Oracle hat in seinem neuesten Geschäftsbericht gezeigt, dass die anhaltend starke Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI) und deren Rechenleistung das Cloud-Infrastrukturgeschäft des Unternehmens deutlich wachsen ließ. Das Unternehmen übertraf nicht nur die Markterwartungen bei Umsatz und Gewinn im Quartal, sondern gab auch eine Jahresumsatzprognose bekannt, die besser ist als die Schätzungen der Wall Street. Der Aktienkurs von Oracle (ORCL) stieg nach Börsenschluss um mehr als 8 %, nachdem die Wall Street zunehmend besorgt über die Kapitalausgaben und Finanzierungsfragen im Zusammenhang mit großen KI-Projekten ist. Seit dem Höchststand im September letzten Jahres ist die Aktie um über 50 % gefallen.
Umsatz im Cloud-Infrastrukturgeschäft über den Erwartungen, KI-Nachfrage treibt Wachstum
Laut dem neuesten Geschäftsbericht von Oracle stieg der Umsatz im Cloud-Infrastrukturgeschäft im Jahresvergleich um 84 % auf 4,9 Milliarden US-Dollar, was die erwarteten 7,9 Milliarden US-Dollar übertrifft. Haupttreiber waren große Verträge mit Kunden wie OpenAI und Meta. Der Gesamtumsatz im Quartal erreichte 17,2 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 1,79 US-Dollar, beide Werte über den Markterwartungen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die starke Nachfrage nach KI-Modellen für Training und Inferenz, sowie die Bereitstellung von Rechenzentren mit High-End-Chips, derzeit die wichtigsten Wachstumstreiber des Unternehmens sind.
Kapitalausgaben und prognostizierte Vertragswerte steigen gleichzeitig
Die Kapitalausgaben (CapEx) von Oracle im Quartal beliefen sich auf 18,6 Milliarden US-Dollar, was die Markterwartungen übertraf. Das Unternehmen hält jedoch an seiner Prognose für die gesamten Kapitalausgaben in Höhe von 50 Milliarden US-Dollar für das laufende Jahr fest und betont, dass diese Grenze nicht überschritten wird, um übermäßige Investitionen zu vermeiden. Gleichzeitig stieg der verbleibende Auftragswert (Remaining Performance Obligation, RPO) auf 553 Milliarden US-Dollar, was darauf hindeutet, dass die meisten großen KI-Kunden bereits Vorauszahlungen für Hardware-Ressourcen geleistet haben. Dies sichert Oracle eine stabile Cashflow-Basis für die Zukunft.
Organisationsumstrukturierung und KI-gestützte Effizienzsteigerung
Mit der Hardware-Ausweitung hat Oracle auch eine Umstrukturierung der Organisation eingeleitet. Das Unternehmen gab an, dass die Effizienz bei der Softwareentwicklung durch KI-gestützte Code-Generierung deutlich verbessert wurde, was zu einer Verkleinerung der Entwicklungsteams führte. Führungskräfte wiesen zudem darauf hin, dass, obwohl KI möglicherweise einzelne SaaS-Anbieter mit spezialisierten Funktionen beeinträchtigen könnte, Unternehmen mit umfassenden Cloud-Anwendungen ihre Wettbewerbsfähigkeit in diesem Technologiewandel behaupten werden.
(Oracle plant, Tausende von Mitarbeitern zu entlassen, und hat Pläne für den Ausbau mit OpenAI gestoppt)
ORCL steigt nachbörslich um mehr als 8 %
Der Aktienkurs von Oracle (ORCL) schloss an der NYSE bei 149,40 US-Dollar. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen erreichte die Aktie im nachbörslichen Handel zwischenzeitlich ein Hoch von 164,51 US-Dollar. Aufgrund wachsender Sorgen an der Wall Street bezüglich der Kapitalausgaben und Finanzierungsfragen im Zusammenhang mit großen KI-Projekten ist der Kurs seit dem Höchststand im September letzten Jahres um mehr als 50 % gefallen.
Dieser Artikel „Oracle profitiert von KI-Nachfrage, Quartalszahlen über den Erwartungen, ORCL steigt um mehr als 8 %“ erschien erstmals bei Chain News ABMedia.