Die ECB Appia-Roadmap skizziert einen Plan zum Aufbau tokenisierter Großhandelsmärkte, die Abrechnungen mit Zentralbankgeld in ganz Europa nutzen.
Das Pontes-DLT-System wird bis 2026 die Blockchain-Marktinfrastruktur mit TARGET-Zahlungssystemen im Eurosystem verbinden.
Die EZB hat Banken, Unternehmen und Technologieanbieter eingeladen, Feedback zu geben und an der Entwicklung des europäischen tokenisierten Finanzökosystems teilzunehmen.
Die Europäische Zentralbank veröffentlichte die Appia-Roadmap, um die Entwicklung tokenisierter Großhandelsfinanzmärkte zu steuern. Der Plan beschreibt, wie Europa Distributed Ledger Technology (DLT) in die bestehende Finanzinfrastruktur integrieren könnte. Der Rahmen konzentriert sich auf Abrechnungen, die in Zentralbankgeld verankert sind. Zusätzlich führt die Roadmap Pontes ein, ein neues Abrechnungssystem, das für Distributed Ledger-Umgebungen entwickelt wurde.
NEU: Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt ihre „Appia“-Roadmap vor, einen strategischen Plan zum Aufbau tokenisierter Großhandelsfinanzmärkte, die in Zentralbankgeld verankert sind.
Die Roadmap umfasst „Pontes“, eine DLT-Abrechnungslösung, die im dritten Quartal 2026 starten soll und die Märkte…
— EveryX (@everyx_io) 11. März 2026
Die EZB strukturierte die Roadmap um zwei miteinander verbundene Initiativen. Pontes dient als technische Abrechnungslösung unter Verwendung von Distributed Ledger Technology. Währenddessen fungiert Appia als das umfassendere strategische Rahmenwerk für ein tokenisiertes Finanzökosystem. Gemeinsam zielen beide Initiativen darauf ab, die Infrastruktur der Finanzmärkte zu modernisieren und gleichzeitig die Aufsicht der Zentralbank zu wahren.
Die EZB plant die Einführung des Pontes-Systems für das dritte Quartal 2026. Die Behörden erwarten, dass das System die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte mit dem Zahlungssystem des Eurosystems verbindet.
Pontes bildet das operationale Kernstück der Appia-Roadmap. Das System führt eine Abrechnungslösung auf Basis von Distributed Ledger Technology ein, die vom Eurosystem betrieben wird. Dieses System wird die Abwicklung von Markttransaktionen mit Zentralbankgeld ermöglichen. Ziel ist es, vertrauenswürdige Abrechnungsstandards in aufkommenden tokenisierten Märkten aufrechtzuerhalten.
Das Eurosystem umfasst die EZB und die nationalen Zentralbanken der Euro-Länder. Diese Institutionen verwalten gemeinsam die Geldpolitik und die Finanzinfrastruktur im Euroraum. Pontes arbeitet daher innerhalb der bestehenden Struktur des Eurosystems.
Darüber hinaus plant Pontes, die Distributed Ledger-Infrastrukturen mit den TARGET-Diensten des Eurosystems zu verbinden. TARGET-Dienste verwalten euro-denominierte Zahlungen und Abrechnungen in Europa. Sie unterstützen derzeit große Finanzinstitute und Zahlungssysteme.
Die TARGET-Dienste umfassen mehrere wichtige Komponenten im europäischen Zahlungssystem. TARGET2 verarbeitet große Euro-Zahlungen zwischen Banken und Institutionen. T2S unterstützt die Wertpapierabwicklung in den Finanzmärkten. TIPS ermöglicht Sofortzahlungen zwischen teilnehmenden Institutionen.
Pontes soll die Infrastruktur der Distributed Ledger-Märkte mit diesen Systemen verbinden. Die Behörden erwarten, dass die Verbindung eine sichere Abwicklung zwischen tokenisierten Märkten und traditionellen Zahlungssystemen unterstützt.
Neben der Veröffentlichung der Roadmap startete die EZB einen öffentlichen Konsultationsprozess. Die Bank lud sowohl öffentliche als auch private Akteure ein, das Rahmenwerk zu prüfen. Stakeholder können Feedback zur Struktur und Umsetzung der Roadmap einreichen.
Die Konsultation umfasst zwei separate Beteiligungswege. Der erste Abschnitt sammelt Kommentare zu den Kapiteln der Roadmap. Die Behörden können diese Antworten zusammen mit dem Namen des Respondenten veröffentlichen.
Der zweite Abschnitt ermöglicht es den Teilnehmern, Beiträge zur Appia-Infrastruktur vorzuschlagen. Diese Antworten bleiben vertraulich und unterstützen eine direkte Beteiligung an zukünftigen Entwicklungsarbeiten. Ziel ist es, Finanzinstitute, Technologieanbieter und Infrastrukturbetreiber einzubinden.