Nasdaq hat eine Partnerschaft mit Seturion eingegangen, einer tokenisierten Abwicklungsplattform der Boerse Stuttgart Group, um seine europäischen Handelsplätze mit einer blockchain-basierten Infrastruktur für den Handel und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere zu verbinden, zunächst mit Fokus auf strukturierte Produkte.
Die Ankündigung vom 9. März 2026 folgt auf eine separate Partnerschaft von Nasdaq mit Kraken-Muttergesellschaft Payward, um eine „Aktien-Transformations-Gateway“ zu entwickeln, das die Verteilung tokenisierter Versionen öffentlicher Unternehmensaktien auf internationale Märkte ermöglicht. Beide Initiativen zielen darauf ab, die fragmentierte Nachhandelsinfrastruktur zu modernisieren und die Blockchain-Adoption im traditionellen Finanzwesen auszubauen.
Die Partnerschaft mit Seturion wird Nasdaq’s europäische Handelsplätze mit der blockchain-basierten Abwicklungsinfrastruktur der Plattform verbinden, um den Handel und die Abwicklung tokenisierter Wertpapiere über das Netzwerk zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit richtet sich zunächst auf strukturierte Produkte, mit Plänen, im Laufe der Zeit auf weitere Asset-Klassen und Marktteilnehmer auszuweiten.
Seturion, gestartet von der Boerse Stuttgart Group, unterstützt alle Asset-Klassen auf öffentlichen und privaten Blockchains und bietet eine vielseitige Grundlage für die Infrastruktur tokenisierter Wertpapiere.
Die Initiative soll die Europas zersplitterten Nachhandelsysteme angehen, die Ineffizienzen bei grenzüberschreitender Wertpapierabwicklung verursachen. Laut der Ankündigung sind „Europas Kapitalmärkte hochgradig fragmentiert, mit zahlreichen Nachhandelsinfrastruktur-Anbietern und rechtlichen Divergenzen innerhalb der Europäischen Union, was zu höheren Kosten, längeren Abwicklungszyklen und operativer Komplexität führt.“
Durch die Verbindung seiner Handelsplätze mit Seturion will Nasdaq diesen Prozess durch Blockchain-Technologie vereinfachen und eine „einheitliche, zentrale Abwicklungsplattform“ schaffen.
Roland Chai, Präsident der europäischen Marktdienste und Leiter der digitalen Vermögenswerte bei Nasdaq, erklärte: „Tokenisierung bietet eine transformative Chance, Ineffizienzen bei Abwicklung und Wertpapierprozessen zu beheben, während das Vertrauen, die Stabilität und die regulatorische Strenge gewahrt bleiben, die funktionierende Märkte stützen.“
In einer separaten Ankündigung enthüllte Nasdaq eine Partnerschaft mit Kraken-Mutter Payward, um eine Infrastruktur zu entwickeln, die tokenisierte Aktien mit Blockchain-Netzwerken verbindet. Ziel ist der Aufbau eines „Aktien-Transformations-Gateways“, das voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2027 in Betrieb genommen wird.
Im Rahmen des Plans würden tokenisierte Aktien den Investoren die gleichen Corporate-Governance-Rechte wie gewöhnliche Aktionäre gewähren, einschließlich Stimmrecht bei Proxy-Abstimmungen und Dividendenzahlungen. Die Plattform wird sich stark darauf konzentrieren, Unternehmensaktionen wie Dividendenausschüttungen und Stimmrechtsvertretungen durch Automatisierung mittels Blockchain-Technologie effizienter zu gestalten.
Kraken wird als Vertriebspartner für das Projekt fungieren und eine eins-zu-eins-Tokenisierung öffentlicher Unternehmensanteile außerhalb der USA, insbesondere in Europa und anderen internationalen Märkten, anbieten.
Die Initiative baut auf einem Vorschlag von Nasdaq auf, den sie im September 2025 bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat, um die Zulassung für den Handel mit tokenisierten Versionen ihrer gelisteten Aktien und börsengehandelter Produkte neben traditionellen Aktien zu erhalten. In diesem Vorschlag sollen sowohl tokenisierte als auch konventionelle Versionen über das Depository Trust abgewickelt werden, um Austauschbarkeit zu gewährleisten.
Die Partnerschaften spiegeln eine breitere Bestrebung traditioneller Finanzmarktbetreiber wider, Blockchain- und Krypto-Infrastruktur zu integrieren. Bereits im März 2026 investierte Intercontinental Exchange, die Muttergesellschaft der New York Stock Exchange, in die Krypto-Börse OKX mit einer Bewertung von 25 Milliarden US-Dollar und unterzeichnete eine Vereinbarung zur Einführung neuer tokenisierter Aktien und Krypto-Futures-Produkte.
Beide Initiativen kommen zu einer Zeit, in der die Finanzmärkte zunehmend das Potenzial der Tokenisierung erforschen, um die Abwicklungseffizienz zu verbessern, operative Komplexität zu reduzieren und den Zugang zu traditionellen Vermögenswerten durch blockchain-basierte Distributionskanäle zu erweitern.
Q: Was ist der Umfang der Partnerschaft zwischen Nasdaq und Seturion?
A: Die Partnerschaft verbindet Nasdaq’s europäische Handelsplätze mit der blockchain-basierten Abwicklungsplattform von Seturion, zunächst mit Fokus auf strukturierte Produkte, mit Plänen zur Erweiterung auf weitere Asset-Klassen. Ziel ist es, Europas fragmentierte Nachhandelsinfrastruktur durch eine einheitliche Blockchain-Abwicklung zu verbessern.
Q: Wie funktioniert die Partnerschaft zwischen Nasdaq und Kraken?
A: Nasdaq entwickelt ein „Aktien-Transformations-Gateway“, das voraussichtlich Anfang 2027 in Betrieb genommen wird. Kraken wird eins-zu-eins tokenisierte Versionen öffentlicher Unternehmensaktien an Kunden in Europa und anderen internationalen Märkten vertreiben. Token-Inhaber behalten die gleichen Governance-Rechte wie traditionelle Aktionäre, einschließlich Stimmrecht und Dividenden.
Q: Wann werden diese Initiativen in Betrieb genommen?
A: Die Seturion-Partnerschaft konzentriert sich zunächst auf strukturierte Produkte. Das Aktien-Token-Framework der Kraken-Partnerschaft soll in der ersten Hälfte des Jahres 2027 einsatzbereit sein, vorbehaltlich regulatorischer Entwicklungen.
Q: Welcher regulatorischer Rahmen gilt für Nasdaq’s Vorschlag zur Tokenisierung von Aktien?
A: Nasdaq reichte im September 2025 einen Vorschlag bei der SEC ein, um die Zulassung für den Handel mit tokenisierten Versionen ihrer gelisteten Aktien und ETFs neben traditionellen Aktien zu erhalten, wobei beide Versionen über das Depository Trust abgewickelt werden, um Austauschbarkeit zu gewährleisten.