten sollten nach dem Prinzip „saubere Geräte“ behandelt werden: Es dürfen keine privaten Schlüssel, Seed Phrases oder Wallet-Zertifikate auf den Geräten in Hongkong gespeichert werden. Falls die Verwaltung von Krypto-Vermögenswerten notwendig ist, kann die Verwendung eines Hardware-Wallets in Kombination mit Passphrase-Funktionen erwogen werden, um die Hauptbestände strikt von Alltagsgeräten zu trennen. Die Entscheidung, ob es notwendig ist, Geräte mit sensiblen Krypto-Daten mitzubringen, ist derzeit die direkteste Schutzmaßnahme.
Die entsprechenden Vollzugsbefugnisse stammen vom im Jahr 2020 erlassenen „Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit“ und sind kein neues Gesetz. Es ermächtigt die Behörden, während einer Sicherheitsuntersuchung die Entsperrung von Geräten zu verlangen. Das Weigern, mitzuwirken, gilt als Straftat. Die Diskussionen, die kürzlich in sozialen Medien kursierten, haben diese Bestimmung erneut öffentlich gemacht.
Ja. Das aktuelle rechtliche Rahmenwerk gilt ausdrücklich für ausländische Staatsbürger sowie für Passagiere auf Transit durch Hongkong und ist nicht nur auf Einwohner beschränkt. Die Definition von „nationale Sicherheit“ bleibt rechtlich vage, was die potenziellen Auslöser im Voraus schwer eindeutig macht.
Wenn private Schlüssel, Seed Phrases oder Wallet-Adressen auf einem durch die Behörden erzwungenen Gerät gespeichert sind, besteht die Gefahr, dass die Vermögenswerte vollständig zugänglich gemacht oder transferiert werden. Da Transaktionen auf der Blockchain unumkehrbar sind, ist es nahezu unmöglich, gestohlene Gelder zurückzuholen. Der Verlust des Gerätezugangs kann somit direkt zu finanziellen Verlusten führen.