Gate News Nachrichten, 7. März: Anthropic veröffentlichte einen Forschungsbericht, der zeigt, dass KI zwar theoretisch die meisten Aufgaben in den Bereichen Wirtschaft, Finanzen, Recht und Informatik abdecken kann, die tatsächliche Nutzung jedoch nur einen kleinen Teil ausmacht. Am Beispiel des Claude-Modells liegt die theoretische Abdeckung für Computer- und Mathematikberufe bei 94 %, die tatsächliche Nutzung jedoch nur bei 33 %. Die Studie führt den Indikator „Beobachtungs-Expositionsgrad“ ein, der die theoretischen Fähigkeiten mit den realen Nutzungsdaten vergleicht.
Die Forschung zeigt, dass die höchste KI-Exposition bei hochqualifizierten, einkommensstarken weiblichen Büroangestellten liegt: Im Vergleich zu weniger exponierten Gruppen ist der Anteil weiblicher Personen in dieser Gruppe um 16 Prozentpunkte höher, das Durchschnittseinkommen um 47 % höher, und der Anteil der Master-Absolventinnen ist fast viermal so hoch. Die Forscher warnen, dass mit der Verbesserung der KI-Fähigkeiten und der verstärkten Nutzung weiße Kragen-Berufe vor einer Situation stehen könnten, ähnlich wie während der Finanzkrise 2007–2009, als die Arbeitslosenquote von 5 % auf 10 % anstieg.
Derzeit zeigt sich die größte Auswirkung in einer Verlangsamung der Einstellungen, nicht in Entlassungen: Im Post-ChatGPT-Zeitalter ist die Bewerbungsrate für exponierte Berufe im Vergleich zu 2022 um 14 % gesunken, die Beschäftigungsquote junger Arbeitnehmer im Alter von 22 bis 25 Jahren in diesen Bereichen ist um 16 % gefallen. Einige junge Menschen entscheiden sich für eine weitere Ausbildung oder ziehen sich vorübergehend vom Arbeitsmarkt zurück.