Bitcoin’s nächster Schritt hängt von der Stabilität des Ölmarktes ab, mit einem Aufwärtspotenzial von 76.000 $ bei Ruhe oder einem Risiko im mittleren 60.000er-Bereich bei zunehmenden Spannungen.
Die Märkte schwankten diese Woche, da die Geopolitik vorübergehend entspannte, der Druck der Zentralbanken jedoch bestehen blieb. Bitcoin erholte sich nach einer US-Pause bei Angriffen auf iranische Energieziele und kehrte in den Bereich über 70.000 $ zurück. Gold fiel stark, und Ether zog trotz makroökonomischer Belastung bedeutende Zuflüsse an. Die Analysten von Wintermute sehen den nächsten Schritt als ein Tauziehen zwischen Ölvolatilität und Risikobereitschaft.
Der Aufschwung von Bitcoin gewann an Dynamik, nachdem Trump eine fünf Tage lange Pause bei US-Angriffen auf iranische Energieinfrastruktur ankündigte. Der Markt interpretierte die Nachricht als ein Signal für eine kurzfristige Deeskalation, was die geopolitische Risikoprämie in den Ölpreisen verringerte.
Brent-Rohöl fiel von hohen Niveaus, was die Stimmung bei Risikoanlagen verbesserte. BTC stieg dann vom hohen 60.000er-Bereich wieder in Richtung 71.000 $ intraday, wobei Short-Positionen auf dem Weg herausgedrückt wurden.
Dennoch warnt Wintermute, dass die Rallye fragil aussieht. Anfang der Woche stieg BTC hauptsächlich durch Derivate-Mechanismen und nicht durch breite Spot-Nachfrage. Short-Covering und gamma-getriebene Flows trieben den Preis nach oben, doch die Situation hing von ruhigen Schlagzeilen ab.
Das FOMC-Event zu Beginn des Monats wirkte weiterhin auf die Märkte, und ein ähnlicher Schock könnte Gewinne schnell wieder umkehren. Bis Freitag schloss BTC etwa 3,4 % im Minus und wurde bei etwa 67.800–68.500 $ gehandelt, nachdem der Ölpreis sprunghaft anstieg und der makroökonomische Druck zurückkehrte.
Wie Marktbeobachter feststellen, bleiben die makroökonomischen Bedingungen restriktiv. Die Fed hielt den Leitzins stabil bei 3,50–3,75 %, und die Erklärung blieb konsistent mit „höher für längere Zeit“. Das Dot Plot zeigte eine hawkische Tendenz: 14 von 19 Beamten prognostizierten bis 2026 keine oder nur eine Zinssenkung, während der Median bei etwa 3,4 % für das Jahresende liegt.
Powell betonte, dass eine Zinssenkung von klaren, nachhaltigen Fortschritten bei der Inflation abhängt. Händler haben auch die Erwartungen an Zinssenkungen vor dem Herbst reduziert, während eine erneute Debatte darüber entbrannte, ob überhaupt Zinssenkungen im Jahr 2026 erfolgen werden.
Selbst als die Strike-Pause die Spannungen reduzierte, breiteten sich Störungen bereits über die Straße von Hormuz hinaus aus. Irak erklärte höhere Gewalt bei ausländisch betriebenen Ölfeldern, während Drohnenangriffe die Infrastruktur der kuwaitischen Raffinerien trafen.
Brent stieg über 112 $, erreichte den höchsten Schlussstand seit Mitte 2022. Auch die Aktienstimmung verschlechterte sich, der S&P 500 fiel unter seinen 200-Tage-Durchschnitt, und die 10-Jahres-Rendite stieg auf etwa 4,40 %.
Quellenbild: Wintermute
Dieses Umfeld wirkt sich direkt auf die Krypto-Positionierung aus. Wintermute beschrieb ein Marktmuster, bei dem die Geopolitik nun mehr die Preisbildung beeinflusst als die Zins Erwartungen. Wenn sich die Ölpreise stabilisieren, kann sich BTC wieder in Richtung Widerstand bewegen. Bleiben die Schifffahrtsbeschränkungen bestehen oder verschlechtern sich die Verhandlungen, könnten die Inflationsängste zurückkehren. Die entscheidende Frage ist, ob das fünf Tage lange Fenster das Verhalten bis zum Optionsablauf am 27. März prägt.
Digitale Vermögenswerte zeigten gemischte Widerstandskraft. Das FOMC löste starke ETF-Abflüsse aus, wobei Bitcoin an einem Tag angeblich 708 Millionen Dollar abflossen. Gold erlitt noch stärkere Verluste und fiel in der schlimmsten Woche seit den frühen 1980er Jahren um mehr als 10 %, da ein stärkerer Dollar und Margin-Call-Dynamiken gehebelte Long-Positionen unter Druck setzten. Dennoch hielt sich BTC im Vergleich zu Gold besser, trotz des makroökonomischen Stresses.
In einem Umfeld mit höher für längere Zeit haben Argumente für Staking-Erträge die Aufmerksamkeit einiger Investoren auf sich gezogen. Ether-ETFs verzeichneten Berichten zufolge Rekordzuflüsse von rund 160,8 Millionen Dollar in der Woche, während die breiteren Märkte instabil blieben.
Institutionelle Gelder konzentrierten sich weiterhin auf die großen Coins, während Altcoins weniger Interesse auf sich zogen. Wintermute deutet an, dass die relative Nachfrage nach ETH auf dessen wahrgenommenes Einkommensprofil zurückzuführen sein könnte, wenn die Zinsen restriktiv bleiben.
Was als Nächstes passiert, hängt von Öl und Schlagzeilen ab. Wintermute argumentierte, dass die makroökonomische Obergrenze für die nächsten fünf Tage verschoben wurde. Wenn Brent bei etwa 100 $ bleibt und die Diplomatie hält, sollten die Inflationsängste im Zusammenhang mit Energieunterbrechungen abkühlen.
Das könnte einige der letzten Zinssenkungserwartungen, die Händler letzte Woche zurücknahmen, wieder aufleben lassen und den makroökonomischen Gegenwind für die Krypto-Rallyes seit Beginn der Eskalation verringern.
In diesem Szenario könnte BTC erneut die Widerstandszone bei 74.000–76.000 $ testen, insbesondere da Optionspositionen um 70.000 $ herum konzentriert sind. Unterstützende Schlagzeilen könnten die Dynamik bis zum Ablauf der Optionen aufrechterhalten. Wenn die Verhandlungen scheitern oder die Schifffahrtsbeschränkungen bestehen bleiben, könnten Risikoanlagen wieder in eine defensive Haltung zurückfallen, und BTC könnte die Mitte der 60.000er wieder testen.