
Indische Zentralpolizei (CBI) hat in Mumbai Ayush Varshney festgenommen, als er versuchte, nach Sri Lanka zu fliegen. Varshney ist Mitbegründer von Darwin Labs, und die Behörden beschuldigen ihn, bei der Entwicklung der Kerntechnologie des GainBitcoin-Ponzi-Betrugs geholfen zu haben, mit einem involvierten Betrag von etwa 66 Milliarden Rupien (ca. 800 Millionen US-Dollar). Dieser Betrug entstand um 2015 und ist nun fast zehn Jahre alt.
(Quelle: CBI)
GainBitcoin tauchte um 2015 auf, zu einer Zeit, als Bitcoin für viele Privatanleger noch unbekannt war. Der Betrüger Amit Bhardwaj vermarktete die Plattform als Cloud-Bitcoin-Mining-Investition und behauptete, Investoren könnten Mining-Verträge kaufen, die über 18 Monate monatlich 10% Bitcoin-Rendite bringen.
Diese Versprechen wurden durch Seminare, Online-Werbung und ein Empfehlungsprovisionssystem schnell verbreitet. Teilnehmer wurden ermutigt, neue Investoren zu rekrutieren, um mehrstufige Provisionen zu verdienen, was eine typische Multi-Level-Marketing-Struktur bildet. Ermittler bestätigten später, dass die frühen „Gewinnzahlungen“ hauptsächlich aus den Einlagen neuer Investoren stammten, was ein Kennzeichen eines Ponzi-Betrugs ist.
Bis 2017 begann dieses nachhaltigkeitswidrige System zusammenzubrechen. Die Plattform zahlte nicht mehr in Bitcoin aus, sondern gab eine Kryptowährung namens MCAP aus, um den Zusammenbruch zu verzögern. Investoren, die ursprünglich auf Bitcoin-Renditen hofften, erhielten plötzlich nur noch Token mit sehr begrenzter Liquidität und hohem Wertunsicherheitsrisiko, anstelle ihrer ursprünglichen Bitcoin-Beteiligungen.
(Quelle: Inc42)
Der fast zehnjährige Verzug bei der Verfolgung des GainBitcoin-Falls hängt mit mehreren Schlüsselfaktoren zusammen, die die Anklage erschweren:
Haupttäter verstorben: Amit Bhardwaj wurde 2018 verhaftet, später aber auf Kaution freigelassen; er starb 2022 an Herzstillstand. Als zentrale Figur des Plans gilt sein Tod als bedeutender Bruch in der Anklagekette.
Grenzüberschreitende Geldbewegungen: Die Gelder wurden über Kryptowallets, ausländische Börsen und internationale Netzwerke transferiert, was die Nachverfolgung äußerst schwierig macht.
Technische Verantwortlichkeit: Im Vergleich zu den Front-Office-Vertrieblern ist die rechtliche Verantwortlichkeit der technischen Entwickler schwerer eindeutig festzustellen.
Fluchtgefahr: Varshney wurde zuvor nicht festgenommen, stand aber unter Untersuchung; ein Haftbefehl gegen ihn zeigt, dass die Ermittler befürchten, er könnte das Land verlassen. Sein Versuch, auszureisen, war letztlich der Auslöser für seine Festnahme.
Laut Ermittlern spielte Varshney im GainBitcoin-Fall vor allem eine technische Rolle – durch Darwin Labs soll er an der Infrastruktur beteiligt gewesen sein, die den Betrug unterstützte. Die Festnahme wird als Schritt gesehen, um mehr Details über die technische Architektur der Plattform zu enthüllen und wichtige Hinweise auf Geldflüsse und Systemdesign zu liefern.
Vor seiner Festnahme wurden bereits mindestens acht Personen, darunter mehrere Promotoren, in verschiedenen Phasen der Untersuchung festgenommen. Wenn Varshney in Indien wegen Betrugs und krimineller Verschwörung verurteilt wird, drohen ihm mehrere Jahre bis zu mehr als zehn Jahre Haft.
GainBitcoin nutzte die begrenzte Bekanntheit von Bitcoin in den frühen Jahren, verpackte es als „Cloud-Mining-Investition“ und versprach 18 Monate lang monatlich 10% Bitcoin-Rendite. Dieses nicht nachhaltige Versprechen wurde durch ein Multi-Level-Marketing-Netzwerk schnell verbreitet, das Tausende von Investoren anzog. Ermittler bestätigten, dass die frühen Renditen hauptsächlich aus den Einlagen neuer Investoren stammten, was typisch für einen Ponzi-Betrug ist. Als das System um 2017 zusammenbrach, ersetzte die Plattform Bitcoin durch die illiquide MCAP-Token, um den Zusammenbruch zu verzögern und die Verantwortung zu verschieben.
Varshney wird beschuldigt, durch Darwin Labs die Kerntechnologie von GainBitcoin aufgebaut zu haben, inklusive Wallet-Systemen, Plattformarchitektur und MCAP-Token-Verträge. Bei Ponzi-Betrugsfällen ist die rechtliche Verantwortlichkeit der technischen Entwickler oft schwer direkt feststellbar, da die Konstruktion des Systems und die Planung des Betrugs unterschiedliche rechtliche Standards erfordern. Die Behörden hoffen, durch die Festnahme mehr Einblick in die technische Architektur zu gewinnen.
Die lange Dauer liegt vor allem an drei Faktoren: Der Tod des Haupttäters Amit Bhardwaj 2022, was die zentrale Anklagekette schwächte; die grenzüberschreitenden Geldbewegungen über ausländische Wallets und Börsen, die die Nachverfolgung erschweren; sowie an der langen Unklarheit über den Status mehrerer Verdächtiger, die im Land blieben, bis sie bei einem Fluchtversuch festgenommen wurden.